Die Hilfe und das Pulverfass

Für die Helfer ist der Nahe Osten mit erheblichen Risiken behaftet – humedica engagiert sich weiterhin im Libanon – Situation in Syrien unverändert

Es ist blutige Logik des Hasses: Auf eine Rakete folgt als Antwort ein halbes Dutzend. Jede brutale Aktion schreit nach einer brutaleren Reaktion. Ihr tötet, wir töten. Selten wurde das sinnlose Prinzip "Auge um Auge, Zahn um Zahn" konsequenter gelebt als dieser Tage im Nahen Osten. Während diese Zeilen entstehen, fliegen Hamas-Raketen in Richtung Tel Aviv und die israelische Luftwaffe legt Gaza in Schutt und Asche.

In Syrien bekämpfen sich die Bürgerkriegsparteien mit allen denkbaren, vor allem aber auch unvorstellbaren Mitteln und einer selten zuvor dagewesenen Härte. Keine Chance für Diplomatie, so scheint es.

Besonders heikel aber ist die Lage für die vielen Helfer. Sie geraten in den dramatischen Konflikten zunehmend zwischen die Fronten. Dabei sind hunderttausende Menschen in dieser Region dringend auf Hilfe angewiesen.

Der Bürgerkrieg in Syrien ist ohne Zweifel eine der größten, verlustreichsten Krisen unserer Zeit. Niemand kennt die genauen Dimensionen dieses furchtbaren Konflikts, der aus zunächst friedlichen Protesten gegen Machthaber Baschar al-Assad im Jahr 2011 resultierte. Experten von den Vereinten Nationen in New York schätzen die Zahl der Toten auf etwa 170.000, Millionen Menschen seien auf der Flucht.

Generalsekretär Ban Ki Moon sagte vor wenigen Tagen, dass rund 10,8 Millionen zwingend Hilfe benötigten.

Nachdem humedica in der Anfangsphase zunächst auch in Syrien direkt helfen konnte, konzentriert sich das Einsatzgebiet mit freundlicher Unterstützung des Auswärtigen Amts der Bundesrepublik Deutschland auf das Nachbarland Libanon, wo man mittlerweile knapp 1,2 Millionen Flüchtlinge aufgenommen hat.

Zur Erinnerung: Libanon ist mit 10.452 Quadratkilometern etwa halb so groß wie Hessen. Die Belastung und permanenten Herausforderungen für die rund vier Millionen Einwohner und ihre offiziellen Stellen sind gewaltig.

Hilfe für die Region muss intensiviert werden

"Verantwortung ist größer als das, was wir tun!"

Es war dieses Zitat von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier im Zuge eines Projektbesuchs in Zahlé, das insbesondere auch den Helfern in der Region Mut macht. Es kann nicht nur darum gehen, die Symptome der vielfältigen Krisen zwischen Irak und dem Gaza-Streifen anzugehen, die Ursachen müssen bearbeitet werden.

Zweifelsohne gehört diese Aufgabe in die Hände politischer Verantwortungsträger wie dem Außenminister, die Vertreter der verschiedenen Nichtregierungsorganisationen sind nur aus einem Grund hier: Hilfe für Menschen in Not. Zu ihnen zählt Susanne Carl, Projektkoordinatorin für humedica.

"Die Situation in der Region insgesamt ist sehr schwierig, durchaus auch gefährlich. Glücklicherweise aber ist nicht jedes Gebiet betroffen, hier im Libanon etwa gibt es Hot Spots, an denen immer wieder etwas passiert", erklärt die 30-jährige Mannheimerin. "An unserem Standort in Zahlé können wir, Gott sei Dank, ein völlig normales Leben führen."

Das Konfliktpotenzial des Nahen Ostens ist dennoch immer präsent. Erst vor wenigen Tagen explodierte auf einer großen Straße Richtung Beirut eine Autobombe, dabei starb ein Polizist. "Dort fahren wir immer wieder vorbei, ich konnte die ausgebrannten Wracks sehen", erzählt die Koordinatorin.

"Im Grunde aber werden wir sehr gut mit Informationen zur aktuellen Lage an den Brennpunkten versorgt, was uns natürlich auch ein Gefühl von Sicherheit gibt. Die Situation der vielen Flüchtlinge ist wesentlich prekärer."

Sie leben in nicht offiziellen und wilden Siedlungen. Tausende Familien, denen angesichts der aktuellen Entwicklungen auf schmerzhafte Weise vor Augen geführt wird, dass eine Rückkehr in die geliebte Heimat immer unklarer wird. Und wie wird diese Heimat dann aussehen? Was ist mit dem eigenen Hab und Gut passiert? Wann wird Alltag wieder möglich sein? Frieden? Ruhe? Ein kleines Stückchen Glück?

Vielfältige Unterstützung durch humedica

Glücklich, helfen zu dürfen

"Wir reden nicht mit den Flüchtlingen über politische Themen, die vielen Krisen in ihrer Heimatregion und wie deren Konsequenzen ihr persönliches Leben betreffen", macht Susanne Carl klar. "Dennoch bekommen wir immer wieder mit, was diese Situation mit den Menschen macht. Viele Kinder sind vernachlässigt, haben physische und psychische Erkrankungen zu bewältigen. Die Spannung ist greifbar, was einerseits mit dem soeben gestarteten Ramadan zu tun hat, aber eben auch mit der anhaltenden Perspektivlosigkeit."

Es ist gut, den unzähligen Flüchtlingen Hilfe bringen zu dürfen. Konkrete, nachhaltige Unterstützung in einen schwierigen Alltag und großes Leid.

Es ist gut, Wunden verbinden zu dürfen, im wörtlichen und übertragenen Sinne. Es ist ein großes Vorrecht, in diesen Situationen Helfer sein zu dürfen.

Diese Einschätzungen sind regelmäßige Rückmeldungen aus dem Munde vieler humedicaner. Auch Susanne Carl bestätigt das: "Vielleicht klingt es für deutsche Ohren etwas seltsam, aber ich nehme meinen Arbeitsplatz nicht als Ort der Krise wahr. Und auch wenn ich darüber nachdenke, komme ich zu dem Schluss, dass die Menschen hier es wert sind, dass ich ein gewisses Risiko auf mich nehme!"

Und die Unterstützung, die humedica dank der gezielten Hilfe des Auswärtigen Amts bringen durfte, war in den vergangenen Monaten sehr vielfältig.

Neben der Betreuung von verschiedenen Siedlungen im Rahmen von mobilen Kliniken gab es verschiedene Verteilungen von Hilfsgütern

"Ein Höhepunkt für uns waren ohne jeden Zweifel die Winterpakete, Decken, kleine Öfen, Gutscheine für Treibstoff, aber auch Lebensmittel", erinnert sich die erfahrene Koordinatorin Susanne Carl. Unvergessen bleibt auch der bereits erwähnte Besuch von Bundesaußenminister Frank Walter Steinmeier, mit dem Susanne Carl ein wenig über die Arbeit und die Situation der Helfer im Libanon reden konnte.

Hilfe für unschuldige Opfer

Bitte verschenken Sie heute Hoffnung

Minister Steinmeier fand lobende Worte für das Engagement, das humedica mit Unterstützung seines Ministeriums umsetzen darf. Als Organisation erleben wir seit 35 Jahren Tag für Tag, dass Hilfe nicht nur möglich ist, sondern auch nachhaltige Veränderungen bringen kann. Leider werden durch Kriege verursachte Krisen oft zu vergessenen Krisen, es gibt im Gegensatz zu Naturkatastrophen ja schließlich Verursacher, Verantwortliche.

Dem ist einerseits zuzustimmen: Ja, Krieg wurde begonnen. Einer hat den Startschuss gegeben für Leid und Sterben. Dürfen wir aber trotzdem die unschuldig in diese Kriege geratenen Menschen vergessen, obwohl wir helfen könnten?

"Unsere Verantwortung ist größer als das, was wir tun!", sagt Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und verleiht damit auch unserer Überzeugung bei humedica Ausdruck. Wir können Hilfe direkt zu den Menschen bringen. Diese Hilfe steht für Hoffnung und eine signifikante Verbesserung der Situation, medizinisch, aber auch allgemein.

Wir möchten Sie heute freundlich bitten, zum Hoffnungsträger zu werden. Bitte spenden Sie heute für unsere vielfältige Arbeit im Nahen Osten. Wir brauchen Sie! Vielen herzlichen Dank.

      humedica e. V.
      Stichwort „Syrische Flüchtlinge“
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

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