In einer anderen Dimension

Das Volk der Kara lebt jenseits unserer Zivilisation in einer anderen Welt

Das nächste Krankenhaus ist eine gute Tagesreise entfernt, mit dem Auto wohlgemerkt. Selbstverständlich gibt es keine Versorgung mit Elektrizität, kein fließendes Wasser und viele andere Errungenschaften unserer Zivilisation kennen die rund 1.500 Angehörigen des Kara-Volksstammes in Äthiopien nicht einmal. Es ist ein Leben in einer anderen Dimension, das den humedica-Teams im Südwesten Äthiopiens jährlich begegnet. Mitunter unwirklich, schwierig zu erklären und dennoch voller Freundlichkeit und besonderer Erfahrungen.

"Wasserhahn aufdrehen - warmes Wasser genießen. Den Staub der letzten zwei Wochen abwaschen - ein Genuss. Die letzten sauberen Sachen aus dem Rucksack anziehen - eine Wohltat. Lichtschalter an - es wird hell. Geschäfte in denen fast alles zu kaufen ist und Restaurants mit allem was das Herz begehrt - Luxus pur. Man gewöhnt sich schnell wieder an diese Dinge und vergisst so leicht, dass es anderen Menschen, nur zwei Tagesreisen entfernt, nicht so gut geht."

Für Hiltrud Ritter (54), Intensivpflegekraft aus Radevormwald, war der erste Aufenthalt bei den Kara im Wortsinne lebensverändernd. Sie kehrte mehrfach mit humedica-Teams zurück und wird Ende 2015 dauerhaft in die abgeschiedene Region direkt am Omo-Fluss gehen, um dort zu leben, zu helfen, zu arbeiten. "Dieses Volk wird in schnellen Schritten von der Zivilisation erreicht und damit auch von Krankheiten, die sie bisher gar nicht kennen", schreibt Hiltrud Ritter in einem Bericht unmittelbar nach einem dreiwöchigen Einsatz. "Wir dürfen die Kara nicht vergessen!"

Medizinische Hilfe und Hygiene

Abgeschieden, aber offen

Das Leben in den verschiedenen Dörfern des Stamms ist trotz seiner Einfachheit und der Abgeschiedenheit von großer Offenheit geprägt. Obwohl sie sich mit Naturheiltechniken behandeln, verschließen sie sich nicht den Standards und Erkenntnissen westlicher Medizin.

Zu kämpfen haben die Kara insbesondere mit Wurm- und Pilzinfektionen, Malaria, Durchfallerkrankungen, Lungen-, Mittelohr- und Augenentzündungen. Außerdem treten Lippen-, Kiefer- und Gaumenspalten auf. Jeder Besuch des humedica-Einsatzteams ist geprägt von intensiven Behandlungsphasen in den Siedlungen des Stammes mit sogenannten mobilen Kliniken: In Zelten unter Bäumen, geschützt vor der heißen afrikanischen Sonne werden Kranke und Verletzte untersucht, gezielt versorgt und in der Apotheke, genauer gesagt an der Pickup-Ladefläche, mit Medikamenten versorgt.

Die Ausgabe von Medikamenten ist ein wichtiger Prozess für das Team, eine gute Gelegenheit nicht nur das Einnahmeprozedere des ausgegebenen Mittels zu erklären, sondern auch weitere, grundlegende Informationen weiterzugeben. Mangelndes Wissen über Hygiene und Themen im Bereich Basisgesundheitsversorgung führen zu einer durchschnittlichen Lebenserwartung von nur 43 Jahren für die Mitglieder des Kara-Stammes.

Ein Umstand, der mit vergleichsweise geringem Aufwand nachhaltig zu verändern ist. humedica wird eingreifen, werden Sie Teil eines bemerkenswerten Projektes.

Dauerhafte Hilfe

Die Gesundheitsstation

In Zusammenarbeit mit den verantwortlichen Gesundheitsbehörden hat humedica ein Projekt entwickelt, das Ende des Jahres starten wird. Eine dauerhafte Gesundheitsstation bei den Kara. Eine Anlaufstation bei akuten Erkrankungen und Verletzungen, gleichzeitig eine Aufklärungs- und Ausbildungsstelle. Von hier aus wird die eingangs erwähnte Intensivpflegekraft Hiltrud Ritter mit speziellen Programmen die Kara auch in Gesundheits- und Hygienefragen beraten.

Darüber hinaus werden lokale medizinische Kräfte ausgebildet und auf diesen besonderen Einsatz vorbereitet. "Es ist unser klar definiertes Ziel und auch mit den verantwortlichen Behörden abgesprochen, dieses Projekt zu starten, zu unterhalten und zu konsolidieren, um es in einem Zeitraum von drei bis sechs Jahren in lokale Hände zu geben", erklärt Susanne Merkel, die in der deutschen humedica-Hauptzentrale das Sachgebiet Internationale Projekte und Programme (IPP) leitet.

Klassische Entwicklungszusammenarbeit

Hilfe, die hilft

Während Sie diese Zeilen lesen, gehen die Planungen für den Bau der Gesundheitsstation in die heiße Phase. Dazu braucht es funktionelle, passende Ausstattung, Versorgungswege und –möglichkeiten müssen definiert werden, es gilt, ein extrem geländegängiges Auto zu beschaffen, das auch als Krankenwagen funktioniert und vieles mehr; ein Projekt in seiner spannenden Startphase.

Wir bitten Sie heute freundlich: Stehen Sie von Beginn an bei diesem Projekt an unserer Seite! Helfen Sie uns, die wertvolle Arbeit bei und mit den Kara auszugestalten! Vielleicht haben Sie die wirtschaftliche Möglichkeit, mit einer regelmäßigen Spende und einer damit verbundenen Projektpatenschaft Hilfe zu schenken, die tatsächlich hilft und sofortige Veränderungen schafft. Vielen herzlichen Dank!

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