NIEMALS STILLSTAND

Die langjährigen humedica-Projektstandorte Sri Lanka und Indien

Vor dem Haupteingang des freundlichen Gebäudes im indischen Kolar Gold Fields fällt ein rund acht Meter breiter Grünstreifen ins Auge, mittelmäßig gesättigt, aber immerhin als Grünstreifen zu erkennen. Zelte brauchen Rasen, keine Frage. Und Zelte werden ebenso dringend gebraucht für das humedica-Einsatztraining, das nun erstmals auch außerhalb Deutschlands durchgeführt wurde.

Der Austragungsort Indien ist dabei alles andere als zufällig: Seit vielen Jahren beweist dieser Projektstandort, das Hilfe sich abhängig von den Bedarfen der Empfänger weiterentwickelt und sehr flexibel bleibt. Uneingeschränkt gilt das auch für das benachbarte Inselparadies Sri Lanka. Seit Mitte der Achtziger Jahre engagiert sich humedica, einem blutigen Bürgerkrieg zum Trotz. Neuester Coup der leidenschaftlichen Crew in Colombo und Jaffna: sogenannte Learning Center.

Die oft widrigen Lernbedingungen für Kinder mit entsprechend auftretenden Problemen werden auf diesem Wege sehr erfolgreich kompensiert. Und so verbindet Indien und Sri Lanka viel mehr als Liebe zu Tee und für uns ungewöhnlichen Sportarten: Die humedica-Arbeit kennt keinen Stillstand. Für tausende Menschen bedeutet das Hoffnung, Zukunft, persönliches Glück.

Ereignisse, positive wie negative, haben sehr häufig Gesichter. Menschen, auf deren Perspektive oder Schicksale heruntergebrochen sich jede Geschichte sehr viel nachvollziehbarer erzählen lässt. Im Falle unserer beiden Projektländer Indien und Sri Lanka gibt es diese Gesichter auch, in gewisser Weise. Denn natürlich haben sowohl Dr. Prithiviraj Thamotharampillai, kurz: Dr. Prithi, für Sri Lanka und Benjamin Kern Helfer, die eine Vielzahl an Initiativen und Inhalten umsetzen, Tag für Tag, Monat für Monat, Jahr für Jahr.

Und dennoch braucht es bei dieser Arbeit vor allem auch die Leiter, die vorangehen, die immer wieder neu motivieren und ebenso neue Ziele ausgeben. Leiter, deren Leidenschaft und Begeisterung ansteckend sind. Sowohl Benjamin Kern als auch Dr. Prithi haben herausfordernde Wochen und Monate hinter sich und freuen sich auf neue, überaus spannende Aufgaben. Wir haben sie besucht und interessante News im Gepäck!

Indien: Viele Optionen

Gezielt und kreativ

Benjamin Kern hat hervorragende Voraussetzungen, die ihm anvertraute Arbeit erfolgreich umzusetzen. Der auf höchsten Niveau ausgebildete Betriebswirtschaftler, der seit gut einem Jahr die Gesamtverantwortung für die indische humedica-Tochterorganisation trägt, ist Sohn eines indischen Vaters und einer deutschen Mutter. Er vereint die Vorteile zweier Kulturen, um einen sehr umfangreichen und nicht minder vielschichten Arbeitsalltag bewältigen zu können.

Die humedica-Klinik im indischen Kolar Gold Fields bietet bedürftigen Menschen den Zugang zu wichtiger medizinischer Versorgung. Foto: humedica

In seinem besonderen Fokus liegen in diesen Tagen zwei Aufgaben, die partiell bereits erfolgreich bewältigt wurden: Nach monatelanger Bauzeit konnte humedica Indien nun neben der indischen Zentrale in Kolar Gold Fiels eine kleine Klinik einweihen, die in einer von sozialen Ungleichheit geprägten Gesellschaft Menschen am Rande die Chance auf eine fundierte medizinische Behandlung bietet; in der erfolgreichen Industrienation Indien längst keine Selbstverständlichkeit, auch wenn es weder an Knowhow, noch an Möglichkeiten fehlt. Die Verlierer, die Abgehängten, die durch Geburt bereits Benachteiligten sind auf gezielte Unterstützung angewiesen, humedica bietet sie ihnen.

Der Startschuss für dieses neue Projekt wird in wenigen Wochen fallen. Für Benjamin Kern geht es derzeit darum, passendes Personal zu finden sowie die Ausstattung des Hauses zu komplettieren. Die nächste Etappe der spannenden Mission im Einsatz für Menschen in Not.

Eine Premiere erlebte unser seit vielen Jahren erfolgreich umgesetztes Einsatztraining in Indien. Unsere mittlerweile von großer Erfahrung, hoher Kompetenz und unbesiegbarer Leidenschaft angetriebene Katastrophenhilfe ist auf Handlungsschnelligkeit angewiesen; medizinische Hilfe MUSS schnelle Hilfe sein. Es ist ein permanenter Prozess, die gewohnten Abläufe weiter zu optimieren, um schlussendlich auch in Sachen Tempo ein noch besseres Ergebnis erzielen zu können. Diesem Ziel sind wir durch das erste Einsatztraining auf ausländischem Boden einen entscheidenden Schritt näher gekommen. Durch die Schulung von Ärzten und medizinischem Personal aus Sri Lanka und Indien haben wir nun die Möglichkeit, Katastrophen in Asien mit Teams zu begegnen, die eine deutlich kürzere Anreise haben.

Das erste Training in Indien hat Mediziner aus Indien und Sri Lanka auf den Katastropheneinsatz vorbereitet, darunter humedica Lanka-Leiter Dr. Prithi (5.v.r.). Foto: humedica

"Das ist ein entscheidender Schritt in unserer Geschichte", bestätigt humedica-Geschäftsführer und Mitgründer Wolfgang Groß. "Wir sind damit noch besser aufgestellt und können Hilfe noch deutlich schneller zu den Menschen bringen." Bereits in Kürze wird ein zweites Training in Brasilien die internationalen Optionen von humedica weiter erhöhen.

Sri Lanka: Frischer Wind

Fürs Leben lernen

Die Menschen in Sri Lanka haben viel erlebt in den vergangenen Jahren. Der Übergang von fast drei Jahrzehnten in einem ungeheuer blutigen Bürgerkrieg zu einem normalen Alltag und friedlichen Umgang zwischen Singhalesen und der tamilischen Minderheit war sicher nicht frei von Schmerzen. Mittlerweile hat sich das Land gemausert und die politischen Verantwortungsträger haben viele Weichen gestellt, um die Stärken und Möglichkeiten des Landes herauszuarbeiten. So ist Sri Lanka innerhalb kürzester Zeit vom Geheimtipp mit flauem Gefühl im Magen bei Besuch zum attraktiven Urlaubsziel für jährlich hunderttausende Touristen geworden.

Über alle Veränderungen, Herausforderungen und Umstände hinweg war humedica mit seinen Projektstandorten in Colombo und auf der Jaffna-Halbinsel eine Konstante. Ähnlich wie im benachbarten Indien sorgen der bereits angesprochene neue Leiter Dr. Prithi und frische Projekte für gezielte Weiterentwicklung.

Mit den Learning Centern bietet humedica Lanka Schülerinnen und Schüler die Chance auf einen besseren Abschluss mit aussichtsreichen Perspektiven. Foto: humedica

Gleich drei sogenannte Learning Center hat Dr. Prithi im äußersten Norden Sri Lankas vor wenigen Wochen eröffnen dürfen. Angebunden an Schulen bekommen Schülerinnen und Schüler hier die kostenfreie Chance, komplexe Inhalte noch einmal zu wiederholen damit vielleicht auch zu verstehen. Bei Klassengrößen bis zu 80 (!) Kindern und massivem Frontalunterricht ist das kaum flächendeckend zu erwarten und die individuellen Bedarfe von Kindern spielen im Grunde keine Rolle; eine Lösung für dieses strukturelle Problem bieten Learning Center.

Zwei der drei Einrichtungen befinden sich auf der Insel Delft, die humedica auch mit einem Ambulanzboot ansteuert. Eine Dreiviertelstunde vom Festland entfernt erhalten hier über 50 Schülerinnen und Schüler der Klassen acht bis zehn täglich gezielten Nachhilfeunterricht, primär auf dem Stundenplan stehen Naturwissenschaften und Englisch.

Neben den beiden Schulen auf der Insel Delft betreibt humedica ein weiteres Learning Center in Manipay, einem Vorort der Provinzhauptstadt Jaffna. Dort werden sogar 80 Schülerinnen und Schüler aus sozial schwachen Familien täglich aufgefangen, betreut und auf das nötige Lernniveau gebracht.

Ein gutes schulisches Ergebnis ist aus verschiedenen Gründen elementar wichtig: Nicht einmal 20 Prozent der Abiturienten haben später die Möglichkeit, tatsächlich auch eine Universität zu besuchen. Zwar bietet schon ein erfolgreicher Schulabschluss den oft aus ärmsten Familien stammenden Kindern die Möglichkeit, den vielzitierten Kreislauf der Armut zu durchbrechen, behält man aber die durch den angesprochenen langjährigen Bürgerkrieg deutlich beeinträchtigte Entwicklung des ganzen Landes im Blick, braucht es ein quantitatives und qualitatives akademisches Fundament.

Ihr Einsatz wird sich vervielfältigen!

Unsere virtuelle Reise nach Sri Lanka und Indien ist eine Reise zu sehr speziellen Projekten und einem besonderen Engagement: Es ist langfristig angelegt und setzt auf eine entsprechend strukturelle Veränderung von Lebens- und Umgebungsbedingungen. Es geht darum, Menschen dauerhaft in eine Situation der Selbstversorgung zu bringen und damit auch an der Veränderung einer ganzen Gesellschaft Anteil zu haben.

Vielleicht trifft es das Bild einer langen Reihe von Dominosteinen: Irgendwann haben Sie, liebe Leserin, lieber Leser, den ersten Stein angestoßen und nun fallen viele weitere Steine. Sri Lanka und Indien stehen beispielhaft für durchdachte, sinnvolle Entwicklungszusammenarbeit. In beiden Ländern bekommen Menschen die wundervolle Möglichkeit zur umfänglichen Veränderung ihres nicht selten existenziell bedrohten Alltags. Bitte stoßen Sie heute mit eine gezielten Spende einen dieser Dominosteine an und verändern Sie die Weichenstellung im Leben von Menschen nachhaltig. Vielen Dank.

Unsere Hilfe ist nur dank Ihrer Unterstützung möglich

Bitte bleiben Sie Teil dieser wichtigen Hilfe und unterstützen Sie uns mit einer wertvollen Spende.

Jetzt spenden
Ihr Browser ist veraltet!

Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um diese Website korrekt darzustellen.

Den Browser jetzt aktualisieren×