Informationen über die Philippinen

Geschichte und Politik

Der berühmte portugiesische Seefahrer Fernando Magellan entdeckte die Inselgruppe im Jahre 1521. Die ältesten menschlichen Funde auf den Philippinen sind circa 67.000 Jahre alt. 1543 wurde die Inselgruppe vom spanischen Entdecker Ruy López de Villalobos nach dem damaligen spanischen König, Philipp II., in „Las Islas Filipinas“ benannt. In den folgenden Jahrhunderten standen die Philippinen unter spanischer Kolonialherrschaft. Erst im Jahre 1896 kam es zur Philippinischen Revolution, die zwei Jahre anhielt und in ihrer Endphase in den spanisch-amerikanischen Krieg verwickelt wurde.

Am 12.6.1898 rief Emilio Aguinaldo die Unabhängigkeit der Philippinen vom spanischen Mutterland aus, weshalb seitdem am 12. Juni der Nationalfeiertag des Landes gefeiert wird. Da die siegreichen USA die Unabhängigkeit der Philippinen jedoch nicht anerkannten, kam es danach zum philippinisch-amerikanischen Krieg, der von 1899 bis 1902 andauerte und in dem etwa eine Million Filipinos (ca. 20% der damaligen Bevölkerung) ihr Leben verloren.

Der japanischen Besatzung im zweiten Weltkrieg (1942-1945) fielen eine Million Filipinos zum Opfer. Die Befreiung gelang mithilfe amerikanischer Streitkräfte und am 4. Juli 1946 wurden die Philippinen offiziell in die Unabhängigkeit entlassen. Dennoch bestanden weiterhin einige wirtschaftliche Sonderrechte für die USA und militärische Stützpunkte, so dass der amerikanische Einfluss auf den Philippinen auch heute noch zu spüren ist.

Ab 1972 wurden die Philippinen von Ferdinand Marcos, der 1965 zum Präsidenten gewählt wurde, als diktatorisches Regime geführt. Landesweite Demonstrationen zwangen ihn 1986 dazu, das Land zu verlassen. In der Folge wurde Corazon Aquino, Witwe des 1983 ermordeten Oppositionsführers Benigno Aquino, die neue Präsidentin des Landes. Seitdem 1987 eine neue Verfassung in Kraft getreten ist, ist die Republik der Philippinen, so der offizielle Name des Staates, eine Präsidialrepublik beziehungsweise eine präsidentielle Demokratie.

Dennoch herrschen auch seitdem keine stabilen demokratischen Verhältnisse, denn immer wieder kommt es zu Putschversuchen. Vor allem im Süden des Landes kommt es auch heute immer wieder zu bewaffneten Konflikten zwischen Separationsbewegungen, islamistischen Terrorzellen und Regierungstruppen.

Die Sonne in der philippinischen Flagge steht für die Freiheit, die acht Strahlen derselben für die acht Provinzen des Landes. Die drei Sterne auf der Flagge symbolisieren die drei Hauptinseln Luzon, Visayas und Mindanao. Der Leitspruch des Landes bedeutet ins Deutsche übersetzt „Für Gott, die Menschen, die Natur und das Land."

Größe und Bevölkerung

Mit knapp 300.000 km² sind die Philippinen ca. 60.000 km² kleiner als die Bundesrepublik Deutschland. Die Einwohner der Philippinen werden Filipinos genannt und deren Anzahl ist mit gut 96 Millionen größer als die Deutschlands. Die Hauptstadt ist Manila, die mit circa 12 Millionen Einwohnern - der Großraum Manila fasst gar 21 Millionen Einwohner – zugleich auch die größte Stadt des Landes ist. Größte Bevölkerungsgruppe sind die Tagalog (circa 28 Prozent), auf deren Sprache die Amts- und Landessprache Filipino beruht.

Sprache

Die beiden Amtssprachen der Philippinen sind Filipino und Englisch. Darüber hinaus gibt es über 170 regionale Sprachen und Dialekte. Bedingt durch die Kolonialzeit bestehen auch spanische Einflüsse.

Geographie

Die Philippinen sind ein Archipel (Inselgruppe), das sich im westlichen Pazifik befindet. Es besteht aus mehr als 7.000 Inseln, von denen weniger als 1.000 bewohnt sind und lediglich 1.000 größer als 1 km² sind. Das Land wird grob in drei Teile gegliedert: die Insel Luzon im Norden, auf der Manila liegt, die Visaya-Inselgruppe und die Insel Mindanao im mittleren Teil des Landes und die Sulu-Inseln im Süden. Die Philippinen befinden sich an der Grenze zweier sich übereinander schiebender Kontinentalplatten, nämlich der eurasischen und philippinischen. Aus diesem Grund werden die Philippinen häufig von Erdbeben und Vulkanausbrüche heimgesucht.

Der aktivste Vulkan der Insel ist der Mayon (2462m). Er befindet sich 330 Kilometer von Manila entfernt auf einem südöstlichen Ausläufer der Hauptinsel Luzon. Der höchste Berg auf den Philippinen ist mit 2954 Metern der Mount Apo auf der Insel Mindanao. Im Osten des Landes, in der Philippinensee, befindet sich der Philippinengraben, der mit 10.540 Metern zu den tiefsten Seegräben der Welt zählt. Große Teile des Landes sind sehr gebirgig, die meisten Bewohner leben jedoch in den flacheren Küstengegenden.

Klima

Insgesamt herrscht auf den Philippinen ein tropisch, maritimes Klima. Charakteristisch dafür sind Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit. Die Jahresdurchschnittstemperatur auf den Philippinen beträgt um die 27 Grad Celsius. Obwohl das Land selbst in mehrere Klimazonen unterteilt werden kann, ist es generell von März bis Mai am heißesten.

Von Juni bis Oktober herrscht Regenzeit und zwischen Dezember und Februar ist die für philippinische Verhältnisse kühlste und trockenste Jahreszeit. Während der Regenzeit wüten vor allem in den nördlichen und östlichen Teilen des Landes starke Taifune. Dazu zählt auch der Super-Taifun „Haiyan“, der im November 2013 mit über 300 Stundenkilometern große Zerstörung auf der Inselgruppe anrichtete.

Umwelt

Die Artenvielfalt (Biodiversität) auf den Philippinen zählt zu den größten der Welt. Jedoch ist das Ökosystem durch Abholzung und Raubbau an der Natur stark gefährdet. In den Bergregionen kommt es zu Bodenerosion, was zu häufigen Überschwemmungen führt. An der Küste kommt es durch Überfischung und Zerstörung von Korallenriffen zum Aussterben vieler Fischarten, aber auch Kleinfischer werden so ihrer Lebensgrundlage beraubt. Insgesamt sind die Philippinen mit am stärksten von den Folgen des anthropogenen, des vom Menschen verursachten Klimawandels betroffen.

Wirtschaft

Die Philippinen sind trotz ihres starken Wirtschaftswachstums ein armes Land und werden als Entwicklungsland eingestuft. Das Bruttoinlandsprodukt beträgt 2.792 Dollar pro Kopf und Jahr. Im Vergleich dazu verdienen die Menschen in Deutschland 43.952 Dollar pro Kopf und Jahr. Die Wirtschaft der Philippinen ist zweigeteilt: Einerseits gibt es einen großen Dienstleistungssektor und eine hochmoderne Elektronikindustrie, andererseits Land- beziehungsweise Subsistenzwirtschaft.

Somit herrscht in ländlichen Gegenden bittere Armut, während es in den urbanen Ballungszentren, wie beispielsweise Manila, durchaus hohen Wohlstand gibt. Doch die armutsbedingte Landflucht führt dazu, dass im Schatten der Großindustrie Slums entstehen. Auch gibt es ein wirtschaftliches Nord-Süd Gefälle: Während im Norden viel exportorientierte Industrie angesiedelt ist, leben die Menschen in den südlicheren Teilen des Landes hauptsächlich von der Landwirtschaft.

Religion

Mit circa 81 Prozent bilden die Katholiken die größte Religionsgruppe auf den Philippinen. Außerdem bekennen sich circa 5 Prozent der Filipinos zu anderen christlichen Glaubenslehren. Weitere 5 Prozent der Bevölkerung sind Muslime, die vor allem in den Hochlandgebieten im Süden leben. Das Christentum wurde im 16. Jahrhundert durch spanische Kolonialherren eingeführt. Der Islam, dessen Ausbreitung bereits im 14. Jahrhundert begann, endete mit Ankunft der Spanier. Animistische Religionen sind charakteristisch für die indigenen Teile der Bevölkerung. Mitunter werden diese Religionen noch heute praktiziert, oft sind sie aber mit Einflüssen von Christentum und Islam verschmolzen.

Kultur

Neben den amerikanischen Einflüssen aus jüngster Zeit, ist die Kultur auf den Philippinen besonders von der spanischen Kolonialzeit geprägt. Jedoch unterscheidet sich die Kultur der christlichen Tieflandbewohner, die als Mehrheitskultur bezeichnet werden kann, stark von denen der Hochlandbewohner, der philippinischen Muslime und der philippinischen Chinesen. Es gibt aber auch einige traditionelle Stämme, die in abgelegenen Gebieten leben und von den christlichen und muslimischen Einflüssen weitestgehend unberührt sind.

Die philippinische Küche vereint spanisch-mexikanische, chinesische, japanische, indische und amerikanische Einflüsse. Neben den christlichen Festen hat der Großteil der philippinischen Feste und Traditionen trotz der jahrhunderte langen Fremdherrschaft seine Wurzeln in vorkolonialer Zeit.

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