20 Tonnen Reis im Gepäck

Als Geschäftsführer von humedica verbringt Wolfgang Groß unzählige Stunden in seinem Kaufbeurer Büro - stets im Dienst für Menschen in Not. Es ist aber nicht die Schreibtischarbeit, die den 58-Jährigen antreibt. Vielmehr sind es die Reisen in unsere Projektländer und prägende Begegnungen mit hilfsbedürftigen Menschen sowie sein christlicher Glaube, die ihn in seinem humanitären Engagement täglich bestärken.

Dabei hat Wolfgang Groß insbesondere diejenigen Menschen im Blick, die auf umfassende Hilfe angewiesen sind. Seine jüngste Reise führte ihn in die Demokratische Volksrepublik Korea, auch Nordkorea genannt.

Humanitäre Hilfe auf den Weg bringen: Die Zeichen stehen auf Kooperation

Gemeinsam mit dem zuständigen Projektsachbearbeiter Patrick Khamadi begab sich Wolfgang Groß im Mai in den ostasiatischen Staat, um sich persönlich einen Überblick über die humanitäre Lage in dem Land zu verschaffen, das er bereits 1998 und 1999 besucht hatte.

Volkbert Keßler, Wolfgang Groß und Patrick Khamadi bei ihrem Besuch im Volkskrankenhaus in Häju. Foto: humedica

"Wir möchten die Menschen im Norden Koreas gerne mit Hilfsgüterlieferungen unterstützen", so der humedica-Chef über den Hintergrund seines Aufenthalts. "Darüber hinaus wollen wir eine langfristige Beziehung zwischen unseren ehrenamtlichen Ärzteteams und lokalem, medizinischem Personal aufbauen."

Seit 1998 hat humedica verschiedene Hilfslieferungen in die Demokratische Volksrepublik Korea geschickt, damit vor allem kranke Menschen mit Arzneimitteln, medizinischem Sachbedarf oder auch Hygieneartikeln versorgt werden konnten.

Nachdem es jedoch aufgrund von Starkregen auch im vergangenen Jahr wieder zu Ernteausfällen - insbesondere in der Provinz Süd-Hwanghä, der Kornkammer der DVR Korea - gekommen war, hatte humedica Ende März 20 Tonnen Reis zur Versorgung eines Krankenhauses und zweier Einrichtungen für Waisenkinder in der Stadt Häju zur Verfügung gestellt. Damit konnten mehr als 1.100 Kinder und Erwachsene einen knappen Monat versorgt werden.

Finanziert wurde die Reislieferung vom langjährigen humedica-Spender Volkbert Keßler, einem pensionierten Jugendstaatsanwalt aus Schwerin. Er hatte humedica 10.000 Euro für den Kauf des asiatischen Hauptnahrungsmittels gespendet und begleitete Wolfgang Groß und Patrick Khamadi jetzt nach Nordkorea.

Der Besuch führte das dreiköpfige Team über die Hauptstadt Pjöngjang nach Süd-Hwanghä. Wegen der Pflanzzeit begegneten ihnen auf dem Weg in die Provinzhauptstadt Häju zahllose Männer und Frauen bei der anstrengenden Feldarbeit.

Da es zu wenige landwirtschaftliche Maschinen gibt, müssen viele Saat- und Erntearbeiten von Hand erledigt werden. "Ich fühlte mich mit diesen Menschen verbunden", beschreibt der kenianische humedica-Mitarbeiter Patrick Khamadi seinen ersten Eindruck. "Sie arbeiten so hart, und doch bleibt ihnen nicht viel zum Leben."

Bedarf an medizinischer Ausstattung: Auch Nachfrage nach Reis und Sojabohnen

Der massive Rohstoffmangel stellt die Bevölkerung des Landes vor große Herausforderungen. Durch verschiedene Überschwemmungen in den vergangenen Jahren wurde die Situation noch verschärft, da diese dramatische Ernteausfälle nach sich zogen.

Zur Behandlung der Patienten benötigt das Häju-Volkskrankenhaus dringend weitere Medikamente und medizinisches Equipment. Foto: humedica

Eine ausreichende Versorgung mit Lebensmitteln sowie Gütern des täglichen Bedarfs wird zunehmend schwieriger. "Die Direktorin der Abteilung für Auswärtige Angelegenheiten des Volkskomitees der Provinz Süd-Hwanghä, Frau Pak Chun Ok, bat uns daher um eine weitere Spende von Reis und - wenn möglich - auch Sojabohnen", berichtet Patrick Khamadi.

Doch nicht nur Nahrungsmittel stehen auf der sehr zurückhaltend formulierten Bedarfsliste. Bei der Besichtigung des Häju-Volkskrankenhauses Nr. 1 mit einer Kapazität von 250 Betten konnten sich der humedica-Geschäftsführer und seine Begleiter selbst ein Bild davon machen, dass die medizinische Ausstattung noch verbessert werden kann.

Insbesondere Medikamente, Untersuchungsgeräte und Operationsbestecke werden dringend benötigt. "Wie das gesamte Land zeugt auch das Stadtkrankenhaus von großer Sauberkeit", erzählt Patrick Khamadi, "aber nichtsdestotrotz sind die medizinisch-technischen Geräte in die Jahre gekommen und teilweise nicht mehr funktionstüchtig."

Auf personeller Ebene ist die Klinik, welche 25 verschiedene Fachabteilungen umfasst, hingegen vergleichsweise gut ausgestattet. Von den 197 medizinischen Kräften sind 112 Ärzte, die täglich zwischen 300 und 500 Patienten - stationär und ambulant - behandeln. Gut drei Viertel der von humedica gelieferten Reisspende kam den Patienten sowie dem medizinischen Personal des Krankenhauses zugute.

Die verbliebenen 5.000 Kilogramm Reis wurden auf zwei Waisenhäuser verteilt, in denen die drei Besucher auf ihrer Reise Station machten. Eine der Einrichtungen gibt 218 Kindern bis zum Alter von vier Jahren ein Zuhause. Im hauseigenen Garten können die kleinen Schützlinge ihr eigenes Gemüse säen und ernten und werden vom Betreuungspersonal sehr gut und liebevoll umsorgt. Das zweite Waisenhaus ist für Kinder im Alter von fünf bis sechs Jahren ausgerichtet.

Um in jedem Land der Welt helfen zu können, enthält sich humedica e. V. jeglicher politischer Stellungnahme. Wir fühlen uns ausschließlich unserem humanitären Mandat verpflichtet, Menschen in Not - ohne Ansehen der Person - zu helfen. Dies gilt in besonderem Maße auch für unsere Hilfsmaßnahmen in Nordkorea.

Bitte unterstützen Sie unsere humanitären Hilfsmaßnahmen in Nordkorea mit einer gezielten Spende. Vielen Dank!

      humedica e. V.
      Stichwort „Hungerhilfe Nordkorea“
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Bitte stehen Sie an unserer Seite und helfen uns, Menschen in Nordkorea die notwendige Unterstützung zukommen zu lassen. Herzlichen Dank! Foto: humedica

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