Unterstützung gilt nicht immer möglichst Vielen

Natürlich möchten wir immer möglichst vielen Menschen in Not helfen; insbesondere wenn man bedenkt, dass humedica eine Organisation mit einem Schwerpunkt auf medizinischer Katastrophenhilfe ist. Ebenso natürlich ist es, bei allen Anstrengungen eine hohe Effizienz zu erreichen.

Dennoch stellen wir regelmäßig fest, dass es auch einen großen Bedarf an individueller Hilfe gibt. Wir treffen auf Menschen, die aufgrund besonders schwieriger Umstände, zumeist Erkrankungen, auf spezielle Formen der Unterstützung angewiesen sind. Eine Unterstützung, die mitunter gar über Leben und Tod entscheidet. In diesen Situationen greifen wir auf unser Programm für Einzelfallhilfe zurück. Heute stellen wir Ihnen zwei aktuelle Fälle vor.

Äthiopien: vermeintliches Wunder nach OP - Gezielte Hilfe hat wunderbare Konsequenzen

Aus Hoffnungslosigkeit wird Zukunft: Das Leben von Tekalign hat sich zum Positiven gewendet und der Mittfünfziger freut sich über seine wieder gewonnene Mobilität. Foto: humedica

Es passierte während der Arbeit: Der 55-jährige Tekalign Beyene brach sich bei einem Sturz Oberschenkel und Hüftgelenk. Auf Kosten seines Arbeitgebers folgte eine Operation. Zur Fixierung der Fraktur wurde eine Metallplatte mit Stahlnägeln eingesetzt.

Der medizinische Plan war, nach etwa einem Jahr die Platte operativ zu entfernen. Die erste Operation zur Stabilisierung der Knochen wurde durchgeführt, die Schmerzen blieben. Selbst mit Gehhilfen war für Tekalign an Gehen kaum zu denken und auch Sitzen bereitete dem rüstigen Mittfünfziger quälende Schmerzen.

Der Arbeitsweg zu Fuß war sehr schnell nicht mehr zu bewältigen und die Nutzung überfüllter, öffentlicher Verkehrsmittel stellte nie eine Alternative dar. Infolge dieser Zustände war der bis dahin fleißige und angesehene Tekalign für seinen Arbeitgeber eine nicht mehr zu tragende Last, der Verlust der Arbeitsstelle die traurige, aber leider logische Konsequenz. Ohne Job war auch die dringend notwendige zweite Operation hinfällig, mit fehlenden Einnahmen eine eigene Finanzierung nicht denkbar.

Im Mai hatten wir zuletzt um Spenden für Einzelfallhilfen wie diese gebeten und wurden von vielen Menschen gehört. Menschen, die auch für Tekalign Rettung bedeuteten. „Vergangene Woche ist er mit nur einer Stütze über 1,5 Kilometer bis in unser Büro gelaufen!“ Diese erstaunliche Nachricht über den Gesundheitszustand von Tekalign ist nur ein vermeintliches Wunder. Sie ist vielmehr das Ergebnis einer gezielten Hilfe für eine Einzelperson, die für seine ganze Familie großartige Auswirkungen hat. Im Namen von Tekalign danken wir allen Menschen herzlich, die sich mit Spenden eingebracht haben.

Libanon: Katastrophe in der Katastrophe - Syrisches Flüchtlingskind hat schlechtes Gehör und kann kaum sprechen

Es ist uns nicht immer bewusst, dass Hören und Sprechen in einem direkten Zusammenhang stehen. Dabei ist es sehr logisch: Kann ein Kind nichts hören, wird es nicht sprechen lernen. Ohne die Möglichkeit zu sprechen ist ein Weg in die Armut vorgezeichnet. Insbesondere dann, wenn die aktuellen Lebensumstände sehr schwierig sind.

Das beschriebene Szenario gehört zum Leben von Bashar, einem siebenjährigen Jungen aus Syrien, der mit seiner Familie vor dem Grauen des Bürgerkriegs in der eigenen Heimat in den Libanon geflohen ist.

Im Bekaa-Tal treffen humedica-Ärzte auf Bashar und untersuchen ihn. Das Ergebnis ist zunächst niederschmetternd: auf dem linken Ohr diagnostizieren sie eine Taubheit, rechts liegt eine Hörschwelle von 40 Dezibel vor, ein Hoffnungsschimmer.

Aus Krankheit wird Heilung: Der junge Bashar (hier mit Medienkoordinatorin Daria Napieraj) wird dank Ihrer Unterstützung besser hören und damit auch sprechen lernen können. Foto: humedica

Denn diese Erkenntnis bedeutet, dass dieses Ohr mit einem Hörgerät versorgt werden kann; eine massive Verbesserung der Lebensumstände für Bashar, er wird hören können und sprechen lernen. Während Sie diese Zeilen lesen, ist ein entsprechendes Gerät bereits auf dem Weg in den Libanon, gespendet von der Firma Hörtec Hörsysteme GmbH.

Liebe Freunde und Förderer, gemeinsam stehen wir seit vielen Jahren Menschen in Not zur Seite. Wie eingangs bereits erwähnt, versuchen wir dabei immer, möglichst vielen Betroffenen nachhaltig zu helfen. Die beiden vorgestellten Fälle aus Äthiopien und dem Libanon zeigen aber sehr eindrucksvoll, dass wir auch mit recht kleinem Aufwand immer wieder individuell helfen können; zwei Arbeitsfelder, die sich gut ergänzen.

Wir möchten Sie freundlich bitten, mit einer gezielten Spende Einzelfallhilfen weiterhin möglich zu machen. Mit Ihrer Unterstützung heute werden wir die Zukunft von Menschen entscheidend verändern können. Vielen Dank für Ihren treuen Einsatz!

      humedica e. V.
      Stichwort "Einzelfallhilfe"
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Ihr Browser ist veraltet!

Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um diese Website korrekt darzustellen.

Den Browser jetzt aktualisieren×