Schnelligkeit der Ärzteteams beeindruckend

Einsatz lohnt sich

Sie eint mehr als die praktische Weste in markantem Rot: Die Mitglieder der humedica-Ärzteteams bringen leidenschaftliches Engagement, eine profunde Ausbildung und eine tiefe Nächstenliebe ein. Sie sind das schlagende Herz der weltweiten Arbeit für Menschen in Not.

Die Basis der Katastrophenhilfe, Hoffnungsspender. Insbesondere in der Passionszeit erinnern wir uns nicht nur an den Kreuzestod Jesu, sondern auch bewusst an seinen Auftrag, dort hinzugehen wo die Not groß ist, zu teilen, Liebe in Form gezielter Hilfe zu verschenken. Unsere Ärzteteams sind Botschafter der Liebe Jesu.

Ehrenamt mit guter Vorbereitung
Reaktion nach Katastrophen innerhalb von 60 Minuten

Die humedica-Einsatzkräfte opfern nicht nur persönliche Freizeit und nehmen widrigste Umstände in Kauf.

Auch wenn es für Außenstehende nur schwer vorstellbar scheint, Menschen mit medizinischem Beruf sind sehr flexibel. In aller Regel dauert es nicht länger als 60 Minuten, bis sich die Helfer nach einer Alarmierung durch humedica zurückmelden, um eine Teilnahme an einem Katastropheneinsatz anzubieten.

Ja, ich möchte helfen und kann sofort starten!“ Kaum ein Satz löst in der Hauptzentrale Kaufbeuren größere Freude aus. Und die mehreren hundert potenziellen Einsatzkräfte starten alles andere als unvorbereitet. Die Teilnahme an den Trainingscamps, die humedica in diesem Jahr vier Mal anbietet, ist obligatorisch und äußerst sinnvoll. Im Rahmen intensiver theoretischer und praktischer Einheiten lernen und trainieren Menschen mit unterschiedlichen medizinischen Berufen gemeinsam mit Koordinatoren den Ernstfall.

Was ein Einsatz in roter Weste dann an positiven wie negativen Erfahrungen mit sich bringt und welche Motivation nötig ist, haben wir im Gespräch mit zwei erfahrenen Helfern abgefragt.

Im Gespräch mit Einsatzkräften
„Menschen strecken sich regelrecht nach unserer Hilfe aus“

Sie ist 32 Jahre jung, hervorragend ausgebildete Krankenpflegerin, engagiert und höchst motiviert, Menschen in Not zur Seite zu stehen. Überall auf dieser Welt. Er ist mit seinen 78 Lenzen mehr als doppelt so alt, aber nicht minder engagiert und aufgrund dieses Engagements bereits Träger des Bundesverdienstkreuzes.

Inna Warkentin und Dr. Günther Thomas stehen stellvertretend für hunderte medizinische Einsatzkräfte von humedica. Ihre Motivation, Höhen und Tiefen im Einsatz, bemerkenswerte Erfahrungen und ihre Wünsche für die Zukunft haben wir in einem telefonischen Doppelinterview abgefragt.

Was bringt einen Menschen dazu, sein Leben in Deutschland für einige Wochen oder auch Monate aufzugeben, um an einem unwirtlichen Ort dieser Erde unter schwierigsten Bedingungen zu helfen?

DR. GÜNTHER THOMAS: Es ist für mich eine Frage der Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft. Aus meiner Sicht ist das nur aus diesen Motiven umsetzbar. Mein Beruf gibt mir natürlich eine besondere Chance der Hilfe, aber grundsätzlich ist Nächstenliebe, die Liebe zu den Menschen wichtigste Bedingung für diesen sicherlich herausfordernden Job.

Die Nächstenliebe zu den Menschen ist für Dr. Günther Thomas die wichtigste Voraussetzung für seine Arbeit - wie hier bei der Behandlung von Gefängnisinsassen im Libanon. Foto: humedica

Jesus gibt uns in der Bergpredigt etwa bereits den klaren Auftrag zu helfen. Diese Hilfe ist seit vielen, vielen Jahren selbstverständlicher Teil meines Lebens und wird durch humedica umgesetzt.

INNA WARKENTIN: Diese Frage ist leichter mit einer Gegenfrage zu beantworten: „Warum sollte ich so etwas nicht tun?“ Ich bin gesund, habe die erforderliche Ausbildung um helfen zu können und habe keine Probleme mit diesen unwirtlichen Orten und deren Bedingungen.

Wenn ich die Möglichkeit zu einem Einsatz bekomme, dann ist für mich eher die Frage: „Warum nicht?“ Schließlich würde ich mir wünschen, dass es genug Leute gibt, die bereit wären, das Gleiche für mich und meine Familie und Freunde zu tun, sollten wir in Not geraten.

Ich würde niemals abstreiten, dass auch Abenteuerlust dazugehört. Ich möchte mich dieser Herausforderung Katastropheneinsatz bewusst stellen und sie bestehen.

Ihr habt beide schon einige Einsatzerfahrungen sammeln dürfen, was waren Eure persönlichen Höhepunkte?

INNA WARKENTIN: Da möchte ich eine kurze Anekdote aus dem Camp Melkadida erzählen. Auf unserem Grundstück durfte ich meine eigene Hühnerfarm gründen. Anfangs dachten meine Kollegen, das sei ein Scherz von mir. Spätestens als sie das Buch über Hühner bei mir sahen und als Erna als „Versuchshuhn“ bei uns im Compound einzog, merkten sie, dass es mir ernst war.

Die Verpflegung war eigentlich ganz gut, das war weniger der Grund. Für mich war es sehr wichtig, auch außerhalb von Arbeit, Schlafen und Wüste eine Beschäftigung und Abwechslung zu haben. Nachdem ich zurück war in Deutschland habe ich dann erfahren, dass es sogar Nachwuchs auf meiner Farm gab.

Der wirkliche Höhepunkt in meinem letzten Einsatz war aber die besondere Freundschaft mit der Hilfsorganisation JRS (Jesuit Refugee Service) und auch mit einigen Einheimischen.

DR. GÜNTHER THOMAS: Ich muss immer wieder an eine Situation denken, die mich sehr berührt hat. Nach dem Tsunami durfte ich in Sri Lanka helfen. Unter anderem haben wir dort auch Fischerfamilien mit einem neuen Boot unterstützt. Die Menschen waren unheimlich dankbar, das war wirklich bewegend. Mitten in einem riesigen Unglück haben wir diesen Familien Hoffnung schenken dürfen.

Insgesamt gab es viele Begegnungen, die mir immer wieder in den Kopf kommen. Menschen, die sich regelrecht nach uns und unserer Hilfe ausgestreckt haben.

Und die schmerzlichsten Erfahrungen?

INNA WARKENTIN: Die schlimmsten Erfahrungen habe ich ebenfalls im eben angesprochenen Flüchtlingscamp Melkadida an der äthiopisch-somalischen Grenze gemacht, wo humedica noch immer eine Gesundheitsstation unterhält.

In den insgesamt vier Monaten die ich 2011 und 2012 dort mitgearbeitet habe, musste ich erleben, wie drei Frauen an Kindbettfieber gestorben sind. Die Frauen kamen viel zu spät zu uns, entsprechend war eine Verlegung nicht mehr möglich, auch unsere sofort eingeleiteten Maßnahmen haben nichts mehr ausrichten können.

Sehr oft versterben Menschen in diesen Flüchtlingscamps an Krankheiten, die in Deutschland faktisch nicht mehr existieren oder schlicht und ergreifend mit einfachsten Mitteln zu beherrschen sind. Man rechnet in solchen Einsätzen schon mit solchen tragischen Situationen, aber es tatsächlich zu erleben ist schon recht ernüchternd und macht betroffen.

Die Menschen sterben dir manchmal eben auch aufgrund längst besiegter Erkrankungen unter den Händen weg. So etwas passiert in Deutschland einfach nicht mehr.

DR. GÜNTHER THOMAS: Gott sei Dank wurde ich in all den Einsätzen vor wirklich schlimmen Erfahrungen bewahrt. Es ist schon vorgekommen, dass wir aufgrund unserer eingeschränkten diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten, Patienten auch nur bis zu einem gewissen Punkt helfen können; das kann schon mal unbefriedigend sein.

Menschen mit Epilepsie beispielsweise; in Deutschland kann man diese Patienten medikamentös einstellen, an vielen entlegenen Orten unserer Einsätze ist das einfach nicht möglich, da müssen wir basismedizinisch bleiben. Das ist mitunter schwer zu akzeptieren.

Was zeichnet die Ärzteteams von humedica, diese besondere Form der Hilfe aus?

DR. GÜNTHER THOMAS: In erster Linie sind das die roten Westen (lacht). Im Ernst, uns zeichnet sicherlich die Schnelligkeit aus. Wir gehören immer zu den schnellsten Helfern, egal, wo sich weltweit eine Katastrophe ereignet.

Was mir auch sehr gut gefällt sind die persönlichen Freundschaften, die innerhalb der Teams entstehen. Ich habe in den Einsätzen tatsächlich Freunde gefunden. Dass ich für mein Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, ist eine Ehre, die ich stellvertretend für alle entgegennehme, die sich in ähnlicher Art und Weise für Menschen einsetzen.

INNA WARKENTIN: Das ehrenamtliche Moment ist aus meiner Sicht sehr wichtig. Die Menschen, die sich bei humedica engagieren, haben eine leidenschaftliche Motivation.

Die besondere Teamkonstellation ist auch etwas Besonderes. Man trifft sich unmittelbar vor Einsatzbeginn, kennt sich nicht, arbeitet aber in kürzester Zeit sehr gut zusammen, hält zusammen. Das sind sehr intensive Erfahrungen, aus denen dann sehr häufig auch tiefe Freundschaften entstehen.

Was sind Eure Wünsche für die Zukunft?

INNA WARKENTIN: Ich wünsche mir, dass humedica auch weiterhin derartig gut ausgebildete, motivierte Menschen in den Einsatz schicken wird. In einem tollen, funktionierenden Team lassen sich die eingangs angesprochenen widrigen Umstände sehr viel besser aushalten.

Gemeinsames Lachen hilft, tröstet, motiviert. Und natürlich wünsche ich mir eine Welt ohne Katastrophen und Krieg.

DR. GÜNTHER THOMAS: Die Arbeit, die wir im Rahmen der humedica-Ärzteteams leisten, ist von der Unterstützung der Bevölkerung in Deutschland abhängig. Ich kann da nur eine entsprechende Unterstützung in Form von Spenden erbitten. Darüber hinaus gilt mein Appell aber auch Kolleginnen und Kollegen, sich mit ihrer Profession und ihrer Passion einzubringen. Es lohnt sich, das kann ich versprechen!

Vielen Dank für das Gespräch und Euren Einsatz!

Bitte helfen Sie jetzt!
Verschiedene Formen der Unterstützung möglich

humedica braucht Freunde. humedica braucht ideelle Förderer und Geldspender. humedica braucht Mitstreiter. humedica braucht Beter.

Es gibt viele unterschiedliche Varianten der Unterstützung, alle sind unabdingbare Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung unserer Hilfe. Beispielsweise den seit Anfang des Jahres 2011 existierenden humedica-Reisefonds, dessen Ziel es ist, ehrenamtlichen Einsatzkräften durch finanzielle Unterstützung einen langfristig geplanten Einsatz für Menschen in Not zu ermöglichen.

Oftmals sind zwar Zeit und Wunsch zum Helfen da, aber nicht das Geld um Reisekosten für die Teilnahme an Projekten von humedica vollständig selbst zu zahlen. Hier kann der Fonds einspringen und auf Antrag bis zur Hälfte die Flug- und Reisekosten mitfinanzieren.

Mit den Worten von der Initiatorin des Reisefonds, Frau Dr. Astrid Offer, möchten wir Sie auch um Spenden für den Reisefonds für langfristig geplante Einsätze bitten: „Unterstützen sie humedica und helfen Sie mit, dass medizinische Teams aus Deutschland helfen können: menschliche Not zeitnah zu lindern, Lebensqualität zu verbessern und Leben zu retten!

      humedica e. V.
      Stichwort „Reisefonds
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Vielen Dank für Ihren Einsatz, jenen in der Vergangenheit und jede Form zukünftig. Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien ein gesegnetes Osterfest.

Zusammenhalt, Teamarbeit, Nächstenliebe: unterstützen auch Sie die Arbeit von humedica. Foto: humedica/Ruth Bücker

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