„Hoffnung darf niemals so knapp werden wie das Essen“

Die Frankfurter Rundschau brachte die Situation für Millionen von Menschen am Horn von Afrika vor wenigen Tagen auf diesen Punkt. Die Welt ist verpflichtet, den ohne eigenes Verschulden in Not geratenen Menschen am Horn von Afrika zu helfen.

Diese Kinder sind in Dollo Ado in einem der zahlreichen Flüchtlingslager untergekommen. Foto: humedica/Daria Napieraj

humedica beobachtet die Situation insbesondere in Äthiopien bereits seit einigen Monaten und hilft seit mittlerweile sechs Wochen konkret medizinisch und im Rahmen der ersten Hilfsgüterlieferung, die überhaupt deutschen Boden verlassen hat.

Die Zahlen rund um die aktuelle Hungerkatastrophe am Horn von Afrika sind nicht alarmierend, sie sind schockierend: Dass elf Millionen Menschen in fünf Ländern betroffen sind, wie viele seriöse Quellen berichten, darf mittlerweile als vorsichtige Schätzung betrachtet werden.

Dass alle sechs Minuten in dieser Region ein Kind an den Folgen der existenziellen Situation verstirbt, muss uns alle sehr traurig machen. Es ist die furchtbare Konsequenz einer Tragödie, die ein umfassendes internationales Eingreifen erfordert.

humedica ist sich dieser Verantwortung bewusst und hat in den vergangenen Wochen ein vielfältiges Hilfsprogramm initiiert, das einen langfristigen und entsprechend nachhaltigen Einsatz vorsieht.

Konkrete Hilfsgüterlieferungen an verschiedene somalische Grenzregionen

Es war der erste deutsche Hilfsflug ans Horn von Afrika. Als am 30. Juli 2011 eine mit 30 Tonnen dringend benötigten Gütern vollgepackte Douglas DC-8 vom Münchner Flughafen in Richtung Nairobi abhob, war ein erstes Zeichen gesetzt: Hilfe ist unterwegs und wir werden in unseren Bemühungen nicht nachlassen.

„Wir“ steht für eine starke Allianz zwischen Sternstunden e. V., der Benefizaktion des Bayerischen Rundfunks, und humedica. Mehr als 12 Millionen Euro hatten die Hörerinnen und Hörer des BR an einem speziellen Sternstundentag für Ostafrika gespendet und humedica damit die Chance gegeben, besagten Flug mit Hilfsgütern zu organisieren.

Verladung eines Teiles der Güter des humedica-Hilfsfluges in Kenia. Foto: humedica/Florian Klinner

Geschäftsführer Wolfgang Groß und Projektmitarbeiter Florian Klinner begleiteten die Reise nach Kenia persönlich, um den Weitertransport in verschiedene betroffene Gebiete zu organisieren und die Verteilungen zu überwachen. Anlaufstellen waren die Region Wajir und die durch intensive Berichterstattung bekannten Camps rund um Dadaab. Beide Gebiete liegen im kenianisch-somalischen Grenzgebiet.

Beide Mitreisenden zeigten sich nach ihrer Rückkehr tief getroffen von den dramatischen Verhältnissen. „Diese Bilder verschwinden nicht einfach wieder aus dem Kopf“, betont der erfahrene Katastrophenhelfer Wolfgang Groß. „Es ist schrecklich, vor allem die Kinder leiden zu sehen. Gleichzeitig sind diese traurigen Erfahrungen eine große Motivation, auch dann noch weiterzumachen, wenn man denkt, keine Kraft oder Möglichkeiten mehr zu haben.

Neben diesen bereits erfolgten Verteilungen plant humedica, dank der andauernden Unterstützung von Sternstunden e.V. und der großzügigen Spenden durch eigene Freunde und Förderer sowie vieler gezielter Sachspenden, weitere Lieferungen in verschiedene Regionen.

Diese werden allerdings nicht mehr in einem Charterflug ins Katastrophengebiet gebracht, sondern per Stückguttransport und im Rahmen einer Containerlieferung. Im Gespräch sind in diesem Zusammenhang nicht nur Ziele im kenianisch- oder äthiopisch-somalischen Grenzgebiet, sondern auch in Somalia selbst.

Unterdessen konnte im ostafrikanischen Dschibuti, wo mehr als 160.000 Kinder, Frauen und Männer hungern, ebenfalls eine erste Verteilung von unserem lokalen Partner Nehemia durchgeführt werden.

Das Land mit einer flächenmäßig ähnlichen Größe wie Hessen hat zwar kaum mit Flüchtlingsströmen aus den Nachbarländern zu kämpfen, knapp 500.000 massiv unterversorgte Menschen im eigenen Land bedeuten aber dennoch eine große Herausforderung. 70 Familien aus der Region Dikhil, 150 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Djibouti gelegen, wurden im Rahmen dieser ersten Verteilung mit Hilfspaketen bedacht.

Insgesamt sollen 300 Familien, die von kritischer Unterernährung betroffen sind und in Flüchtlingslagern leben, zunächst therapeutische Zusatznahrung und allgemeine Lebensmittel erhalten; darüber hinaus auch Hygieneartikel, Kleidung, Wasserbehälter und weitere benötigte Alltagsgüter.

Angesichts der Ausmaße der Katastrophe ist diese Form der Hilfe ein wichtiges Standbein, um die Situation der betroffenen Menschen kurzfristig zu verbessern, um dann langfristig mit weiterführenden Projekten eine Zukunft zu ermöglichen.

Im Zentrum des humedica-Engagements: medizinische Teams

Schlechte oder fehlende Ernährung setzt bei Menschen einen dramatischen Kreislauf in Gang: Das Immunsystem wird mit jedem Tag stärker in Mitleidenschaft gezogen, der Körper verliert die Kraft zu überleben. Besonders betroffen sind in diesem Fall immer Kinder, Frauen, vor allem Schwangere, und alte Menschen. Aber auch ein erwachsener Mann hat andauerndem Hunger nicht viel entgegenzusetzen.

Geschwächt durch die Unterernährung, können auch normalerweise harmlos verlaufende Krankheiten schnell zur Lebensbedrohung werden. Foto: humedica/Sven Ramones

Neben den angesprochenen Hilfsgüterlieferungen bleiben die humedica-Ärzteteams der wohl wichtigste Faktor unserer gezielten Hilfe. Die Wiederaufnahme von Nahrung funktioniert im Rahmen des beschriebenen Hungerkreislaufs selten ohne Probleme. Eine medizinische Betreuung ist entsprechend unabdingbar, auch um Nebenwirkungen des Hungers, etwa Krankheiten verschiedenster Art, begegnen zu können.

Während Sie diese Zeilen lesen, hat bereits unser drittes medizinisches Einsatzteam seine Arbeit in Lagern rund um Dollo Ado aufgenommen. Neben den beiden Koordinatoren Stefan Herla (Fürstenfeldbruck) und Sven Ramones (Traunstein) werden die beiden Ärztinnen Anja Fröhlich (Hannover) und Mechthild Wortmann (Ankum) sowie Krankenschwester Irmgard Römpp (Beuren) die Hilfe umsetzen.

Beginnend Mitte Juli hatten die ersten beiden Einsatztrupps hervorragende Vorarbeit geleistet. Bereits die Pioniere des ersten Teams hatten kurz nach Ankunft an der äthiopisch-somalischen Grenze rund um die Stadt Jijiga in fünf Flüchtlingscamps Behandlungen durchführen und wichtige Erkundungen in Dollo Ado machen können.

Weil die Not groß ist und der Bedarf kaum abzusehen, wird es in den kommenden Wochen und Monaten weitere medizinische Einsätze im äthiopisch-somalischen Grenzgebiet geben; möglicherweise auch an anderen Brennpunkten dieser Katastrophe.

Hilfe darf nicht aufhören

Zunächst gilt Ihnen, liebe Freunde und Förderer, unser herzlicher Dank für jede bereits erfolgte Unterstützung. Danke, dass Sie einmal mehr an unserer Seite stehen und unsere Katastrophenhilfe möglich machen.

Wir möchten Sie herzlich bitten, uns diese Chance auch in den kommenden Wochen und Monaten zu geben. Unsere Hilfe darf nicht aufhören, weil die vielen Menschen am Horn von Afrika davon abhängig sind, existenziell abhängig. Danke für jede Form Ihrer Unterstützung.

      humedica e.V.
      Stichwort "Hungerhilfe Afrika"
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Danke für Ihre bisherige Unterstützung. Danke, für all die folgende. Foto: humedica/Daria Napieraj

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