Armut, Erdbeben, Cholera

Als an diesem 12. Januar 2010 die Erde bebte, hätte kaum einer für möglich gehalten, dass innerhalb kürzester Zeit mehr als 220.000 Menschen ihr Leben verlieren würden. Weitere Statistiken dieses furchtbaren Bebens in der Karibik erschüttern:

Eine Stadt lag in Trümmern, und mit ihr die Lebensgrundlage von mehr als einer Millionen Menschen. Foto: humedica

1,5 Millionen Obdachlose, mehrere einhunderttausend, zum Teil schwer verletzte Haitianer. Zehn Monate später müssen die Überlebenden eine weitere Konsequenz des Bebens ertragen: Cholera.

Mehr als 140 medizinische Einsatzkräfte hatte die Katastrophenhilfe für humedica bis zum Sommer umgesetzt. Bereits am dritten Tag nach dem Beben war eine erste Gruppe von Helfern gemeinsam mit zwei Koordinatoren im „Krankenhaus der Hoffnung“ in Haitis Hauptstadt Port-au-Price gelandet und hatte den Betrieb übernommen.

Dieses Haus ist bis heute Ausgangspunkt aller unserer Bemühungen und die Erlebnisse des Teams dort, könnten mit hoher Wahrscheinlichkeit ein dickes Buch füllen. Traurige Erlebnisse wie Todesfälle oder Amputationen gingen zeitlich nahezu einher mit nachwirkenden Zeichen der Hoffnung wie etwa sicheren Geburten.

Bis zum frühen Sommer konnte die medizinische Katastrophenhilfe auch auf das eigentliche Epizentrum des Bebens Leogane ausgeweitet werden. Bis heute gehören neben Port-au-Prince auch die kleineren Städte Meyer und Marbial zu den Projektstandorten von humedica.

Dort werden in den kommenden Wochen Bauarbeiten zum Wiederaufbau von Schulen beginnen. In Port-au-Prince ist humedica in die Renovierung des „Krankenhauses der Hoffnung“ involviert und auch in den Aufbau eines Prothesen- und Orthesenzentrums.

Inmitten der Planungen für den weiteren Fortgang der Wiederaufbauprojekte platzte Mitte Oktober die Meldung einer ausgebrochenen Cholera-Epidemie in der Region um die Provinzstadt St. Marc.

Noch immer haben die Menschen in Haiti mit Cholera zu kämpfen. Foto: humedica

Dort hatte humedica bereits 2008 und 2009 erfolgreich verschiedene Einsätze mit medizinischen Teams durchgeführt. Entsprechend kurz war die Reaktionszeit unserer Mitarbeiter in Port-au-Prince, die bereits wenige Stunden nach Bekanntwerden des Choleraausbruchs eine Gruppe mit gut ausgestatteten Ersthelfern entsenden konnte.

Mittlerweile konnte das Engagement im Kampf gegen die tückische Seuche durch zwei weitere Teams aus Deutschland unterstützt werden. Zentrum des Einsatzes ist das kleine Krankenhaus in Drouin, einer Ortschaft, nördlich von St. Marc gelegen.

Es scheint, als käme Haiti nicht zur Ruhe. Bereits vor dem Beben galt der Karibikstaat, idyllisch auf der Insel Hispaniola gelegen, als ärmstes Land der westlichen Hemisphäre. Noch immer leben mehr als eine Million Menschen in Flüchtlingscamps. Noch immer sind die großflächigen Zerstörungen des Bebens sichtbar. Längst nicht verheilt sind die physischen und psychischen Wunden der Menschen.

Haiti braucht weiterhin unsere Aufmerksamkeit und konkrete Hilfe. Bitte bleiben Sie an unserer Seite und unterstützen uns mit einer Online-Spende oder auf untenstehendes Konto:
      humedica e.V.
      Stichwort "Cholera Haiti"
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Mit dem Senden einer sms und dem Stichwort DOC an die 8 11 90 können Sie uns darüber hinaus ebenfalls sicher und schnell unterstützen. Von den 5 Euro fließen 4,83 Euro direkt in die humedica-Projekte. Vielen Dank!

Mit Bakterien verunreinigtes Wasser und schlechte hygienische Bedingungen sind Hauptgründe für die drastische Choleraepidemie. Foto: humedica/Ruth Bücker

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