Den Menschen im Blick

Einzelfallhilfen sind relevanter Arbeitsbereich

Möglichst vielen Menschen in Not helfen, dabei den Einzelnen nicht aus dem Blick verlieren. Diesem Spagat stellen wir uns seit Jahren und es ist gelungen, aus der Idee, eben auch Einzelne zu unterstützen, ein sehr beeindruckendes Programm zu entwickeln. Wenn unsere engagierten Ärzteteams in ihre Einsätze starten, weiß niemand genau, was passieren wird.

Wie massiv ist die Zerstörung? Wie groß das Leid? Was werden die kurz-, mittel- und langfristigen Möglichkeiten der Hilfe sein? Welche Herausforderungen warten? Vor allem Unterstützungsmaßnahmen im Bereich Wiederaufbau entwickeln sich nur sehr langsam aus den Erfahrungen der Nothilfephase. Was man aber mit Bestimmtheit sagen kann: Unsere Teams stoßen auf Menschen, die in kürzester Zeit, möglicherweise in wenigen Sekunden, nicht nur ihre komplette Existenz verloren haben, sondern auch unter einer gesundheitlichen Einschränkung leiden, manchmal von Geburt an. Unverschuldet. Ohne jede Chance eines Entkommens. Perspektiv- und Hoffnungslos. Angewiesen auf Hilfe von außen, die in tausenden Fällen leider nicht kommt.

An dieser Stelle greift unser Programm für Einzelfallhilfen, das, wie bereits erwähnt, in keiner Form der Vorstellung widerspricht, möglichst vielen Menschen nachhaltig zur Seite zu stehen. Eine Gruppe ist eben immer auch die Summe Einzelner. Übersetzt bedeutet das: Wir helfen gerne individuell, weil wir damit mittel- und langfristig auch kollektive Effekte erzielen. Mehrere, sehr beeindruckende Beispiele untermauern diese These.

Philippinen: Kinderlachen

Gegen die Stürme des Lebens gewappnet

Janelle, Reggie und Regielyn stehen stellvertretend für die Einzelfallhilfen, die wir im Anschluss an die massiven Taifune „Haiyan" und „Hagupit" auf der Inselgruppe der Philippinen leisten durften. Drei Kinder, die ohne dieses Programm nicht oder nur eingeschränkt überlebt hätten und nun ein weitgehend unbeschwertes Leben führen dürfen.

Als die einjährige Janelle unserem Team in Tacloban vorgestellt wird, erkennen die Ärzte einen Herzfehler, der sehr schnell operiert werden muss. Eine bedrückende Zeit der Ungewissheit schwebt über Janelles Familie und auch den humedicanern im „Mother of Mercy"-Hospital, bis schließlich das finale Okay für eine erste Operation kommt. Zu einem späteren Zeitpunkt würde eine zweite folgen müssen, aber dieser Umstand wird von der großen Freude aller Beteiligten überlagert, dass es eben nicht zu spät für einen Eingriff ist.

Die Operation kann schließlich tatsächlich stattfinden und wird von Spezialisten in Manila durchgeführt. Sie ist ein voller Erfolg. Janelle ist heute ein aufgewecktes, fröhliches Kind mit einer sehr guten gesundheitlichen Prognose für ihren weiteren Lebensweg. Das Glück, das Janelles Familie nach der schwierigen Phase insbesondere vor dem Eingriff nun empfindet, ist mit Händen zu greifen.

Vielleicht ist dieses Glück auch besonders groß, weil sie es teilen. Nahezu zeitgleich zu Janelle lernen unsere Einsatzkräfte Reggie kennen, einen siebzehnjährigen jungen Mann, dessen Herzklappe erneuert werden muss. Auch er durchlebt eine anstrengende Phase vor der Operation, in dem ihm eine Metallklappe eingesetzt wird und eine nicht minder anstrengende Zeit der Rehabilitation, in der die Familien von Janelle und Reggie zueinander finden. Beide Kinder werden im gleichen Krankenhaus in Manila operiert und so entwickeln die beiden Leidensgenossen schnell eine sehr enge Freundschaft, heute sind sie wie Schwester und Bruder, wohnen mittlerweile sogar im gleichen Ort in der Provinz Leyte.

Es ist sehr berührend zu sehen, wie umfassend sich das Leben beider Familien zum Positiven gewendet hat. Janelle wird ein normales Leben führen können, Reggie hat eine neue Herzklappe und lebt. Dass er sein Leben lang täglich Medikamente wird einnehmen müssen und auch keinen Sport treiben darf, sind sicher nicht zu unterschätzende Opfer, dennoch: Reggie lebt, er atmet, er lacht, er hört das Singen der Vögel, sieht die Sonne aufgehen und am fernen Horizont wieder verschwinden, kann spielen, einen Beruf erlernen, darf glücklich sein, Reggie lebt!

Ein gutes Ende hat auch der Leidensweg der kleinen Regielyn. Die Dreijährige wurde ohne Anus geboren, einer Fehlbildung, die weltweit nur sehr selten vorkommt, nach Angaben der Berliner Charité bei einem von etwa 5.000 Neugeborenen. humedica beschließt, Regielyn und ihrer Familie zu helfen, wohlwissend, dass eine Reihe von kräftezehrenden Operationen auf das kleine Mädchen warten.

Und es war nicht zu erwarten, dass Regielyn die vielen Eingriffe derart tapfer übersteht. Im Umfeld der bis dato letzten Operation 2015 durfte sie mehrere Tage lang weder essen noch trinken, auch diese Tortur überstand Regielyn, geschwächt zwar, doch mit großem Mut und bemerkenswerter Ausdauer.

Auch für Regielyn gilt: Sie darf sich auf ein Leben ohne Einschränkungen freuen. Ein Leben voller Sorgen und Ungewissheit für die ganze Familie wurde besiegt von Freude, größtem Glück und unbändiger Hoffnung.

Kenia: Sorgenkind Alena

Die Krankheit kommt immer wieder

Alena ist neun Jahre alt und hat bereits 21 Operationen überstehen müssen. Vorstellbar? Für uns nicht. Alena leidet unter Larynxpapillomatose, einer Art Entzündung des Kehlkopfs, bei der wiederkehrende kleine Tumore schwere Schluck- und Atembeschwerden verursachen, unbehandelt erstickt der Patient.

Im Rahmen wiederkehrender Eingriffe konnte Alena bisher immer wieder geholfen werden, unter anderem sogar mit einem laserchirurgischen Eingriff im indischen Bangalore. Nach aktuellem Stand der medizinischen Forschung wird sie jedoch auch immer wieder Operationen über sich ergehen lassen müssen. Die Krankheit ist nicht heilbar und begleitet die Patienten zeit ihres Lebens. Es gibt zwar Fälle, bei denen sie im Verlaufe der Pubertät verschwindet, die bleiben aber so selten wie die Krankheit selbst.

Für Alena ist diese Diagnose bereits der zweite Schlag in bisher neun Lebensjahren. Von ihrer leiblichen Mutter auf einer Müllkippe zurückgelassen, überlebte sie nur knapp. Ihre liebevollen Adoptiveltern Peter und Selpher ermöglichten Alena eine unbeschwerte Kindheit, die von der schweren Erkrankung nun jäh beendet wurde.

Rund 6.000 Euro kann humedica für anstehende Eingriffe im laufenden Jahr zur Verfügung stellen, von diesem Budget wurden etwa 2.000 Euro bereits verbraucht.

Wir geben unumwunden zu, dass Sonnenschein Alena aufgrund ihrer unverschuldeten Erkrankung derzeit ein Sorgenkind für uns ist. Ein aktueller Fall, der nicht nur die Mütter und Väter in unserem Team sehr bewegt, sondern alle, die von Alenas Geschichte erfahren. Wir werden weiterhin an der Seite von Alena und ihrer Familie stehen und hoffen auf ein glückliches Ende wie im Falle der drei Kinder auf den Philippinen.

Gemeinsam sind wir stark

Nächstenliebe leben heißt den Nächsten lieben

Liebe Freunde und Förderer, wir möchten Sie sehr freundlich bitten, unser Programm für Einzelfallhilfe mit Ihrer Osterspende zu ermöglichen, zu stärken, für weitere zwölf Monate auszustatten. Kinder wie Alena, Janelle, Reggie oder Regielyn, aber auch erwachsene Patienten sollen eine gute, lebenswerte Zukunft haben. Sie sollen wichtige Stütze ihrer Familien und darüber hinaus auch ihrer Gesellschaft werden, ihre Talente entdecken und einbringen, selbst anderen helfen dürfen, diese Welt erobern. Bitte werden Sie zum Auslöser, zum aktiven Begleiter dieser wertvollen Form der Hilfe. Möge Gott Ihren Einsatz reich segnen. Vielen Dank.

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