Prüfender Blick zurück weist auch in die Zukunft

Weihnachtsspende für nachhaltige Projektarbeit und Ärzteteams

Manchmal ist es gut, kurz inne zu halten und einen Blick zurück zu werfen. Dieser Blick zurück kann Stunden umfassen, einige wenige Tage, Wochen oder manchmal auch ein ganzes Jahr. Wir befassen uns heute mit den Aufgaben und Herausforderungen, die uns 2012 beschäftigt haben und werden feststellen, dass längst nicht alle gelöst sind.

Es gibt weltweit einige Projekte, die weiterhin unsere konkrete Hilfe benötigen. Die Hilfe von ehrenamtlichen Einsatzkräften mit den unterschiedlichsten medizinischen Berufen. Die Hilfe von leidenschaftlichen Koordinatoren, deren vielseitige Begabung uns oft staunen lässt. Die Hilfe von Freunden und Förderern, die mit ihren gezielten Spenden ein Engagement überhaupt erst ermöglichen. 2012 liegt weitgehend hinter uns, nun gilt es, auch im neuen Jahr Menschen in Not zur Seite zu stehen. Wir resümieren die vergangenen Monate, stellen Ihnen aktuelle Projekte und deren Perspektiven vor.

Republik Kongo: Explosion im Munitionsdepot - Unfassbare Zerstörungen und großes Leid nach Unfall

humedica war schnell zur Stelle und stand den Explosionsopfern im kongolesischen Brazzaville zur Seite. Foto: humedica/Katja Völkl

Anfang März 2012 erschütterte eine schwere Explosionsserie in einem Munitionsdepot die kongolesische Hauptstadt Brazzaville. Auf den ersten Blick scheint dieser Unfall zwar tragisch, die wirkliche Tragweite aber ist kaum vorstellbar.

Die immense Druckwelle brachte Zerstörung in einem großen Umkreis, am Ende verloren mehr als 250 Menschen ihr Leben, tausende Verletzte benötigten dringend eine medizinische Versorgung, in aller Regel aufgrund massiver Verbrennungen oder Frakturen durch herabstürzende Trümmer.

Zudem verloren rund 14.000 Menschen ihr Zuhause und wurden obdachlos. humedica entsandte auf die Anfrage der kongolesischen Behörden und unserer Partnerorganisation Mercy Ships medizinische Einsatzkräfte, die lokale Kräfte in einem Stadtteilkrankenhaus bei den teilweise durchaus komplizierten Behandlungen unterstützten.

Aktuelle Situation: Die Akuthilfe ist durch den Einsatz medizinischer Teams und der Verteilung von Hygieneartikeln sowie Hilfsgütern abgeschlossen. Wir betreuen derzeit noch einen Schwerstverletzten im Rahmen unserer Einzelfallhilfe und suchen eine Chance der Behandlung in Deutschland.

Uganda: Flüchtlinge überrennen Grenzregion - Blutiger Bürgerkrieg betrifft mehrere Länder

Gewalt und Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellenmilizen im Osten der Demokratischen Republik Kongo ließen hunderttausende Menschen aus der Provinz Nord-Kivu die Flucht ins Nachbarland Uganda antreten, die Grenzregion wurde regelrecht überrannt.

Die hilfsbereite ugandische Regierung stand sehr schnell vor logistischen und organisatorischen Problemen im Bereich der Gesundheitsversorgung, die Situation entlang der ugandisch-kongolesischen Grenze wurde für die Flüchtlinge immer schwieriger.

Mit dem St. Francis Hospital Mutolere in Kisoro als Basis und Projektpartner führte humedica zunächst medizinische Untersuchungen der ankommenden Flüchtlinge im Camp Nyakabande. Unsere Teams boten zusätzlich eine ärztliche Sprechstunde an und erreichten im Rahmen mobiler Einsätze auch entlegene Bereiche. Dringend benötigte Hilfsgüterlieferungen, etwa warme Decken, ergänzten das Engagement sinnvoll. In der Grenzstadt Bunagana unterstützten humedica-Teams die Arbeit der lokalen Gesundheitsstation.

Aktuelle Situation: Aus der Kooperation mit dem Hospital Mutolere hat sich eine Partnerschaft entwickelt. humedica unterstützt das Krankenhaus weiterhin mit Medikamenten und medizinischen Gütern. Die direkte Flüchtlingshilfe dauert derzeit noch an, im Gespräch ist allerdings, das Transitflüchtlingscamp Nyakabande aufzulösen.

Iran: Zwei starke Erdbeben im Norden des Landes - Erste ausländische Helfer im Land tragen rote Westen

Innerhalb kürzester Zeit bebte am 12. August 2012 unweit der nordiranischen Millionenstadt Täbris gleich zwei Mal die Erde. Die Stärke von 6.2 wirkte zunächst nicht alarmierend, reichte aber bei der wenig massiven Bauweise außerhalb der Metropole für gewaltige Zerstörungen und mehrere einhundert Tote. Offizielle Stellen sprachen von 300 komplett zerstörten Dörfern.

Die ersten ausländischen Helfer, die das Katastrophengebiet erreichten, kamen im Auftrag von humedica. Gemeinsam mit Einsatzkräften des Roten Halbmond versorgten sie in den kommenden Wochen im Rahmen mobiler Kliniken hunderte Verletzte in den betroffenen Dörfern. Unterstützung erreichte die Menschen auch in Form von Hilfsgüterverteilungen.

Aktuelle Situation: Die andauernden Maßnahmen werden unterstützt vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland in Berlin. Projektabschluss wird der 31. Dezember 2012 sein. Zuvor gibt es eine letzte Verteilung von rund 2.000 warmen Schlafsäcken an betroffene Familien.

Syrien/Libanon: Brutale Kämpfe vertreiben Menschen - Nachbarländer nehmen zehntausende Syrer auf

Es war bereits zu einem frühen Zeitpunkt 2011 sehr deutlich absehbar, dass Syrien in einen Bürgerkrieg rutschen würde. Demonstrationen, Ausschreitungen, Anschläge, immer mehr Menschen verloren ihr Leben, immer brutaler wurden die Auseinandersetzungen, die zu einer gewaltigen Flüchtlingswelle in die Nachbarländer führten. Anfang August 2012 vermelden die Vereinten Nationen, dass etwa 132.000 syrische Kinder, Frauen und Männer Schutz in der Türkei, Jordanien oder eben dem Libanon suchen; Mitte November ist die Zahl der registrierten Flüchtlinge auf über 414.000 gestiegen.

Über Wochen hatte humedica die Situation beobachtet und schließlich mit lokalen Partnern im Libanon einen Einsatz gestartet. Bis heute leisten unsere Teams mit mobilen Kliniken Hilfe für Flüchtlinge im Bekaa-Tal. Dort sind die syrischen Ankömmlinge in Zeltunterkünften oder bei Gastfamilien untergebracht. Neben den konkreten Behandlungen verteilen die humedica-Helfer auch Nahrungsmittel und andere Güter des täglichen Bedarfs. Auch in Akkar, einer Region im Nordwesten des Landes, unterstützt humedica gemeinsam mit lokalen Partnern syrische Flüchtlinge in ihrer schwierigen Lebenssituation.

Aktuelle Situation: Die deutsche Bundesregierung hat ein großes Interesse am Ende der blutigen Auseinandersetzung in Syrien. Aus diesem Grund nahm Bundesaußenminister Guido Westerwelle zuletzt an einem Treffen der EU-Außenminister mit der Arabischen Liga in Kairo teil, sein Ministerium unterstützt unter anderem auch die Hilfe von humedica im Libanon. Eine Ausweitung der Maßnahmen auf Syrien ist seit Wochen in konkreter Planung und steht nun unmittelbar bevor, möglicherweise auch an zwei Stellen im Land. Dieses Projekt gehört sicher auch in den kommenden Monaten zu den größten Herausforderungen.

Dauerhafte Projekte: Oft übersehen, nicht vergessen - humedica und die Hilfe jenseits der Aufmerksamkeit

Seit deutlich mehr als einem Jahr reisen regelmäßig medizinische Helfer an einen der sicherlich unwirtlichsten Orte unserer Erde. An der äthiopisch-somalischen Grenze erwartet sie Sand, Hitze, ein riesiges Flüchtlingscamp mit mehr als 40.000 Bewohnern und all jene Probleme, die eine Kleinstadt von dieser Größe, platziert im infrastrukturellen Nirgendwo, eben produziert.

Der humedica-Einsatz verläuft unter harten Bedingungen für alle Beteiligten, ist aber angesichts der schwierigen Umstände in der somalischen Heimat der Flüchtlinge unabdingbar.

Ähnliches gilt für unsere Engagements in Indien oder auch im Deutschland sehr nahe gelegenen Kosovo. Medizinische Helfer unterstützen immens wichtige, über lange Jahre bestehende Projekte, die nie im Licht der Weltöffentlichkeit standen, obwohl Menschen dort in mitunter existenziellen Situationen leben.

Nicht wegzudenken aus unserem jährlichen Hilfsprogramm sind auch die Gefängniseinsätze, die wir gemeinsam mit der amerikanischen Organisation Prison Fellowship International durchführen. 2012 gab es Einsätze in Äthiopien, dem Kongo und dem Libanon, beteiligt daran waren insgesamt 17 deutsche humedica-Helfer, Orthopäden, Internisten, Zahnärzte, Allgemeinmediziner und Pflegekräfte.

Aktuelle Situation: humedica wird auch weiterhin Hilfsprojekte umsetzen, die sich weitab einer Aufmerksamkeit ereignen. Ob Äthiopien, Indien, Kongo, Brasilien, Sri Lanka oder Niger: Insbesondere bei diesen Engagements sind wir besonders auf gezielte Spenden angewiesen.

Bitte helfen Sie mit Ihrer Weihnachtsspende!
Die vorgestellten Projekte im Rahmen unseres Rückblicks auf 2012 stehen für gelebte Nächstenliebe, vor allem aber für Nachhaltigkeit, Perspektive und Hoffnung. Wir sind dank toller ehrenamtlicher Einsatzkräfte in der Lage, sehr schnell effektive Hilfe zu leisten. Und diese Hilfe geben Sie in Auftrag. Bitte helfen Sie uns mit einer gezielten Weihnachtsspende, auch die vor uns liegenden Herausforderungen zu bewältigen, Menschenleben zu retten, Hoffnung und Liebe zu verschenken. Vielen herzlichen Dank!

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