Der mühsame Weg in die Zukunft

Jahr für Jahr werden Gebiete in Asien durch anhaltenden starken Monsunregen überschwemmt. Meistens gehen diese für die betroffenen Menschen schwierigen Wochen ohne jegliche mediale Berücksichtigung an uns vorbei. Nicht so in diesem Sommer: Weite Landstriche Pakistans wurden überflutet, etwa 1600 Menschen verloren ihr Leben, Hunderttausende ihre zumeist wenigen Habseligkeiten.

Die Vereinten Nationen schätzen, dass 15 bis 20 Millionen im Land betroffen sind. humedica ist mit medizinischen Teams bereits seit Anfang August im Einsatz, mittlerweile arbeitet das fünfte Team im Süden Pakistans. Und auch am Wiederaufbau wird sich humedica beteiligen.

Schnell wachsende Bevölkerung - große Armut

Bis die Menschen, die bei der Flut alles verloren haben, wieder auf eigenen Beinen stehen können, wird noch viel Zeit vergehen und gemeinsame Arbeit eingesetzt werden müssen. Foto: humedica/Simon Gelzenleuchter

Pakistan zählt mit 172, 8 Millionen Einwohnern zu den bevölkerungsreichsten Ländern der Welt. Mit einer jährlichen Zunahme von mehr als zwei Prozent der Bevölkerung hat Pakistan eine der höchsten Wachstumsraten in Asien. Rund drei Viertel der Menschen leben in den fruchtbaren Flussebenen der Provinzen Punjab und Sindh, die jetzt zu den am schlimmsten betroffenen Flutgebieten gehören.

Durch zunehmende Landflucht in den vergangenen Jahren wurden Städte zu Ballungsräumen, die dem enormen Bevölkerungsdruck nicht standhalten können. An den Stadträndern bilden sich vermehrt großflächige Elendsviertel.

Die Grundversorgung, besonders der armen Menschen, ist nicht gesichert. 23 Prozent der gesamten Bevölkerung sind unterernährt, 24 Prozent leben unter dem Existenzminimum. Die medizinische Grundversorgung ist nur in größeren Städten gewährleistet. Die Analphabetenrate Pakistans gehört mit rund 50 Prozent zu der höchsten Asiens.

Auf Naturkatastrophen folgt die soziale Katastrophe

Mit zwei ihrer Söhne und insgesamt sechs Emkelkindern haust Gul Sanga, die durch die Fluten sowohl ihr Hab als auch Familienangehörige verloren hat, nun in einem kleinen Zelt. Foto: humedica/Ruth Bücker

Die allgemeine Gesundheitsversorgung in Pakistan ist unzureichend. Funktionierende Krankenhäuser gibt es meist nur in größeren Städten. Durch den Mangel an sauberem Wasser sowie Wissen über Hygiene ist die Gesundheit, besonders bei den armen Menschen, konstant labil.

Dadurch wird die Verbreitung von Magen-Darm-Erkrankungen und Epidemien wie zum Beispiel Malaria und Typhus begünstigt. Unterernährung erhöht die Anfälligkeit für Krankheiten weiter. Entsprechend hoch ist die Kindersterblichkeit. Durch einfache Behandlungen und Medikamente könnten die meisten Krankheiten schnell bekämpft werden.

Berücksichtigt man diese Lebensbedingungen für ein Gros der pakistanischen Bevölkerung, wird schnell klar, dass diese Naturkatastrophe weit reichende Folgen haben wird. Und es liegt auf der Hand, dass die betroffenen Flutopfer dringend auf unsere Hilfe angewiesen sind.

Katastrophenhilfe geht weiter - Wiederaufbau im Blick

Krankheiten, die Hitze und akute Unterernährung zehren täglich an den Kräften dieser auf eine Behandlung wartenden Frauen, die in einem unterversorgten Camp untergekommen sind. Foto: humedica/Ruth Bücker

Drei medizinische Teams mit insgesamt 12 Einsatzkräften sowie drei Koordinatoren waren bis zum 12. September 2010 in Charsadda aktiv, einer nordöstlich von Peschawar gelegenen Stadt. Seit dem 13. September arbeiten die ehrenamtlichen Mediziner der Teams 4 und 5 nun in Sukkur (gesprochen: Sakkar), einer in der Region Sindh gelegenen Stadt.

Sukkur liegt auf einem Hügel und ist deshalb bisher von den Fluten verschont geblieben. Das Umland war Mitte September jedoch noch immer quadratkilometerweit überschwemmt, Straßen entsprechend unpassierbar, einige Dörfer nur aus der Luft zu erreichen.

Wer in die Stadt Sukkur fliehen konnte, lebt dort in Notfallcamps der pakistanischen Armee, nur mit einem Laken auf der Straße oder in einer provisorisch gebauten Blätterhütte.

Unsere Teams in Sukkur helfen in Zusammenarbeit mit der Kindernothilfe und der lokalen Organisation The Riverside Slum Children Project. Tag für Tag fahren die ehrenamtlichen Einsatzkräfte in zum Teil wild angelegte Lager, die nicht selten komplett unversorgt sind.

Neben dieser medizinischen Basisversorgung im Rahmen der noch immer andauernden Katastrophenhilfe hat humedica auch die Wiederaufbauhilfe im Blick: Ein zusätzlicher Koordinator wird sich von Oktober an unter anderem um diese Aufgabe kümmern.

Bitte helfen Sie uns

In Form von Medikamenten und notwendigen Behandlungen kommt Ihre Hilfe bei den Menschen in Pakistan an. Foto: humedica/Ruth Bücker

Liebe Freunde und Förderer, es ist uns ein Anliegen, Ihnen möglichst transparent von unserer Arbeit in Pakistan zu berichten. Die in den deutschen Medien diskutierten Szenarien eines unsicheren Pakistan sind bezüglich der Verwendung Ihrer Spenden für humedica nicht zutreffend.

Die Zeiten, in denen Geldmittel direkt an Empfänger im Land weitergegeben wurden, sind lange vorbei - wenn sie denn überhaupt existierten. humedica arbeitet ausschließlich mit zuverlässigen und bewährten Partner zusammen; die Verwendung aller Spenden wird von unabhängigen Wirtschaftsprüfern und eigenem Personal kontrolliert.

Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit auch in den kommenden Wochen und Monaten. Wir begreifen uns als Ihr verlängerter Arm in einem Land, dessen Menschen weiterhin dringend auf unser Engagement angewiesen sind. Bitte unterstützen Sie unser Engagement mit einer sms und dem Stichwort DOC an die 8 11 90 oder über unser Online-Formular mit einer gezielten Spenden.

Selbstverständlich ist das auch auf dem bekannten Wege einer Banküberweisung möglich:
      humedica e.V.
        Stichwort „Fluthilfe Pakistan
        Konto 47 47
        BLZ 734 500 00
        Sparkasse Kaufbeuren

Der Familienzusammenhalt der Flutopfer ist groß. Dennoch können sie es ohne unsere Hilfe nicht schaffen. Wir danken Ihnen für Ihre Unterstützung. Foto: humedica/Ruth Bücker

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