Hoffnung für die Kinder von Sangou

Zur Schule gehen zu können, bedeutet Hoffnung für die Kinder aus Sangou. Das kleine Dorf liegt im Nordwesten Benins (Westafrika) in der Nähe des großen Nationalparks Pendjari. Die Menschen dort sind fast alle Landwirte, Platz für Agrarflächen ist jedoch kaum vorhanden. Die örtliche Schule kann den Kindern neue Perspektiven eröffnen. Damit das gelingt, will humedica helfen, sie auszubauen.

Früher wohnten die Familien aus dem Dorf auf dem Gebiet des Pendjari-Parks, doch als es in den 1950er Jahren zum Nationalpark erklärt wurde, wurden sie von dort vertrieben. Jetzt leben sie in Sangou, das zwischen dem Pendjari-Park und der Atakora-Bergkette eingekeilt liegt. Ihnen ist klar, dass ihre Kinder keine Zukunftsaussichten in Sangou haben: Schließlich reicht der Platz nicht, damit alle als Landwirte das enge Gebiet bewirtschaften. Andere Berufsmöglichkeiten gibt es kaum in der Region. Zusätzlich bedroht der Klimawandel immer stärker das Überleben der Dorfbewohner, denn der Boden wird immer trockener und versteppt.

Wenn der Schulbesuch eine gesicherte Mahlzeit bedeutet

Die Schule des Dorfes bietet jungen Menschen die Perspektive, auch andere Berufe zu ergreifen. Doch bislang war ein Schulbesuch für alle nicht möglich. Ein Grund: Die Kinder konnten dort nicht verpflegt werden. Die Eltern verbrachten den Tag aber auf dem Feld, welches oft zu weit weg war, um zum Mittagessen nach Hause zurückzukehren. Da ist es einfacher und einträglicher, wenn die Kinder auf dem Feld arbeiten und die Familie dort gemeinsam isst.

Dank der Hilfe durch humedica konnte ein Schulgarten errichtet werden. Dieser wirkt gleich doppelt: „Ich habe durch das Projekt gelernt, Gemüse anzubauen“, erklärt Lisha* stolz und ergänzt: „Das Gemüse, das wir im Schulgarten selbst anbauen, essen wir später selbst . Es ist sehr lecker.“

„Seit wir den Schulgarten haben, melden sich deutlich mehr Kinder in der Schule an“, bestätigt auch Schuldirektor Abdou Moumouni Sourcanéni und ergänzt: „Die Kinderbetreuung wurde ausgeweitet. Der Verbleib der Kinder in der Schule und ihre Ergebnisse verbessern sich.“ Es gibt aber noch viel zu tun: Ein weiterer Brunnen ist für die Verpflegung der Kinder und den Schulgarten notwendig. Außerdem soll eine Mensa gebaut werden, in der die Kinder gemeinsam essen können. Noch müssen dafür ein paar Tische auf dem Schulgelände herhalten.

Doch der Schulgarten schafft auch Hoffnung für die Zukunft: In dem Garten lernen die Kinder, was hier auch unter widrigsten Bedingungen wächst und wie sie es am besten bewirtschaften – und zwar ohne immer mehr Pestizide und Dünger einsetzen zu müssen. Dieses Wissen geben sie auch an die Eltern weiter.

Zu wenig Platz für den Schulerfolg

Auf 380 Schülerinnen und Schüler kommen in Sangou vier staatlich finanzierte Lehrer. Das bedeutet knapp 100 Kinder unterschiedlichen Alters pro Lehrkraft. Schwierige Bedingungen, um Wissen zu vermitteln. Die Dorfgemeinschaft investiert deshalb gemeinsam, um zwei zusätzliche Lehrkräfte zu bezahlen. Der noch fehlende Betrag wird durch humedica finanziert. Trotzdem reicht die Anzahl der Lehrkräfte aufgrund der konstant steigenden Schülerzahl nicht aus.

Außerdem fehlen zwei Klassenräume, Spiel- und Sportplätze, aber auch Bücher und andere Lehrmaterialien. Sourcanéni träumt von der „Schaffung eines vollständig ausgestatteten Computerraumes“. Durch humedica-Spendengelder soll noch ein Gebäudekomplex mit den benötigten Räumlichkeiten entstehen.

Bildung im Zentrum: Davon profitiert das ganze Dorf

Neben Kindern profitieren auch Eltern von dem Projekt, denn es werden Alphabetisierungskurse für Erwachsene angeboten. „Wenn die Eltern ebenfalls lesen und schreiben können, sind sie in der Lage, ihre Kinder zu unterstützen. Je besser sie in der Schule sind, desto besser sind ihre Zukunftschancen“, weiß der Direktor. Ihm ist aber auch bewusst: „Ohne Spenden aus Deutschland ist diese Zukunft in Gefahr. Wir brauchen das Schulgebäude, die Lehrer und den Brunnen, um die Kinder auf das, was sie erwartet vorzubereiten.“ Er appelliert deshalb: „Bitte spenden Sie für die Kinder in Sangou.“