Ebola-Hilfe in Liberia!

Sehr geehrte Damen und Herren,

in 35 Jahren Hilfe für Menschen in Not habe ich schon viel Leid sehen müssen. Kaum zu beschreibende Naturkatastrophen wie den Tsunami 2004 oder das Beben in Haiti 2010. Schlimme Kriege, etwa in Sri Lanka, dem Ostkongo oder im Libanon. In vielen Ländern auch existenzielle Armut.

Jede der beschriebenen Situationen war eine Tragödie für die Betroffenen, für das Volk, für die Infrastruktur des Landes. Eine große Hoffnung bei all diesen Katastrophen aber war, dass irgendwann ein Punkt erreicht werden konnte, an dem Wiederaufbau geschieht, Heilung, der Neustart in den Mittelpunkt rückte.

Sicher haben Sie von dem Ebola-Virus gehört, das Westafrika getroffen hat und sich besonders in Liberia mit dramatischer Geschwindigkeit verbreitet. Ich werde Ihnen dazu keine statistischen Werte, wie Verbreitungen oder Todesfälle, nennen, weil die leider längst überholt sind, wenn Sie diese Zeilen lesen.

Wir haben die Entwicklung beobachtet, uns mit Einrichtungen wie dem Auswärtigen Amt der BRD, dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und anderen Organisationen abgesprochen und werden unsere Hilfsmaßnahmen auf Liberia konzentrieren.

Wir werden 45 Tonnen an Hilfsgütern zur gezielten Bekämpfung von Ebola per Charterflugzeug in die Hauptstadt Monrovia transportieren, ein weiterer Container mit Gütern folgt zeitnah auf dem Seeweg. Mit unserer Partnerorganisation Medical Teams International (MTI) sorgen humedica-Einsatzkräfte in verschiedenen Krankenhäusern des Landes dafür, dass Strukturen entstehen und Standards eingehalten werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Es ist klar, dass es bei diesem Ebola-Ausbruch im Vergleich zu anderen Katastrophen einen ungewissen Ausgang gibt. Die Präsidentin Liberias, Frau Ellen Johnson Sirleaf, die ich, zusammen mit Gesundheitsminister Dr. Gwenigale vor einiger Zeit an Bord des Hospitalschiffs „Africa Mercy“ kennenlernen durfte, musste in einem Brief an Bundeskanzlerin Merkel zugeben, dass „das Virus uns überwältigen wird“. Wir müssen jetzt eingreifen. Wir müssen jetzt gezielt helfen!

Ich schreibe Ihnen heute, um einerseits denjenigen zu danken, die uns bereits eine Spende zugunsten dieser Hilfsaktion überwiesen haben. Gleichzeitig bitte ich jedoch dringend um weitere Unterstützung, da das Leben zahlloser Menschen gefährdet ist, wenn wir nicht sofort umfangreiche Hilfe leisten!

Vielen herzlichen Dank für Ihren Einsatz. Möge Gott Sie reich dafür segnen!
Ihr

Wolfgang Groß

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