Vielleicht allein, aber nicht verlassen

Als Organisation mit einem Schwerpunkt auf medizinischer Katastrophenhilfe ist es das Ziel aller Anstrengungen von humedica, möglichst vielen Menschen zu helfen. Insbesondere im Katastrophenfall gelingt dies unseren ehrenamtlichen Teams sehr eindrucksvoll.

Im Rahmen unseres kurz- und langfristigen Engagements begegnen uns aber auch immer wieder Menschen, die aufgrund besonders schwieriger Umstände auf individuelle Unterstützung angewiesen sind. Eine Unterstützung, die mitunter gar über Leben und Tod entscheidet.

In diesen Situationen greifen wir auf unser Programm für Einzelfallhilfe zurück. Innerhalb der folgenden Zeilen möchten wir Ihnen einige Beispiele für diese wertvolle Arbeit vorstellen.

Äthiopien: Hüftoperation nach kompliziertem Bruch

Ehetokal Ayete ist 75 Jahre alt und lebt in Addis Abeba, der Hauptstadt Äthiopiens. Dieses Leben der älteren Dame war schon immer geprägt von Armut und einem regelrechten Überlebenskampf, der auch in ihrem fortgeschrittenen Alter täglich neu ausgefochten werden muss. Nach dem Tod ihres Mannes kümmert sich Ehetokal liebevoll um ihre Enkelin Ageria, deren Eltern beide ebenfalls verstorben sind.

Die 75-jährige Ehetokal Ayete hat die von humedica finanzierte Operation gut überstanden und ist wohlauf. Foto: humedica/Maren Kuchler

Der ohnehin schwierige Alltag dieser kleinen ungewöhnlichen Familie wurde vor einigen Monaten durch einen Unfall der Großmutter verschärft. Bei einem Sturz brach sich Ehetokal die Hüfte, sie musste in den folgenden Wochen liegen, konnte nur unter Schmerzen einige Minuten sitzen.

Für die 13-jährige Ageria eine tägliche Herausforderung und Belastung zugleich, sie musste sich um ihre Oma kümmern, konnte aus diesem Grund nur in einem entsprechend reduzierten Umfang in die von humedica angebotene Kindertagesstätte „Mercato“ gehen, wo sie nicht nur eine warme Mahlzeit bekommt, sondern auch gezielte Nachhilfe.

Den Mitarbeitern in der Tagesstätte fiel Ageria schnell auf, die bei ihren selteneren Besuchen traurig wirkte, hoffnungslos. In einem Gespräch erzählte das junge Mädchen schließlich von seiner Situation und seinen Sorgen um seine Oma Ehetokal. Schnell war klar, dass humedica Ageria und Ehetokal helfen würde, dennoch war dieses Vorhaben nicht leicht.

„Ehetokal hatte riesigen Respekt vor der dringend empfohlenen Operation“, erzählt Maren Kuchler, bei humedica verantwortlich für den Bereich Patenschaften und selbst vor wenigen Wochen noch in Äthiopien zu Gast. „Ihre Angst war, nach dem Eingriff nicht mehr aufzuwachen.“

Nach intensiven Gesprächen ließ sich Ehetokal dann aber doch überzeugen und wurde schließlich Ende Dezember 2011 operiert und wenige Tage später entlassen. Damit war die aus medizinischer Sicht gegebene Lebensgefahr gebannt, Agerias Oma geht es sehr gut.

Argentinien: Krebsbehandlung bei elfjährigem Mädchen

Ruth Bailon ist ein fröhliches junges Mädchen, das bereits seit 1999 im Kinderheim „Nueva Vida“ unseres Partners Neues Leben Südamerika e. V. lebt. Ihr junges Leben erfährt vor knapp zehn Monaten einen dramatischen Einschnitt, als Ärzte einen Tumor hinter ihrem Auge feststellen.

Hinter diesem ersten Befund verbirgt sich das so genannte Non-Hodgkin-Lymphom, eine bösartige Tumorerkrankung, die das elfjährige Mädchen in den folgenden Monaten durch verschiedene Operationen und Chemotherapien führt. Eine Tortur für Ruth, die zwischenzeitlich neun Kilogramm abnimmt und Phasen mit hohem Fieber übersteht, dabei aber permanent von einer Mitarbeiterin des Kinderheimes begleitet wird.

Dank der humedica-Einzelfallhilfe befindet sich die elfjährige Ruth wieder auf dem Wege der Besserung. Foto:

humedica wird im Frühjahr 2011 auf das Schicksal von Ruth aufmerksam und beschließt, die Behandlung Ruths in der renommierten Kinderklinik zu Buenos Aires finanziell zu unterstützen. Wir hoffen und beten für eine vollständige Genesung des Mädchens und freuen uns, dass wir mit unserem Programm für Einzelfallhilfe auch Ruth konkrete Hoffnung schenken dürfen.

Liebe Freunde und Förderer, gemeinsam stehen wir seit vielen Jahren Menschen in Not zur Seite. Wie eingangs bereits erwähnt versuchen wir dabei immer, möglichst vielen Betroffenen nachhaltig zu helfen.

Die beiden vorgestellten Fälle aus Äthiopien und Argentinien zeigen aber auf eindrucksvolle Art und Weise, dass wir auch immer wieder auf eine sehr sinnvolle Art und Weise individuell helfen können; zwei Arbeitsfelder, die sich gut ergänzen.

Wir möchten Sie freundlich bitten, mit einer gezielten Spende auch im vor uns liegenden Jahr 2012 Einzelfallhilfen möglich zu machen. Mit Ihrer Unterstützung heute werden wir einigen Menschen in diesem Jahr konkret helfen können. Vielen Dank für Ihren treuen Einsatz!

      humedica e. V.
      Stichwort "Einzelfallhilfe"
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Aktuelle Einzelfallhilfen

Die katholische Ordensschwester Catherine Bokini (37) aus dem Benin leidet unter einer Zyste an der Wirbelsäule, die Lähmungserscheinungen an den Beinen verursacht. Nach einem ersten MRT (Magnet-Resonanz-Tomographie, eine diagnostische Technik zur Darstellung der inneren Organe, Gewebe und Gelenke mit Hilfe von Magnetfeldern und Radiowellen) im vergangenen Jahr benötigt Schwester Bokini nun eine Nachuntersuchung in Deutschland, danach muss sie möglicherweise hier operiert werden.

Muriel Christian (20) aus Haiti verlor durch das Erdbeben ein Bein. Weil der Stumpf nicht verheilte, bezahlte humedica eine Nachoperation.

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