Wie viel Leid kann der Mensch ertragen?

Es sind die ersten wärmeren Tage des Frühlings 2013. Die Sonne bricht sich Bahn und nach einem viel zu langen Winter bekommen die Menschen endlich wieder eine Vorstellung davon, wie schön der Sommer werden wird.

Kriegstrümmer prägen das Stadtbild von Aleppo. Nicht nur für Kinder ein schlechter Ort zum Leben. Foto: humedica

Die Schlagzeilen sind bestimmt von der Angst vor einer eskalierenden Situation auf der koreanischen Halbinsel, einem hinterhältigen Anschlag auf die älteste Laufveranstaltung der Welt, den Boston Marathon, und auch von der andauernden Wirtschaftskrise im südlichen Teil Europas.

Dass in Syrien auch weiterhin gekämpft wird, gestorben, dass zehntausende ihre Heimat verlieren hat für den Rest der Welt den Charakter einer Wettervorhersagen bekommen: es gehört zu den abendlichen Hauptnachrichten dazu. Irgendwie.

Das Leid hinter den sich wiederholenden Schlagzeilen ist nicht greifbar, es bleibt abstrakt, trotz mitunter verstörender Bilder. Ob der sich täglich negativ entwickelnden Situation muss man allerdings die Frage stellen, wie viel Leid der Mensch ertragen kann.

Gemeinsamer Appell von fünf UN-Organisationen
5 Millionen Menschen vertrieben

Es ist ein Ereignis recht seltener Einigkeit, dass gleich fünf Organisationen der Vereinten Nationen, darunter das Flüchtlingswerk UNHCR und das Welternährungsprogramm WFP, die internationale Gemeinschaft dringlich dazu aufrufen, ihrer Verantwortung für die Menschen in Syrien wahrzunehmen und die Zukunft der Region sicherzustellen.

Nach offiziellen Angaben der UNO sind seit Ausbruch der Kämpfe im Frühjahr 2011 rund 70.000 Menschen gestorben, die Zahl der Verletzten ist nicht bekannt, dafür schätzen die Experten in New York, dass fünf Millionen Menschen aus ihrer unmittelbaren Heimat vertrieben wurden, mehr als eine Million von ihnen flohen in die Nachbarländer Türkei, Jordanien, Libanon und sogar in den Irak.

Die Zeilen aus dem Hauptquartier der Weltgemeinschaft klingen fast schon nach einer Rüge, und lassen vermuten, dass die Hoffnung auf ein schnelles Ende des großen Leids von Tag zu Tag weniger wird. Die Hilfsorganisationen versuchen unterdessen, auch unter widrigsten Umständen Hilfe zu den Menschen zu bringen.

Die Situation erinnert mich mittlerweile ein wenig an den Bürgerkrieg in Sri Lanka, der erst nach mehr als 26 blutigen Jahren ein Ende fand“, analysiert humedica-Geschäftsführer Wolfgang Groß nach seiner Rückkehr von einer Projektreise in den Libanon.

Die Vereinten Nationen berichten von 5,5 Millionen Syrern, die auf humanitäre Hilfe angewiesen sind; es ist höchste Zeit, dass wir unsere Maßnahmen weiter intensivieren. Wir dürfen nicht noch einmal 26 Jahre auf das Ende eines Krieges warten.

Gezielte Hilfe in Syrien und dem Libanon
Mobile medizinische Einsätze und Hilfsgüterverteilungen

Es waren durchaus schwierige Bedingungen, unter denen die humedica-Helfer Patrick Khamadi, Dr. Markus Hohlweck und Klaus Ruhrmann im November 2012 in den Norden Syriens einreisten, um die Situation in der Region Aleppo persönlich zu eruieren.

Sie trafen auf Menschen in kaum vorstellbaren Notsituationen, erkannten die angesichts der schwierigen Sicherheitslage möglichen Hilfsmaßnahmen und kamen zwei Monate später mit 9.000 warmen Decken und anderen wichtigen Hilfsgütern zurück.

Parallel hatte humedica in Zusammenarbeit mit den beiden Bischöfen der Syrisch-Orthodoxen Kirche, Seine Exzellenzen Shahan Sarkisian und Armash Nalbandian, auch Hilfsgüterverteilungen in der umkämpften Stadt Aleppo direkt umsetzen können.

Weitaus intensiver gestaltet sich das Engagement in der Bekaa-Ebene im Nachbarland Libanon bereits seit Mitte vergangenen Jahres. Im Rahmen mobiler Kliniken betreuen humedica-Teams bis heute Flüchtlinge, versorgten sie in den vergangenen Monaten zudem mit dringend benötigten Gütern.

Leider scheint die Zahl der Vertriebenen zu steigen, wie unser mittlerweile zurückgekehrter Koordinator im Libanon vor wenigen Tagen in einem Bericht feststellte: „Der Zustrom syrischer Flüchtlinge hinterlässt auch hier seine Spuren. Allein in der letzten Märzwoche haben sich über 5.000 Neuankömmlinge bei dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen im Bekaa-Tal gemeldet.

Wie viele tatsächlich in den Libanon geflohen sind, weiß keiner genau. Die bis zur ersten Aprilwoche gemeldeten gut 420.000 syrischen Flüchtlinge für den gesamten Libanon sind weniger als die Hälfte der in den vergangenen zwei Jahren tatsächlich in das Land geflohenen Nachbarn. Ihre Gesamtzahl wird auf etwa 900.000 geschätzt.“

Diese Entwicklung wirkt sich entsprechend auf die Patientenzahlen aus. In der zweiten Märzhälfte bis einschließlich Anfang April wurden 645 Patienten behandelt, darunter viele Jugendliche unter 18 Jahren.

Heute bitten wir erneut um Ihre Hilfe
Das Leid muss ein Ende haben!

Unsere Einsatzkräfte geben unter schwierigen Bedingungen ihr Bestes, Tag für Tag. Es ist uns leider nicht möglich, den Krieg zu beenden, aber es ist unsere Verantwortung, den geflohenen und vertriebenen Menschen aus Syrien zu helfen, ihnen zur Seite zu stehen, sie zu trösten, zu versorgen.

Bitte geben Sie uns mit Ihrer Spende die Chance dazu. Lassen Sie uns gemeinsam ein Zeichen setzen für Frieden, Hoffnung und Zukunft in Syrien. Lassen Sie uns gemeinsam dafür Sorge tragen, dass die Menschen dort nicht vergessen werden.

      humedica e. V.
      Stichwort „Syrische Flüchtlinge
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

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