Reisefonds ermöglicht Menschen mit medizinischen Berufen Einsätze

Sie wurde für ihr vielfältiges Engagement ausgezeichnet und hat sich gerade aus diesem Grund gegen eine eigene Nutzung des damit verbundenen Preisgelds entschieden. Dr. Astrid Offer aus Köln setzte mit den 5.000 Euro, mit denen der renommierte Jab Anstoetz Award dotiert ist, einen neuen Kreislauf der Hilfe in Gang:

Mit dem von ihr gegründeten Reisefonds werden Einsatzkräfte unterstützt, die sich aufgrund ihrer finanziellen Umstände nicht in Helferteams einbringen könnten. Wie wertvoll jedoch insbesondere dieses Engagements ist, möchten wir Ihnen in dieser aktuellen Ausgabe unseres Infobriefs vorstellen.

Von Kolumbien bis Madagaskar: Dringende Hilfe in Gefängnissen weltweit

Seit vielen Jahren führt humedica medizinische Gefängnis-Einsätze mit der Hilfsorganisation Prison Fellowship International (PFI) durch. Mit jeder dieser Reisen auf unbekanntes Terrain bestätigen uns die Teilnehmer die Wichtigkeit ihrer Arbeit und die Nachhaltigkeit ihrer Erfahrungen.

Welches Vergehen dieser Häftling schließlich ins Gefängnis brachte, ob er zu Recht einsitzt oder absolut unschuldig ist, spielt bei den Behandlungen keine Rolle. Foto: humedica/Sonja Küster

Welche Vergehen die Häftlinge schließlich ins Gefängnis brachten, ob sie zu Recht einsitzen oder absolut unschuldig sind, spielt bei den Behandlungen keine Rolle, bestätigt auch die Ärztin Dr. Sonja Küster (Freudenstadt), die vor wenigen Wochen von ihrem bereits dritten PFI-Einsatz zurückkehrte: „Wichtig ist in erster Linie, dass die Menschen medizinische Hilfe und Zuwendung bekommen!

Insbesondere diese Hilfe fehlt Häftlingen in vielen Ländern unserer Erde komplett. Die Umstände und Bedingungen in den Gefängnissen sind mitunter kaum zu beschreiben. Diese Rückmeldung gehört ebenfalls zu den häufigsten; entsprechend ein wichtiger Motivationsgeber für die Weiterführung und Intensivierung der Arbeit von Prison Fellowship und humedica.

Ziel dieser Zusammenarbeit ist es außerdem, einheimische Mediziner in ihren Bemühungen zu unterstützen und sie zu motivieren, die Menschen in Gefängnissen nicht zu vergessen. Dazu beitragen soll auch das Interesse der lokalen Medien, die über helfende ausländische Ärzte in den eigenen Haftanstalten gerne und intensiv berichten.

Leider hat sich die Zahl der interessierten Mediziner an einem solchen Einsatz in den vergangenen Monaten verringert, der Bedarf ist aber tendenziell eher gestiegen. „Im Gegensatz zu unserer Katastrophenhilfe müssen die Einsatzkräfte ihre Reisekosten selbst tragen, da uns für diese Hilfsmaßnahmen nicht in ausreichendem Maße zweckgebundene Spenden zur Verfügung stehen“, erklärt humedica-Geschäftsführer Wolfgang Groß.

Wir sind sehr dankbar, dass Frau Dr. Offer uns mit der Einrichtung eines Reisefonds die Chance gibt, finanziell weniger gut gestellten medizinischen Helfern wie Krankenschwestern, Pflegern, Physiotherapeuten oder auch Berufsanfängern und Auszubildenden einen Einsatz zu ermöglichen.“

Die Hälfte der Reisekosten von oft mehreren einhundert Euro kann, die Erfüllung bestimmter Auflagen vorausgesetzt, nach einem entsprechenden formlosen Antrag aus dem Reisefonds bestritten werden. Spendenunterstützung wird jedoch nicht nur für die Übernahme der Reisekosten dringend benötigt.

Medikamente und medizinischer Bedarf: Große Schritte mit einfachsten Mitteln

Gibt es in vielen Gefängnissen weltweit keine medizinische Betreuung, fehlt konsequenterweise in aller Regel auch die Versorgung mit Arzneimitteln. Hautkrankheiten, Atemwegserkrankungen, Magen-Darm-Beschwerden, Wurmbefall und Parasiten, Malaria, Cholera oder Tuberkulose gehören zu den Krankheitsbildern, die Dr. Petra-Marina Keffel aus Wernigerode in ihren bisher fünf PFI-Einsätzen häufig behandeln musste.

Dr. Petra Kranz-Ries bei der Medikamentenausgabe in einem Gefängnis auf Madagaskar. Foto: humedica

Manche dieser Erkrankungen bedeuten für die Betroffenen eine ernste, weil möglicherweise dauerhafte Gesundheitsgefährdung. Andere Beschwerden hingegen lassen sich oft durch eine Gabe von Medikamenten, die in Deutschland etwa zum Standard gehören, gänzlich beseitigen.

Für die Gefangenen in vielen Haftanstalten sind die Helferteams von humedica und Prison Fellowship der einzige Zugang zu medizinischer Rundumversorgung. Bei ihren Bemühungen haben die Einsatzkräfte immer auch die Familien der Häftlinge und das Gefängnispersonal im Blick. Nicht selten ist deren Gesundheitszustand ebenso auf einen ärztlichen Eingriff angewiesen.

Für alle Patienten indes haben die Einsatzkräfte immer ein offenes Ohr. „Einige Menschen haben uns bewegende Geschichten erzählt“, erinnert sich Medizinstudentin Susanne Hausmann aus Würzburg. „Sie fühlen sich ausgestoßen und verlassen, in manchen Fällen ist die Schuldfrage gar nicht endgültig geklärt. Andere warten auf einen Prozess, der niemals stattfinden wird.

Seit 1979 steht humedica Menschen in Not zur Seite. Zu dieser wichtigen Aufgabe zählen wir auch die Versorgung von Häftlingen in den Gefängnissen unserer Erde. Wir möchten alle unsere Freunde und Förderer freundlich um Unterstützung dieses Arbeitszweiges bitten.

Eine gezielte Spende in unseren Reisefonds ermöglicht auch gering verdienenden Helfern einen Einsatz. Gelder benötigen wir zudem zur Beschaffung von Medikamenten und Erfüllung des medizinischen Bedarfs für diese nachhaltige Projektarbeit. „Ich bekomme jedes Mal weit mehr als das zurück, was ich an Zeit, Kraft und Geld investiert habe“, weiß Dr. Sonja Küster. Jeder von uns hat die Chance einzugreifen. Bitte stehen Sie an unserer Seite! Vielen Dank.

      humedica e. V.
      Stichwort "PFI" bzw. "Reisefonds"
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Danke an all unsere Unterstützer und die medizinischen Einsatzkräfte, die ihr Geld und ihre Freizeit in die Behandlung von Gefängnisinsassen investieren. Foto: humedica

Ihr Browser ist veraltet!

Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um diese Website korrekt darzustellen.

Den Browser jetzt aktualisieren×