Früher mussten Menschen hilflos sterben

Es dauert lange bis der Krankenwagen kommt – wenn er überhaupt kommt. Die Region rund um die südostäthiopische Stadt Dollo ist weitläufig. Etwa 170.000 Menschen sind in den letzten Jahren vor dem Krieg im nahen Somalia hierher geflohen. Sie haben dafür gesorgt, dass sich die Bevölkerung in der Somaliregion mehr als verdoppelt hat. Die Strukturen sind nicht mitgewachsen. Die Ausstattung der Gesundheitsstationen in den Dörfern ist noch immer nicht auf so viele Menschen ausgelegt. Doch es wird besser – auch dank der Hilfe durch humedica.

Fünf Stunden war Ahmed mit seinem kranken Vater unterwegs, damit der 88-jährige im Klinikum Dollo behandelt werden kann.
Fünf Stunden war Ahmed mit seinem kranken Vater unterwegs, damit der 88-jährige im Klinikum Dollo behandelt werden kann. Foto: Maheder Haileselassie Tadese, Fairpicture

„Früher mussten die Menschen hilflos sterben, wenn sie krank waren“, erzählt Ahmed. Der 64-jährige ist Landwirt und lebt sein ganzes Leben schon in der Region. „Medizinische Versorgung gab es hier kaum.“ Fünf Stunden war Ahmed mit seinem kranken Vater unterwegs, um ins Krankenhaus nach Dollo zu kommen.

In den letzten zwei Jahren hat humedica die vorhandene Klinik stetig ausgebaut. Dank Spenden aus Deutschland konnten Ärzte eingestellt und neue Geräte wie Ultraschall angeschafft werden. Das diese dringend benötigt werden, zeigen die in Warteschlangen stehenden Patienten. Sie schätzen die besseren Untersuchungen sehr.

Ulusey verkauft Obst und Gemüse und kümmert sich um die Gesundheit der Menschen in ihrem Dorf.
Ulusey verkauft Obst und Gemüse und kümmert sich um die Gesundheit der Menschen in ihrem Dorf. Foto: Maheder Haileselassie Tadese, Fairpicture

Auch Ulusey ist froh, dass das Krankenhaus dem tatsächlichen Bedarf angepasst wurde. Die 35-jährige ist für die Gesundheit der Menschen in ihrem Dorf verantwortlich. Wenn eine Schwangere ihr Kind bekommt, wird sie gerufen und auch bei allen anderen Notfällen ist sie gefragt. Sie ruft den Krankenwagen und verwaltet das Medikamentenlager des Dorfes. „Leider bekommen wir oft nicht ausreichend Medizin,“ beklagt sie. „Und auch der Krankenwagen braucht meist deutlich zu lange. Wir benötigen hier bessere Strukturen, um wirklich Hilfe leisten zu können, wenn es darauf ankommt,“ sagt Ulusey.

Diese Strukturen will humedica schaffen – über das Krankenhaus in Dollo hinaus – in jedes einzelne Dorf hinein. „Wir kennen die Region rund um Dollo sehr gut,“ berichtet humedica-Geschäftsführer Johannes Peter. „Wir haben in den letzten zehn Jahren in den Flüchtlingslagern medizinische Hilfe geleistet. Jetzt wollen wir unsere Hilfe auch darüber hinaus auf die ganze Region ausweiten“ führt er weiter aus.

Die Dörfer sollen dauerhaft ausreichend Medikamente erhalten. Und auch das Wissen von Gesundheitsmitarbeitenden und der Bevölkerung soll deutlich verbessert werden. „Meine Kinder sind alle geimpft“, berichtet Ulusey stolz. Doch damit sind sie die Ausnahme.

Möglich wird diese Hilfe durch Ihre Spende. Danke, dass Sie Menschen wie Ulusey und Ahmed unterstützen.