humedica startet Hilfsmaßnahmen in der Zentralafrikanischen Republik

Auch Amtssprache kann sehr deutlich und unmissverständlich sein: "Angesichts fortdauernder sehr hoher Sicherheitsrisiken und wieder aufflammender Kampfhandlungen warnt das Auswärtige Amt vor Reisen in die Zentralafrikanische Republik." Eine Einschätzung, die Margret Müller und Raphael Marcus nach ihrer Erkundungsreise vor wenigen Tagen bestätigen und ausweiten.

Trotz dieser schwierigen und gefährlichen Umstände wird humedica Hilfsmaßnahmen in der Zentralafrikanischen Republik starten; tausende Menschen befinden sich in einer existenziellen Notsituation, das Ausmaß der Gewalt ist mit Worten kaum zu beschreiben.

Ein mehr als religiös motivierter Konflikt

"Rebellion und Gegenrebellion"

Es ist plastischer und aus populistischer Sicht möglicherweise auch plausibler, weil kompatibel zum aktuellen Weltgeschehen, den Konflikt in der Zentralafrikanischen Republik auf religiöse Motive zu reduzieren. Muslimische Milizen bekämpfen Christen. Christen attackieren Muslime. Faktisch ist die Ausnahmesituation in und um die Hauptstadt Bangui sehr viel mehr als nur religiös motiviert, oder ethnisch.

Langjährige Beobachter, wie zuletzt der Direktor des Jesuitenflüchtlingsdienstes (JRS), Peter Balleis, sprechen von einem Kreislauf aus "Rebellion und Gegenrebellion".

Da es keinem, wie auch immer ethnisch oder religiös geprägtem Machthaber gelingen will, wahrscheinlich auch kann, die wirtschaftliche Situation und sozialen Probleme zu kontrollieren und nachhaltig zu verbessern, wird dieser Kreislauf dauerhaft befeuert.

Balleis stellt in der ZEIT nüchtern fest, dass Frieden und eine Entwicklung Langzeitprojekte seien, die nur über Demokratie und Bildung zu erreichen seien. Zukunftsmusik also.

Noch ist aber Gegenwart und die Gegenwart bringt Chaos und unvorstellbare Gewalt. Eskaliert ist die Situation bereits im vergangenen Jahr als das Rebellenbündnis Seleka putschte und der Staatschef Bozize seines Amtes enthoben wurde.

Rebellenführer Djotodia wurde neuer Präsident, Anlass für leider andauernde, landesweite, brutale Konflikte zwischen den beteiligten Parteien. Die regionalen Konflikte in den Nachbarländern Südsudan und Kongo tragen zur wirtschaftlichen und politischen Instabilität bei.

Zunächst Verteilung von Hilfsmitteln

Unvorstellbare Bedingungen in den Camps

"Wir haben Flüchtlingscamps gesehen und sind erschüttert", berichten die erfahrenen humedica-Koordinatoren Margret Müller und Raphael Marcus. "Vor allem Kinder leiden unter diesen menschenunwürdigen Bedingungen, zudem treffen auch in den Camps die verfeindeten Gruppierungen aufeinander, immer wieder kommt es zu brutalen Gewaltexzessen, die Lage ist außer Kontrolle geraten!"

Gut eine Woche dauerte die Erkundungsexpedition der Beiden, das Ergebnis ist klar: humedica wird Hilfsmaßnahmen starten! Die widrigen Umstände und die nicht kalkulierbare Sicherheitssituation verlangen indes nach einer sorgfältigen Planung und gezielten Aktionen.

"Momentan arbeiten wir sehr intensiv an einem Plan, wie Hilfsgüterverteilungen in Flüchtlingscamps umzusetzen sind. Dabei gilt es nicht nur die akuten Sicherheitsfragen zu beachten, sondern auch logistische Herausforderungen zu meistern", erklärt Raphael Marcus, der das Projekt für die Abteilung Internationale Projekte und Programme übernommen hat.

Und die ehrenamtliche Koordinatorin Margret Müller ergänzt: "Wir haben mit unseren Augen großes Leid sehen müssen, Hilfe wird in diesem Land dringend gebraucht. Ich vertraue den humedica-Förderern, dass sie unseren Auftrag mit ihrer Unterstützung bestätigen!"

Liebe Freunde und Förderer, Krieg gebiert Krieg, Gewalt gebiert Gewalt. Auch wir glauben, dass Frieden und wirtschaftliche Stabilität nur langfristig realistische Ziele sind. Kurzfristig brauchen tausende Menschen konkrete Hilfe und wir sind imstande, diese Hilfe allen Widrigkeiten zum Trotz zu leisten.

Wir bitten Sie freundlich, uns auf diesem Weg zu begleiten und gezielt zu unterstützen. Bitte stehen Sie auch in der Zentralafrikanischen Republik an unserer Seite!

      humedica e. V.
      Stichwort "Zentralafrikanische Republik"
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

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