"Kinder willkommen"

Am 20. September ist Weltkindertag – humedica mit Fokus auf den Kleinsten

Das Motto des Weltkindertages 2015 am 20. September ist schön, aber bereits der zweite inhaltliche Gedanke hat eine beschämende Facette. Wenn wir Kinder explizit willkommen heißen müssen, sind sie es etwa nicht automatisch? Leben wir in kinderfeindlichen Gesellschaften? Vielleicht sogar in Deutschland? Nur drei von vielen traurigen Fakten: Kinderarmut in Deutschland nimmt seit Jahren zu, die Statistik weist 1,6 Millionen betroffene Kinder für unser Land aus.

Alle zwölf Sekunden stirbt weltweit ein Kind unter fünf Jahren an den Folgen von Unterernährung. Das ergibt in Summe drei Millionen verhungerte Kinder pro Jahr. Alle sieben Sekunden verlieren wir ein Kind aufgrund fehlender medizinischer Versorgung. Es wäre möglich, diese Liste fortzuführen. Wir möchten zu diesem Tag für die Kinder aber nicht Traurigkeit verbreiten, auch wenn das vielleicht angebracht wäre. Wir möchten Mut machen. Es gibt Hoffnung. Es gibt die Chance auf Veränderungen.

In seinem Buch "Der Hunger" fragt der argentinische Journalist Martin Caparrós: "Wie können wir weiterleben, obwohl wir wissen, dass diese Dinge geschehen?" Auf 844 Seiten hat er die internationale Karte des Hungers dokumentiert, im Niger, Indien oder seiner Heimat Argentinien. Und er stellt verzweifelt fest, dass Hunger keine Naturkatastrophe ist, die über uns hereinbricht, sondern der "krasseste Ausdruck sozialer Ungerechtigkeit".

Hunger, Krankheiten, Kriege, die Liste der Bedrohungen für Kinder ist lange. Martin Caparrós möchte man sagen: "Du hast Recht, aber wir dürfen nicht aufgeben, wir müssen Veränderung möglich machen." Die im Jahr 2000 mit großer Hoffnung gefassten Milleniumsziele waren ein wichtiger Schritt, weitere müssen folgen.

Vielleicht nur eine Chance im Leben

In die Armut geboren

Es ist die Geschichte, die Millionen Kinder ihre Geschichte nennen können. Vielleicht variieren Details. Die Geschichte eines Lebens in existenzieller Armut, die Geschichte von schlimmen Krankheiten und der Hoffnungslosigkeit des Krieges. Eines Lebens, das vielleicht nur eine Chance bekommt. Eine Chance zur Veränderung, zum Ausbruch, zum Durchbruch. Eine Chance auf Zukunft. Eine Chance auf Leben ohne Sorgen. Und manchmal gibt es diese Chance gar nicht.

Die Geschichte spielt in Äthiopien, Brasilien, Indien, dem Niger, auf den Philippinen, in Nepal oder irgendeinem trostlosen, kalten Flüchtlingscamp: Kinder werden in Situationen hineingeboren, die sie ohne fremde Hilfe nicht überleben werden. Sie wachsen in ein Leben hinein, dem vieles innewohnt, sicher nicht das "Recht auf Überleben, persönliche Entwicklung, Schutz vor Ausbeutung und Gewalt", wie die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen 1989 forderte.

humedica hat einen Fokus auf der Hilfe für Kinder, im Falle einer Katastrophe, aber auch darüber hinaus im Rahmen langfristiger Projekte. "Wir versorgen rund 200 Kinder aus ärmsten Verhältnissen in unserer Tagesstätte in Brasilien, mehr als 1.300 in unseren Schulen auf der Halbinsel Jaffna in Sri Lanka, haben ähnliche Projekte in Äthiopien, Indien und an anderen Brennpunkten", erklärt Geschäftsführer Wolfgang Groß.

"Überall gelten unsere Anstrengungen der Schaffung von Perspektiven für die Kinder. Sie müssen den morgigen Tag überleben und im weiteren Verlauf gut ausgebildet werden, um sich irgendwann selbst versorgen zu können." Vielleicht das beste Prinzip Hoffnung, das es überhaupt geben kann. In jedem Fall die großartige Chance für ganze Generationen zur Verbesserung der Lebenssituation in ihrem Land.

Heißen Sie Kinder willkommen!

Überzeugungstäter gesucht

Manchmal fragen Menschen uns, warum wir ihnen schreiben. Eine gute Frage! Nun, wir möchten über Motivation reden. Und darüber, dass wir nicht betteln oder Selbstzwecke erfüllen wollen. Wir möchten immer wieder neu Mut zu machen. Ja, wir leben in einer Welt, die uns viele Herausforderungen beschert und so manche vermeintlich aussichtslose Situation.

Und ja, es gibt Momente, in denen auch wir verzweifelt sind. Trotz alledem aber überwiegt unsere Erfahrung, dass Veränderung möglich ist. Hilfe ist möglich! Haben Sie Mut zur Hilfe! Werden Sie Überzeugungstäter und lassen Sie uns gemeinsam für die Kinder dieser Erde kämpfen! Mit Worten und Taten.

Wir glauben, dass unsere Familienpatenschaften eine sehr gute Form der Hilfe sind, an den Bedarfen orientiert, nachhaltig, konsequent. Aber auch Projektpatenschaften oder gezielte Spenden für unsere Kinderprojekte sind eine genutzte Chance, ein Durchbruch, ein Hoffnungszeichen.

Ebenso sind Worte wichtig. Die Worte eines Gebets. Die Worte in einer Diskussion. Worte gegen das Vergessen. Lassen Sie uns Kinder willkommen heißen! Am 20. September und jedem anderen Tag unseres Lebens.

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