Hintergrund:

Warum 2018 trotz aller Herausforderungen viel Hoffnung machte

Bitte unterstützen Sie humedica mit Ihrer Weihnachtsspende

HILFE FÜR MENSCHEN IN NOT WIRD IMMER BESSER

Medien funktionieren seit Jahrzehnten über den geflügelten Satz von den schlechten Nachrichten, die eigentlich gute sind, weil sie sich verkaufen. Wir Menschen sind auf seltsame Weise fasziniert von den negativen Dingen, die sich in unserem unmittelbaren und mittelbaren Umfeld ereignen. Aus der Psychologie wissen wir, dass diese Eigenschaft auf dem Umstand einer Art Erleichterung basiert, nicht selbst von dem Unglück getroffen worden zu sein, sondern eben jemand anderes. Wir steigen bewusst auf diese Weise in unseren Weihnachtsbrief ein, weil die beschriebenen Umstände für uns in diesem Jahr hohe Relevanz haben: Ja, wir sehen uns mit einer Menge negativer Nachrichten konfrontiert, aber, nein, das ist längst kein vollständiger Rückblick, denn zur Wahrheit gehört auch: Die Hilfe für Menschen in Not wird immer besser. Dieses Jahr 2018 steht auch für eine Menge Hoffnung.

Es ist uns wichtig, Jahr für Jahr an diesen Tagen rund um den 1. Advent innezuhalten, um gemeinsam mit Ihnen noch einmal auf die vergangenen Monate zu schauen. Was hat uns an Katastrophen und Aufgaben besonders herausgefordert? Wo konnten wir konkret helfen? Wie wirkt diese unsere Hilfe nach? Und wie verändern sich eigentlich die Umgebungsbedingungen in der humanitären Hilfe?

Gleichzeitig ist es immens wichtig, mit Stolz auf die zurückliegenden Engagements zurückzublicken: perspektivische Hilfe ist möglich, Kreisläufe der Not und der Armut sind mit klugen Projekten zu durchbrechen und selbst Katastrophen lassen sich bisweilen deutlich effizienter vorhersagen und anschließend effektiv bekämpfen.

humedica-Mitarbeiter bei der Zertifizierung zum Emergency Medical Team

Um zukünftig noch besser Hilfe leisten zu können, hat sich humedica im Juni 2018 als drittes deutsches Team von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Emergency Medical Team zertifizieren lassen. Foto: humedica

Einer Rückschau wohnt zudem die Möglichkeit inne, neue Aufgaben zu erkennen, neue Herausforderungen anzugehen und den eigenen Blick zu schärfen. Bevor es in Schlaglichtern losgeht, möchten wir uns unbedingt bei all unseren Freunden und Förderern von ganzem Herzen für Ihre Treue und für Ihren Einsatz bedanken. Jede Unterstützung betrachten wir als Auftrag, freundliche Begleitung als Kraftquelle, jeden Zuspruch als große Motivation. Lassen Sie uns gemeinsam auf ein ereignisreiches, bewegtes Jahr 2018 zurückschauen, in dem unser Engagement erneut weltweit Spuren hinterlassen hat. Voller Mut und Kraft und Zuversicht gehen wir das vor uns liegende Jahr an.

Katastrophen im Sommer und Herbst

Indien, zwei Mal Indonesien, Philippinen

Leider gibt es auch für Katastrophen eine Saison. Dies gilt selbstverständlich längst nicht für alle Vorfälle, Erdbeben etwa bleiben nicht prognostizierbar, dennoch lassen sich andere sehr gut vorhersagen und auf eine gewisse Art und Weise auch vorbereiten. Die Sturmsaison im pazifischen wie atlantischen Einzugsgebiet ereignen sich in aller Regel zwischen August und November und so ist es weniger eine Frage, ob der nächste Hurrikan immer wieder die gleichen Regionen trifft, sondern wann es wieder so weit ist.

2018 traf es erneut die Philippinen. Bereits vier Tage vor seinem sogenannten „Landfall“, dem Auftreffen des gewaltigen Sturms auf Festland, war „Mangkhut“ auf dem Radar der Wetterforscher zu sehen. Und deren Warnungen wurden von den realen Kräften des Sturms bei weitem übertroffen: Mit Windgeschwindigkeiten jenseits der 250 Stundenkilometer zerstörte der Supertaifun alles, was sich ihm in den Weg stellte. humedica war auf diese Situation vorbereitet und reagierte umgehend. Mit Christiane Bähr (Flensburg) und dem Bremer Arzt Felix Mittag wurden zwei erfahrene Einsatzkräfte in die betroffene Region entsandt, die gemeinsam mit dem lokalen Partner PHILRADS medizinische Hilfe und Hilfsgüterverteilungen realisierten.

Familie vor zerstörtem Haus auf den Philippinen.

Das Haus der vierköpfigen Familie war durch den Taifun Mangkhut vollständig zerstört worden. Nur drei Tage später war es dank gut organisierter Wiederaufbaumaßnahmen behelfsmäßig bereits wieder bewohnbar. Foto: PHILRADS

Nicht vorhersehbar, kaum vorzubereiten, verheerend: Erdbeben folgen geographisch zwar bestimmten Mustern, sind bei allen weiteren Umständen aber unberechenbar. Gleich zwei Mal wurde Indonesien im Spätsommer und Herbst von zwei Hauptbeben getroffen. Zunächst die Ferieninsel Lombok, später mit besonderer Härte aufgrund eines durch die Heftigkeit des Bebens ausgelösten Tsunamis auch die Region Sulawesi im Norden des Landes.

Auch hier konnte humedica gleich zwei Mal schnell und unbürokratisch reagieren. Gut ausgebildete Ärzteteams erreichten das Land nur wenige Stunden nach den Erdstößen und konnten wichtige Hilfe leisten. Auch hier war die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern von entscheidender Bedeutung.

humedica-Einsatzkraft Dr. Markus Hohlweck beim Einsatz auf Sulawesi.

humedica-Einsatzkraft Dr. Markus Hohlweck hilft nach dem Erdbeben und Tsunami auf Sulawesi den Betroffenen rund um Palu. Foto: humedica/Karya Alpha Omega Foundation

Mit einer Menge Stolz erfüllte uns der erste Einsatz eines Ärzteteams unserer Tochterorganisation humedica India. Heftige Regenfälle hatten im südindischen Bundesstaat Kerala großflächige Überschwemmungen verursacht, zehntausende Menschen waren unmittelbar betroffen und auf Hilfe angewiesen. Rund um Vandiperiyar versorgte unser Team hunderte Menschen medizinisch, übergaben Lebensmittel- und Hilfsgüterpakete an rund 2.000 Haushalte, die von der Katastrophe besonders hart getroffen worden waren.

Aktuelle Situation: Insbesondere in Indonesien geht unser Engagement über den lokalen Partner Karya Alpha Omega Foundation weiter: Hilfsgüterverteilungen wurden im Anschluss an die medizinischen Versorgungsleistungen zur wichtigsten Stütze, mittlerweile sind wir in der Planung zu Wiederaufbauprojekten, was angesichts der gewaltigen, großflächigen Zerstörungen aber noch eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen wird. Auf Lombok ist der Bau von sanitären Einrichtungen auf den Weg gebracht. Im Blick haben wir die sich verändernde Situation auch in Indien, wo weitere Aufbaumaßnahmen möglich sind, aber nicht gestartet wurden.

Vorbild Sri Lanka

Lernzentren und der durchbrochene Kreislauf

Neben Not- und Katastrophenhilfe spielen auch Projekte der Entwicklungszusammenarbeit eine zentrale Rolle für uns, etwa in Sri Lanka. Kaum einer hätte das noch vor wenigen Jahren für möglich gehalten: Das von knapp 30 Jahren Bürgerkrieg regelrecht zerfressene Land hat sich zu einem Vorbild entwickelt für Projektarbeit, die durch ihre Nachhaltigkeit Kreisläufe der Armut durchbrechen und sichtbare Früchte tragen. Die Fokussierung der Bedarfe der Hilfeempfänger und ein motiviertes, gut ausgebildetes Team sind zwei Schlüssel auf dem Weg zum Erfolg.

Beispielhaft für die nachhaltigen Spuren, die humedica-Projekte im Land hinterlassen sind unsere Lernzentren. An verschiedenen Standorten (unter anderem auf der Insel Delft und in Manipay, einem Vorort der Provinzhauptstadt Jaffna) bekommen Kinder aus armen Familien – meist solche die von struktureller Armut betroffen sind – die Chance, einen guten Bildungsstandard über spezielle Angebote zu erreichen. Angebunden an Schulen werden die Kinder jenseits von Klassengrößen bis zu 80 Schülern in den Lernzentren deutlich individueller gefördert, etwa in Naturwissenschaften oder (dem so wichtigen) Englischunterricht.

Kinder im Projekt von humedica Lanka

In den Grow Centers von humedica Lanka können die Kinder in behüteter Umgebung lernen, spielen und groß werden. Foto: humedica Lanka

Aktuelle Situation: Es ist seit Jahrzehnten bekannt und vielfach von Organisationen gelebte Praxis, dass Bildung das beste Werkzeug ist, um den Kreislauf der Armut zu durchbrechen. Dieser Maxime folgen wir insbesondere mit den Lernzentren in Sri Lanka. In Delft erreichen wir täglich bis zu 50 Schülerinnen und Schüler der Klassen acht bis zehn, in Manipay sind es weitere 80 Kinder pro Tag, allesamt aus sozial schwachen Familien. Dieses Programm ist ausbaufähig, bei allem wirtschaftlichen Aufschwung und politischer Stabilität sind die Bedarfe in Sri Lanka definitiv weiterhin gegeben. Während Sie diese Zeilen lesen, gibt es in Sri Lanka ein Jubiläum zu feiern: Vor exakt 25 Jahren wurde humedica Lanka gegründet. Angesichts vielfältiger Projektarbeit und tausender erreichter Menschen, die auf Hilfe angewiesen waren, eine Erfolgsgeschichte.

„Geschenk mit Herz“

Buntes Fest für tausende Kinder

Dieser Blick geht nicht wirklich zurück, sondern eher in unseren Alltag dieser Tage. Tausende bunt verpackte Weihnachtspackerl (wie die Menschen in Bayern sagen) türmen sich in unserer Halle und verlassen humedica täglich: Es ist „Geschenk mit Herz“-Zeit und diese besondere Weihnachtspäckchenaktion steht stellvertretend für das umfassende, sehr vielfältige Engagement von humedica.

Auch bei seiner 16. Ausgabe bleibt „Geschenk mit Herz“ ein Schwerpunkt all unserer Bemühungen für Menschen in Not. 2017 konnten wir uns bereits in vielen Bereichen steigern, in diesem Jahr scheint dieses gute Ergebnis nochmals übertroffen zu werden; auch dank der tatkräftigen Unterstützung unseres Aktionspartners Sternstunden e.V. und dem Medienpartner Bayern 2, nicht zu vergessen hunderte Ehrenamtliche und zehntausende Päckchenpacker. Ein Rekord steht bereits fest: 2018 konnten wir rund 1.750 Sammelstellen bayernweit für die Aktion begeistern, das ist großartig. Vielen herzlichen Dank!

Kind mit

In vielen Ländern, vor allem in Osteuropa, dürfen sich die Kinder auch 2018 wieder über ein „Geschenk mit Herz“ freuen. Foto: humedica

Aktuelle Situation: In diesem Moment verlassen die ersten Päckchen unsere Kaufbeurer Hauptzentrale in Richtung Osteuropa. Eine Mehrheit der „Geschenke mit Herz“ wird pünktlich zu Heiligabend verschenkt oder zum orthodoxen Weihnachtsfest Anfang Januar. Es ist Jahr für Jahr ein großartiges Gefühl, Weihnachtsfreude verschenken zu dürfen. Bitte freuen Sie sich mit!

Bitte denken Sie an uns bei Ihrer Weihnachtsspende!

Gemeinsam haben wir über einige Schlaglichter einen Blick zurück geworfen auf ein bewegtes und bewegendes Jahr. Gemeinsam haben wir Herausforderungen, Not, Elend, Armut, Krankheit erleben müssen, gemeinsam aber auch sehen dürfen, dass unsere Hilfe wirkt, Veränderung möglich ist, ja, die Hilfe auch besser wird.

Dürfen wir Sie heute freundlich bitten, an unsere Arbeit für Menschen in Not zu denken, wenn Sie Ihre Weihnachtsspende verteilen? Wir wertschätzen Ihre treue Unterstützung sehr und freuen uns über Ihre Begleitung. Gleichzeitig sind wir in unserem Engagement auch auf eben jene Begleitung und Unterstützung angewiesen. Sie sind unsere Auftraggeberin, unser Auftraggeber!

Wir erbitten heute Ihre Weihnachtsspende, aber möchten Sie auch ausdrücklich auf die anderen Möglichkeiten hinweisen, mit denen Sie unser Engagement unterstützen können. Vielleicht im Rahmen einer Veranstaltung, als Gastgeber einer unserer Fotoausstellungen oder eines multimedialen Vortrags? Vielleicht erzählen Sie von unserer Arbeit in Ihrem Familien- und Freundeskreis, werden Multiplikator und schaffen so Aufmerksamkeit.

Viele Wege stehen uns offen, Menschen zu unterstützen, die auf unseren Einsatz warten. Wichtig ist der erste Schritt, ein Schritt der Nächstenliebe. Danke für Alles.

Frohe und gesegnete Weihnachten! Das humedica-Team im Allgäu und weltweit wünscht Ihnen eine reich gesegnete, friedliche Advents- und Weihnachtszeit im Kreise Ihrer Familien. Möge Gott Sie beschützen und Ihr Herz anrühren.

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