Willkommen in der Achterbahn

Brasilien kommt nicht zur Ruhe – humedica passt Hilfsmaßnahmen flexibel an

Und am Ende geht es dann doch wieder bergab. Lange und kerzengerade in eine kollektive Katastrophe, für ein Gros der Menschen leider ohne Netz und doppelten Boden. Und möglicherweise ist dieser Sinkflug auch länger als die meisten anderen zuvor in der wechselhaften Geschichte Brasiliens; die Analysen vieler Politik- und Wirtschaftsexperten deuten jedenfalls darauf hin.

Nachdem sich Brasilien bis vor einigen Jahren in einer rauschenden Wachstumsphase befand, an deren Ende eine Fußball-Weltmeisterschaft und Olympische Sommerspiele veranstaltet wurden, haben längst Tristesse und massive Rezession den Alltag der Brasilianer erobert. Existenzielle Probleme und weggebrochene Perspektiven sowie schlechtere Umgebungsbedingungen sind ständige Begleiter für Hunderttausende in vielen Teilen des Landes. humedica reagiert mit vielfältigen Hilfsangeboten auf die neue Situation, passt die Formen der Unterstützung auch immer wieder den Realitäten an.

Perspektivlosigkeit, sozialer Rand und Armut: Besonders Kinder sind von den vielvältigen Problemen Brasiliens betroffen. Foto: Christoph Jorda

Das altehrwürdige Maracana-Stadion in Rio de Janeiro ist ein stummer, überaus trauriger Zeuge für den Zustand eines ganzen Landes. Gerade noch rechtzeitig zur Fußball-WM 2014 fertig geworden, Schauplatz eines großen Endspiels mit gutem Ausgang für die deutsche Nationalmannschaft, bröckelt die wohl bekannteste Arena weltweit unversorgt und nicht gepflegt vor sich hin. Es fehlt schlicht das Geld.

Überall im Land, vor allem auch an weit weniger prominenter Stelle tun sich diese Baustellen auf. Sie stehen für die beispiellose Achterbahnfahrt eines Landes, dessen Verantwortungsträger geplagt von Korruption auch gute gesellschaftspolitische Ansätze und soziale Programme nicht ausbauen können oder unter kaum zu beeinflussendem wirtschaftlichem Niedergang ächzen.

Strukturelle Armut

Leben ohne Perspektive

Am humedica-Projektstandort „Campo do Coelho", unweit der von Schweizer Auswanderern gegründeten Stadt Nova Friburgo, etwa zwei Stunden nördlich von Rio, macht sich diese Achterbahnfahrt auch bemerkbar. „Wir sind gerade dabei, die Angebote unseres Projektes zu überarbeiten", sagt Geschäftsführer Wolfgang Groß, der vor wenigen Tagen erst aus Brasilien zurückgekehrt ist. „Viele Menschen in unserer Umgebung dort betrifft die aktuelle Entwicklung besonders hart, weil sie sehr häufig ohnehin in einem Kreislauf struktureller Armut verhaftet sind."

Das humedica-Gelände „Campo do Coelho" nahe der Stadt Nova Friburgo. Foto: humedica

Bisher hatte das humedica-Team am Ort im Rahmen der beliebten Kindertagesstätte einen Fokus auf verschiedene pädagogische Angebote mit sinnvollem Mehrwert, etwa Computer- oder Sprachkurse, gelegt. Zudem hatten die Kinder in der Tagesstätte die Chance auf eine zahnmedizinische und psychologische Betreuung. Dieses Engagement wird nun weiter verfeinert und ausgebaut.

Begleitung und Bildung

Natürlich gibt es Chancen

Für den Nachwuchs im „Hasenfeld", wie „Campo do Coelho" wörtlich übersetzt heißt, wird es weiterhin die Möglichkeit geben, die Tagesstätte mit ihren Sport-, Musik- und Nachhilfeangeboten sowie den Ausbildungsergänzungen zu nutzen. Durch die Umwandlung unserer beiden Projektgebäude in ein Sozialzentrum werden die bestehenden Inhalte weiter ausgebaut und angepasst:

Etwa im Bereich der (zahn-)medizinischen und psychologischen Betreuung, aber auch in juristischen Fragen werden die zumeist in massiver Armut lebenden Besucher im Sozialzentrum Beratung bekommen können. Aus der klassischen Tagesstätte wird zugleich eine gezielte Nachmittagsbetreuung.

Mit einer liebevollen Betreuung und gezielten Förderung unterstützt humedica die Kinder auf ihrem Weg aus der Armut. Foto: Christoph Jorda

„Für uns ist es sehr wichtig, unser Angebot an die Menschen, das von hoher Wichtigkeit in deren Alltag ist, auch immer wieder mit den Bedarfen abzugleichen", erklärt Wolfgang Groß. „Außerdem verfolgen wir auch in diesen langfristig angelegten Projekten das Prinzip der Stärkung der vorhandenen Potenziale; auf lange Sicht müssen wir den von Armut Betroffenen dabei helfen, für sich selbst sorgen zu können."

Selbsthilfe braucht Kontinuität

Niemals aufgeben!

Es gelingt in verschiedenen Ländern und Zusammenhängen immer wieder, Menschen aus individuellen oder kollektiven Katastrophen heraus mit gezielten Maßnahmen auf die eigenen Beine zu stellen; die dann folgenden ersten Schritte sind sehr spannend zu beobachten und die größten Mutmacher überhaupt. Klar ist aber auch, dass diese Selbsthilfe stabile Umgebungsbedingungen braucht und ausgerechnet an diesem so wichtigen Punkt müssen wir im Kontext von Brasilien zum Achterbahnbild zurückkehren: In den vergangenen beiden Dekaden gab es überhaupt keine Stabilität, umso wichtiger bleibt die gezielte, nachhaltige Hilfe durch passende Programme.

Wir möchten Sie heute freundlich bitten, unsere Arbeit in Brasilien mit einer Geldspende zu unterstützen. Bitte überlegen Sie, ob es möglich ist, diese Unterstützung monatlich anzulegen, auf diese Weise haben wir Planungssicherheit und können die wertvolle Arbeit weiterentwickeln. Bitte werden Sie humedica-Förderer! Vielen herzlichen Dank.

Schnelle Hilfe bei Katastrophen und einen nachhaltigen Weg aus der Not

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