humedica e.V. ist eine christlich-überkonfessionelle, international operierende Organisation mit Sitz in Kaufbeuren (Bayern), in der aktuell über 60 Mitarbeitende beschäftigt sind. An mehreren Standorten weltweit sind weitere Fach- und Führungskräfte für uns tätig. Ein Fokus unseres weltweiten Engagements liegt auf medizinischer Katastrophenhilfe.

Wenn Sie kreativer Teamplayer sind, schlanke Strukturen und flache Hierarchien mit entsprechenden Entfaltungsmöglichkeiten zu schätzen wissen und Ihre Leidenschaft für Menschen in Not einsetzen möchten, suchen wir Sie ab sofort als

Fachkraft für Lagerlogistik (m/w/d)

IHRE AUFGABEN

  • Annahme, Kontrolle & Abwicklung des Wareneingangs
  • Kommissionierung und Verpackung von Warenausgängen
  • Be- und Entladung von LKWs
  • Verbuchung im Warenwirtschaftssystem
  • Abwicklung des Warenausgang inkl. Versanddokumente
  • Beauftragung und Überwachung von Transportunternehmen für Abholung und Versand
  • Lagerfahrten mit unserem LKW 7,5 t
  • Verwaltung von Einsatzequipment

UNSERE ERWARTUNGEN

Sie wollen sich mit Ihrer Fachkompetenz, Expertise, Ambition und christlicher Überzeugung mit humedica e.V. für Menschen in Not einsetzen. Sie sind sehr gut ausgebildet und bringen eine hohe Motivation, vor allem aber unbesiegbare Leidenschaft mit. Sie freuen sich auf einen Arbeitsalltag, der im Zeichen eines harmonischen Miteinanders steht. Sie verfügen außerdem über:

  • Eine abgeschlossene Ausbildung zur „Fachkraft für Lagerlogistik“ und Berufserfahrung
  • Zuverlässige und strukturierte Arbeitsweise sowie körperliche Belastbarkeit
  • Staplerschein und Führerschein Klasse B und C1
  • Verhandlungssichere Deutsch- und Englischkenntnisse
  • Hohes Maß an Team- und Kommunikationsfähigkeit, Flexibilität und Stressresistenz
  • Ihr Job liegt Ihnen im Blut – und Sie wissen immer genau, wo noch eine Hand gebraucht wird

HABEN WIR IHR INTERESSE GEWECKT?

Wir bieten Ihnen einen modernen Arbeitsplatz im Allgäu mit Nähe zur Metropole München, sowie den Städten Kempten und Augsburg. Teamgeist und Kollegialität sind für uns keine Phrasen. Es erwartet Sie eine vielseitige, anspruchsvolle und abwechslungsreiche Tätigkeit in einem engagierten Team. humedica zeichnet sich aus durch eine leistungsgerechte Bezahlung, mobilem Arbeiten und weiteren Benefits wie z.B. einer betrieblichen Altersvorsorge.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbungsunterlagen die Taten sprechen lassen und uns neugierig machen. Bitte bewerben Sie sich vorzugsweise auf elektronischem Wege, und nennen dabei Ihren frühestmöglichen Eintrittstermin sowie Ihre Gehaltsvorstellungen.

jobs@humedica.org

08341 – 966 148 0

humedica e. V.

Goldstraße 8

87600 Kaufbeuren

humedica e.V. ist eine christlich-überkonfessionelle, international operierende Organisation mit Sitz in Kaufbeuren (Bayern), in der aktuell über 60 Mitarbeitende beschäftigt sind. An mehreren Standorten weltweit sind weitere Fach- und Führungskräfte für uns tätig. Ein Fokus unseres weltweiten Engagements liegt auf medizinischer Katastrophenhilfe.

Wenn Sie kreativer Teamplayer sind, schlanke Strukturen und flache Hierarchien mit entsprechenden Entfaltungsmöglichkeiten zu schätzen wissen und Ihre Leidenschaft für Menschen in Not einsetzen möchten, suchen wir Sie ab sofort als

Reinigungskraft (m/w/d)

(Minijob auf 6 Monate befristet)

HIER SIND SIE GEFRAGT

Sie sind in unserer Zentrale in Kaufbeuren tätig.

IHRE AUFGABEN
• Als Teil eines engagierten Teams kümmern Sie sich um alle anfallenden Reinigungsarbeiten in unseren Gebäuden (Büroräume, Lagerhallen, Sanitäranlagen, Flure etc.)
• Sie packen an und sind mit vollem Einsatz dabei, wenn es um Ordnung und Sauberkeit geht
• Sie halten die Hygiene- und Sauberkeitsstandards ein
• Mit einem Auge fürs Detail sorgen Sie für ein gepflegtes Erscheinungsbild unserer Geschäftsgebäude

UNSERE ERWARTUNGEN

Sie wollen sich mit Ihrer Expertise, Ambition und christlicher Überzeugung bei humedica für Menschen in Not einsetzen. Sie sind sehr gut ausgebildet und bringen eine hohe Motivation, vor allem aber unbesiegbare Leidenschaft mit. Sie freuen sich auf einen Arbeitsalltag, der im Zeichen eines harmonischen Miteinanders steht. Sie verfügen außerdem über:
• Ausgeprägter Sinn für Ordnung und Sauberkeit
• Erfahrungen in der Gebäudereinigung wünschenswert
• Schnelle und effiziente Arbeitsweise
• Selbständigkeit und Zuverlässigkeit
• Kommunikationsfähigkeit und freundlicher Umgang mit Menschen
• Beherrschung der deutschen Sprache

HABEN WIR IHR INTERESSE GEWECKT?

Wir bieten Ihnen einen modernen Arbeitsplatz im Allgäu mit Nähe zur Metropole München, sowie den Städten Kempten und Augsburg. Teamgeist und Kollegialität sind für uns keine Phrasen. Es erwartet Sie eine vielseitige, anspruchsvolle und abwechslungsreiche Tätigkeit in einem engagierten Team. humedica zeichnet sich aus durch eine leistungsgerechte Bezahlung, mobilem Arbeiten und weiteren Benefits wie z.B. einer betrieblichen Altersvorsorge.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbungsunterlagen die Taten sprechen lassen und uns neugierig machen. Bitte bewerben Sie sich vorzugsweise auf elektronischem Wege, und nennen dabei Ihren frühestmöglichen Eintrittstermin sowie Ihre Gehaltsvorstellungen.

jobs@humedica.org
08341 – 966 148 0
humedica e. V.

Goldstraße 8
87600 Kaufbeuren
www.humedica.org

„Wenn Du einmal die Detonation einer Bombe gehört hast – das vergisst Du nie“

„Ich bin Ärztin – ich habe einen Eid darauf geschworen, anderen Menschen zu helfen“, erklärt Yulija. Sie ist selbst Mutter – trotzdem oder genau deswegen fährt sie immer wieder in die Nähe der Frontlinie, um anderen Frauen und ihren Kindern zu helfen. Yulija ist bei einem Krankenhaus in Kyiv angestellt. Regelmäßig fährt sie aber mit sogenannten mobilen Kliniken in Gebiete, wo die Gesundheitsversorgung nicht so gut ist wie in der Hauptstadt. Seit im Februar der Krieg in der Ukraine begonnen hat, ist das fast überall im Osten der Fall – vor allem da, wo gekämpft wird oder gekämpft wurde.

Hilfe vor allem in den umkämpften Gebieten

„Hier in Kyiv gibt es genügend gute Ärzte,“ sagt Yulija. „Ich möchte dort helfen, wo meine Hilfe dringender gebraucht wird.“ Deshalb steigt sie immer häufiger in die zu kleinen Krankenhäusern umgebauten Rettungswägen und fährt Stunde um Stunde Richtung Kriegsgebiet. „Es ist nicht nur die medizinische Hilfe, die wir leisten,“ berichtet sie. „Die Menschen haben durch uns auch das Gefühl, dass das Leben weiter geht und dass jemand an ihren Sorgen Anteil nimmt.“ Viele von Yulijas Patienten haben alles verloren und sind traumatisiert. „Wenn Du einmal gehört hast, wie eine Bombe wenige Häuser von Dir entfernt detoniert – das vergisst Du nie.“

Die Trauer um ihre Angehörigen ist allgegenwärtig in der Ukraine. Foto: PFR

humedica unterstützt die mobilen Kliniken, mit denen Yulija unterwegs ist, finanziell. „Es werden immer mehr zu mobilen Kliniken umgebaute Krankenwägen benötigt und die brauchen medizinische Geräte,“ erklärt Felix Dekant, der bei humedica das Projekt betreut. „Ich bin den Spendern sehr dankbar, die diese Hilfe möglich machen.“

Hilfe wird in den ukrainischen Kriegsgebieten quasi überall benötigt. Seit Beginn der Kampfhandlungen Ende Februar machen sich deshalb Woche für Woche LKW von der humedica-Zentrale in Kaufbeuren aus auf den Weg Richtung Osten. „Sie haben meist Medikamente und andere medizinische Güter geladen, mit denen wir Krankenhäuser und andere soziale Einrichtungen im ganzen Land unterstützen,“ erklärt Damien Marion, der bei humedica die Hilfsgütertransporte koordiniert. „Darüber hinaus verteilen unsere Partner Lebensmittel an all diejenigen, die durch den Krieg alles verloren haben. Jetzt im Winter ist es kalt. Strom fällt immer wieder aus. Energie zum heizen ist kaum zu bekommen. Wir verteilen deshalb auch Brennholz und Generatoren.“

Egal ob umgebauter Krankenwagen oder Gemeinderaum: Die Ärzte behandeln die Menschen dort, wo immer es möglich ist.

Katia und ihr Sohn Tymur sind dankbar für diese Hilfe. Die Ärztin und ihr neunjähriger Sohn flohen kurz nach Kriegsbeginn aus ihrem Dorf in der Nähe von Kyiv – gerade noch rechtzeitig. Nachdem sie weg waren, wurde es komplett zerstört. Wer fliehen wollte, wurde umgebracht. Unterwegs gerieten die beiden in Bombenbeschuss. „150 Meter von uns weg klaffte plötzlich eine Lücke in einem Wohnblock, in die vier Kleinbusse passten.“ Tymur kommen die Tränen, wenn er daran zurückdenkt. Immer wenn er ein Geräusch hört, wird er wachsam. Jetzt sind die beiden erstmal in Sicherheit – so es die gibt in einem Land, in dem Krieg herrscht.

32 Kamele, 26 Kühe und 135 Ziegen besaß Hawa mal – jetzt sind sie fast alle tot. Was die Tiere produzierten, davon konnten die alleinerziehende Mutter und ihre fünf Kinder leben – den Rest verkauften sie. Hawas Mann starb, als sie mit dem jüngsten Kind schwanger war – seitdem muss die 49-jährige die Familie allein durchbringen. Alles andere als einfach im Süden Somalias, wo es seit über vier Jahren nicht geregnet hat. „Die Böden sind ausgetrocknet. Es wächst dort kaum noch etwas. Wir hatten einen Brunnen, doch der ist versiegt,“ erzählt Hawa. „Wasser zuzukaufen konnte ich mir nicht leisten – das ist viel zu teuer.“

Also verließ sie schweren Herzens ihre Weideflächen und zog mit ihrer Familie nach Dollow, wo es große Flüchtlingslager gibt. Bevor sie in Dolow ankam, war sie mehrere Tage dorthin unterwegs und erinnert sich noch sehr genau an die Strapazen der Reise: „Wir wussten nicht, wo wir die nächste Mahlzeit hernehmen sollten. Tagelang hatten wir nichts zu essen. Wir mussten um Wasser betteln, denn die Wasserstellen waren versiegt. Wo es noch Wasser gab, war es verunreinigt. Wasser aus Flaschen gibt es nur in den großen Städten und für viel Geld. Das konnten wir uns nicht leisten,“ berichtet Hawa. Sie ist froh, jetzt Hilfe zu bekommen.

Mit Lebensmittelgutscheinen Hunger bekämpfen

Über den örtlichen Partner „Kaalmo Relief & Development“ (KRD) versorgt humedica Hawas Familie und viele andere im Camp mit Lebensmitteln. Die Familie erhält Gutscheine, die sie im Geschäft gegen Reis, Bohnen, Zucker, Reis und Weizenmehl eintauschen kann. „Das hilft, dass ich meine Familie wieder ernähren kann“, erzählt Hawa dankbar.

„Das Gutscheinsystem, das wir in Dollow anwenden, hat gleich mehrere Vorteile“, erklärt Vjollca Racaj, die bei humedica für das Projekt in Somalia verantwortlich ist. „Die Familien können das essen, was sie mögen und wie es ihrer traditionellen Ernährung entspricht. Da wird nichts vorgegeben. Dadurch, dass die Gutscheine bei örtlichen Händlern eingelöst und die Lebensmittel nicht einfach verteilt werden, unterstützen wir außerdem die örtliche Wirtschaft. So erhalten wir die Lebensgrundlage auch für die örtlichen Händler und schaffen Arbeitsplätze für sie.“

Auch Mohammed freut sich über die Unterstützung. Der Vater von neun Kindern hätte nie damit gerechnet, für das Hilfsprogramm von KRD und humedica ausgewählt zu werden. „Ich musste mich entscheiden, schicke ich meine Kinder zur Schule oder kaufe ich essen“, erzählt er. „Jetzt stellt sich die Frage nicht mehr. Dafür bin ich sehr dankbar.“

Dank Ihrer Spende konnten wir das Leben der Familien von Hawa und Mohammed verändern. Bitte bleiben Sie mit uns an der Seite der Menschen am Horn von Afrika.  

Seit vielen Jahren führt humedica zusammen mit dem christlichen lokalen Partner Prison Fellowship (PF) medizinische Einsätze in Gefängnissen in Uganda, Togo oder auch dem Sudan durch. Die Menschen in den Gefängnissen haben häufig unterschiedliche Hintergründe, einige sind dort ohne Verurteilung oder warten auf ihr Gerichtsverfahren. Was alle gemeinsam haben ist eine fehlende medizinische Versorgung. In den Gefängnissen fehlen Ressourcen und Fachkräfte, um die Insassen zu versorgen, die dort oft auf engstem Raum leben. Im Oktober diesen Jahres war nun Dr. med. Silke Grünberg mit einem humedica-Team im Sudan, um ihnen zu helfen.

Heiße 38 Grad Celsius erwarteten uns, als wir am Abend des 15. Oktobers in Khartum, der Hauptstadt des Sudan, aus dem Flugzeug stiegen. Für die meisten Teammitglieder nichts Neues, denn bereits im Vorjahr war das Team zum Einsatz im Sudan gewesen. Damals mussten wir unsere Arbeit wegen eines Militärputsches vorzeitig beenden und einige Tagen im Hotel ausharren – denn auch der Flughafen war infolge der Ereignisse gesperrt.

Ankommen im Sudan und ein herzliches „Hallo“

Dieses Mal konnten wir am Flughafen viele alte Bekannte aus den vergangenen Einsätzen herzlich begrüßen. Allen voran Mama Niamat, eine rüstige Dame in den Siebzigern, die es sich – trotz diverser Gebrechen – nicht hat nehmen lassen, uns persönlich in die Gefängnisse zu begleiten und dort die Administration zu übernehmen. Und ebenso Margaret, eine taffe Enddreißigerin, die für uns die komplette Logistik, wie Hotelübernachtungen, Essen und Inlandsflüge, übernommen hat und immer mit Rat und Tat an unserer Seite stand.  

Nach der Eröffnungszeremonie mit mehreren sudanesischen Generälen und dem deutschen Botschafter nahmen wir am Tag nach unserer Ankunft unsere Arbeit auf.

Fußfesseln, die betroffen machen

Für die nächsten drei Tage hieß es dann, den mehr als 7.000 Inhaftierten des Gefängnisses in Al-Huda zu helfen. Einige von ihnen haben Fußketten, die bei jedem Schritt rasseln. Dieses Geräusch, diese Ketten machten uns sehr betroffen, denn die Gefangen mit Fußfesseln sind die, die zum Tode verurteilt wurden. Die Inhaftierten werden nicht in Al-Huda hingerichtet. Dafür werden sie in ein anderes Gefängnis gebracht und dort erhängt. Für mich war besonders dramatisch, dass der Gefangene selbst nicht weiß, wann das passieren wird: Morgen? Oder in drei Jahren?

Trotzdem konnten wir auch Verbesserungen seit unserem letzten Besuch in Al-Huda feststellen: Es wurde eine Krankstation eingerichtet mit Röntgengerät, Zahnarztstuhl und einem Labor.

Frauen mit Familie – im Gefängnis

Als Nächstes stand das Omdurman Frauengefängnis auf dem Plan. Auch dort waren wir schon alte Bekannte. Das Gefängnis ist immer etwas besonders, da die Frauen ihre Kinder dort bis zum fünften Lebensjahr bei sich haben. Deshalb haben wir dort auch immer eine große Anzahl von pädiatrischen Patienten – erfreulicherweise meist ohne schwere Erkrankungen, denn vor Ort gibt es ein Labor und zumindest einige Medikamente für Kinder.

Sind die Kinder älter als fünf Jahre sollen sich die Familien der Insassen weiter um die Kinder kümmern. Ob das immer gelingt, ist für uns unklar. Falls es keine Angehörigen gibt, gehen wir davon aus, dass die Kinder auf der Straße leben müssen.

Am 21.10.22 waren Proteste in allen größeren Städten angekündigt. Unsere Sicherheitskräfte waren besorgt und brachten uns von Khartum ins zirka 150 Kilometer südlich liegende Wad Madani. Das funktionierte reibungslos, nur arbeiten sollten wir an diesem Tag nicht mehr. Das Gefängnis dort würde uns erst am nächsten Tag in Empfang nehmen. Das „Willkommen“ war dafür umso größer, denn wir wurden mit einer Blaskappelle empfangen.

Wie ein einfacher Sturz zu einer Behinderung wird

Der gesundheitliche Zustand der Gefangenen war leider nicht besonders gut. Es zeigten sich viele Hautkrankheiten, wie Krätze und Pilzinfektionen der Haut sowie Infektionskrankheiten. Unsere Erfahrung als Mediziner sagt uns, dass das meist auf schlechte hygienische Zustände zurückzuführen ist. In Wad Madani bin ich Muhammad*, einem zirka dreißigjährigen, jungen Mann, begegnet. Er war sechs Monate zuvor gestürzt und hatte sich eine Kniescheibe gebrochen. Eine sachgemäße, zeitnahe Behandlung hatte nicht stattgefunden. Da die Kniescheibe die Sehne verbindet, die vom Schienbein zur Oberschenkelmuskulatur führt, ist er im Augenblick unfähig das Bein gestreckt zu halten. Es knickt bei jedem Schritt weg.

Muhammad hat durch den Sturz eine Behinderung, die durch eine relativ einfache Behandlung zu verhindern wäre. Als Ärzte weisen wir bei unseren Besuchen im Gefängnis immer wieder auf solche Missstände hin und rieten, Muhammad solle in einem Krankenhaus behandelt werden. Die Entscheidung darüber liegt allerdings in der Hand der Gefängnisleitung.

Zurück in Khartum erwartete uns als nächstes ein Gefängnis, in dem auch politische Gefangene inhaftiert sind, unter anderem Omar al-Bashir, der ehemalige Präsident des Landes. Wir würden ihn während der Behandlungen allerdings nicht zu Gesicht bekommen.

Es folgte ein dreitägiger Aufenthalt in Port Sudan und dem nahegelegenen Suakin. Die Zustände im Gefängnis in Port Sudan waren ähnlich wie in Khartum: Man scheint bemüht, eine gewisse Grundversorgung zu gewährleisten. Hingegen war im Gefängnis in Suakin, welches nur ein ganz klein ist und weit außerhalb liegt, der Bedarf an allem groß.

Fazit: Die humedica-Gefängniseinsätze helfen!

Nach der ereignisreichen Reise im Sudan, stelle ich fest: Es sind positive Entwicklungen in Bezug auf die medizinische Versorgung der Gefangenen zu erkennen, wie die Etablierung einer Krankenstation in Al-Huda und die Versorgung der inhaftierten Frauen und Kinder. Insgesamt konnten wir 2.034 Patinnen und Patienten behandelt und zusätzlich 361 zahnärztliche Behandlungen vornehmen.

Auch war es bei Notfällen (wir hatten einige wenige) möglich die Patienten sofort zum Krankenhaus zu transportieren. Eine Tatsache, die früher nicht immer möglich war. Die stadtnahen Gefängnisse scheinen zudem mehr Austattung zu haben als die eher ländlich gelegenen. Die regelmäßigen Besuche eines humedica-Teams mit dem Partner PFI über viele Jahre haben meiner Meinung nach Früchte getragen. Eine gute Nachricht!

*Name geändert

Vor allem durch Gipfel wie den Mount Everest bekannt, bietet Nepals Natur auch abseits sportlicher Aktivitäten große Herausforderungen. Naturkatastrophen gehören hier zum Leben dazu. Wie die Nepalesen gelernt haben, damit umzugehen.

Langsam und stetig, beinahe rhythmisch kämpfen sich die Fahrzeuge, Menschen und Tiere auf Nepals Straßen voran. Rund sechs Stunden brauchen wir für die 160 Kilometer von Nepalgunj, das im Westen Nepals liegt, nach Chaurjahari, wo wir das Krankenhaus besichtigen wollen, das humedica unterstützt.

Auf unserem Weg fahren wir an bunten Häusern in Kastenform vorbei, gelb pinkrosa und grün wechseln sich ab. Teilweise kann man auch die roten Ziegel sehen, aus denen sie gebaut sind. Je ländlicher es wird, desto einfacher werden auch die Hütten, manche scheinen ganz aus Lehm zu sein. Irgendwann hört dann die Straße auf, zumindest das, was wir als Straße bezeichnen. Stattdessen: Festgefahrener hellbraun-gelblicher Boden.

Wobei das „fest“ von der Jahreszeit abhängt. „In der Regenzeit fahren die Menschen halt soweit sie kommen“, erzählt Thomas Meier, Partnership und Communications Manager beim Partner Human Development and Community Services (HDCS) und für humedica koordinierend in Nepal tätig. Als wir einen Blick aus dem Fenster werfen, sehen wir eine Autorikscha, die sich gerade durch ein etwa 40 Zentimeter tiefes Schlagloch kämpft.

Das Krankenhaus in Chaurjahari ist abgelegen. Die Straße wird immer abenteuerlicher: Auf der einen Seite des Weges wird der Abhang immer steiler, auf der anderen Seite die Berge immer höher, sodass man das Gefühl bekommt, nördlich des Krankenhauses könne nicht mehr viel kommen. Trotzdem ist es zentraler Anlaufpunkt für viele Menschen aus der Umgebung. Manche tragen ihre Angehörigen und Freunde bis zu drei Tage auf einer Trage dorthin, damit ihnen geholfen wird.

Binisha mit ihrem Mann und ihrem neugeborenen Sohn.

Eine von ihnen ist Binisha*. Die 22-Jährige war schwanger und hat sich auf den Weg gemacht, als ihre Wehen einsetzten. Vier Stunden Fußweg sind es von ihrem Zuhause bis nach Chaurjahari. Ihr Mann hat sie getragen, ihre Mutter kam mit. „Ich kannte das Krankenhaus schon vorher und wollte deshalb auch unbedingt zur Geburt herkommen“, erzählt Binisha. Eine gute Entscheidung, wie sich herausstellte: Sie hatte wenig Fruchtwasser und benötigte einen Kaiserschnitt. „Jetzt bin ich überglücklich“, lacht die frisch gebackene Mutter während sie ihren kleinen Sohn präsentiert.

Wie wir erfahren, sind viele Geschichten hier im Krankenhaus aber nicht mit so einem freudigen Ereignis verbunden. Viele der Patienten leiden an Verbrennungen, weil in Nepal oft noch an einer offenen Feuerstelle gekocht wird. Die häufigsten Verletzungen sind allerdings orthopädischer Natur: Bauern rutschen im steilen und während der Regenzeit schlammigen Gelände aus; Frauen, die im Wald auf Bäume klettern, um Futter für das Vieh zu sammeln, fallen herunter; schlecht gewartete Busse kommen von den unebenen Straßen ab und stürzen im schlimmsten Fall den Abhang hinunter. Gründe für Brüche gibt es in Nepal viele.

Welche dramatischen Auswirkungen so ein Sturz haben kann, hören wir von Bikram, den wir im Parbat-Gebiet treffen. Nachdem wir eine der sich ewig windenden Bergstraßen entlanggefahren sind, halten wir nahe eines Abhangs. Von dort geht es zu Fuß einen schmalen langen Weg zu Bikrams Haus, das malerisch gelegen ist. Doch so schön die Gegend in der Trockenzeit auch wirkt, so gefährlich ist sie während der Regenzeit. Das musste Bikram am eigenen Leib erfahren, als er vor zehn Jahren ausrutschte. Die Folge: Eine Querschnittslähmung.

Bikram und seine Frau präsentieren die Handwerksarbeiten, die Bikram selbst herstellt.

„Ich bin hier dank meiner Familie und unseren Nachbarn. Sie haben für den Transport ins Krankenhaus zusammengelegt, sodass ich sofort operiert werden konnte. Hier im Dorf beschimpft mich auch niemand als behindert, Sie unterstützen mich alle“, erzählt Bikram gerührt. Diese Unterstützung machte ihm Mut, weiterzumachen. Er lernte, wie er kleine Hocker selbst herstellen kann, die er dann auf dem Markt verkauft. Und auch kleinere Reparaturen an dem Rollstuhl, den er durch humedica und den Partner International Nepal Fellowship (INF) erhalten hat, führt er selbst durch. „Durch meinen Unfall habe ich gelernt, wie wichtig es ist, den Mut und das Vertrauen in sich selbst nicht zu verlieren. Man muss weiter etwas tun. Ich gebe nach wie vor, was ich kann. Das hat mir geholfen, meinen Frieden mit dieser Sache zu machen“, verrät Bikram.

Den Menschen in Nepal machen aber nicht nur Knochenbrüche zu schaffen. Wie gewaltig die Natur ist, welche Kraft sie hat, merkt man hier deutlicher als in Deutschland. „Wenn durch einen Erdrutsch die Straße versperrt ist oder sogar weggespült wurde, wird einfach drumherum gebaut. Je weiter man ins Gebirge kommt, desto eher ist das dann aber nicht mehr möglich“, erzählt uns Meier, als wir an eine solche Abbruchkante kommen. Erdbeben, Erdrutsche und Sturzfluten: Mehrere Tausend solcher kleinen Katastrophen gibt es in Nepal jährlich.

Auch Gita lebt in so einem Gebiet, das die Natur fest im Griff hat: Überflutungen sind in Raptisonari nichts Ungewöhnliches. Ein Großteil der Bevölkerung lebt dadurch am Existenzminimum, denn jedes Mal, wenn der nahe liegende Fluss auf ein Vielfaches seiner normalen Größe anschwillt, ist alles verloren, was vor den Wassermassen nicht gerettet werden kann. Viele Menschen haben deshalb nichts mehr. Sie müssen jedes Mal wieder von Null anfangen. humedica hat deshalb mit dem Partner INF Nepal ein Projekt gestartet, durch das sich die Menschen langfristig etwas aufbauen können, das ihnen niemand nehmen kann.

Gita zeigt ihr neu erworbenes Wissen an der Nähmaschine.

So hat Gita einen Nähkurs besucht. Gerade einmal vier Monate später hat sie schon so viele Aufträge, dass sie damit ihre Familie versorgen kann. Als wir sie besuchen, näht sie gerade ein Nachthemd für eine Kundin. Traditionelle Kleidung ist in der ländlichen Gegend besonders gefragt. „Ich interessiere mich aber mehr für moderne Kleidung, auch wenn die Nachfrage nicht so hoch ist. Da würde ich gern noch mehr lernen und ausprobieren. Am liebsten würde ich irgendwann auch selbst Kurse geben“, verrät sie schüchtern lächelnd.

Gitas Zukunftspläne, Bikrams Mut, Binishas Freude: Es sind die Menschen, die die Reise durch Nepal so besonders gemacht haben – und in einer Welt voller Katastrophen auch mir Hoffnung gegeben haben.

Frauen am LKW-Steuer? – Ja bitte!

Christa Geyrhalter ist eine echte Powerfrau. Langeweile in der Rente kennt sie nicht: Enkel, Ehrenämter und Nebenjob organisiert sie nebenbei. Dabei macht sie, wie sie sagt, nur noch Dinge, die ihr Spaß machen – wie zum Beispiel LKW fahren bei humedica.

„Hallo? Christa Geyrhalter am Apparat“, schallt es freundlich-spritzig aus dem Telefon. Einen Termin mit Christa Geyrhalter zu vereinbaren, ist ein Vergnügen. Nach einer Minute und zwanzig Sekunden ist alles geklärt: Wer, wann, wo und worum es geht stehen fest und sind schon auf Geyrhalters kleinem Notizblock notiert. Zeit für Smalltalk bleibt auch noch – heute hat sie keine Zeit, da ist ein Enkel zu Besuch. Aber schon morgen ginge es.

Geyrhalter ist bestens organisiert. Seit 2020 ist die ehemalige Personalratsvorsitzende der Stadt Kaufbeuren in Rente und hat bereits fünf Ehrenämter aufgenommen sowie einen Nebenjob als Coach. Was Geyrhalter dabei wichtig ist: Dass ihr all das wirklich Spaß macht. „Ich will nichts mehr machen, weil es jetzt eben sein muss. Solche Aufgaben, bei denen man eher sagt ‚Naja, machen wir halt‘ kennt man aus dem Beruf. Jetzt muss ich nichts mehr und habe dadurch nochmal eine ganz andere Motivation“, verrät sie das Geheimnis ihres vollen Kalenders.

Ein Ehrenamt, das ihr gleich doppelt Freude bereitet, ist das LKW-Fahren für die humedica-Aktion „Geschenk mit Herz“. Denn Geyrhalter liegen nicht nur Kinder besonders am Herzen, sie fährt auch leidenschaftlich gerne – egal ob es ihr 125er Roller oder der Siebeneinhalbtonner bei humedica ist. „Ich habe mich gefreut, als ich mit 18 Jahren festgestelt habe, dass ich sehr gerne fahre. ‚Das bleibt nicht so‘ haben viele zu mir gesagt. Das stimmte bei mir aber nicht“, verrät Geyrhalter.

Dabei blieb es jedoch immer beim Hobby: „Mal die Route 66 zu fahren, wäre in jungen Jahren natürlich ein Traum gewesen. Aber letztendlich mache ich das als Hobby. Man wäre dann ja die ganze Zeit alleine ‚auf dem Bock‘, wie es so schön heißt“, überlegt Geyrhalter.

Power im Doppelpack

Bei humedica fährt sie allerdings nicht allein. Um die Päckchen der Weihnachtsaktion „Geschenk mit Herz“ von den Sammelstellen in die Zentrale nach Kaufbeuren zu bringen, fahren die Ehrenamtlichen zu zweit. Dabei durfte Geyrhalter ihre Beifahrer selbst aussuchen. „Meine Mitfahrerin ist Sybill Schuster-Nussrainer. Sie ist immer mit am Start, letztes Jahr bei insgesamt 15 Fahrten“, freut sich die humedica-Ehrenamtliche über ihr tolles Team.

Christa Geyrhalter mit ihrer Team-Kollegin und Beifahrerin Sybill Schuster-Nussrainer bei einer Abholung in München

Geyrhalter und Schuster-Nussrainer waren, seit sie 2020 mit ihrem Ehrenamt begonnen haben, das einzige reine Frauenteam. „Die beiden fallen schon auf“, erzählt Roswitha Bahner-Gutsche, Ehrenamtskoordinatorin bei humedica. Aber nicht, weil sie das einzige Frauenteam sind: „Sie bringen einfach gute Laune mit und strahlen dann eine Menge Power aus“, findet Bahner-Gutsche.

„Es ist ein tolles Miteinander“

„Es ist ein tolles Miteinander. Wenn mal etwas ist, kann man sich jederzeit an die humedica-Mitarbeiter wenden“, freut sich auch Geyrhalter über die gute Stimmung.Aber auch bei den Abholungen hat ihr Team gute Erfahrungen gemacht. „Meistens sind die Menschen sehr freundlich und hilfsbereit. Auch in Lagern, wo professionell gearbeitet wird. Wir sind ja viel langsamer, weil wir das nicht jeden Tag machen. Aber da ist immer viel Toleranz und Geduld da“, lacht Geyrhalter.

Die Ehrenamtliche findet es wunderbar, dass sie sich die LKW-Touren, soweit es geht, aussuchen und so ihre Zeit selbst einteilen kann: „So viele LKWs und Menschen so zu koordinieren, dass sie an an die richtige Stelle zum richtigen Zeitpunkt kommen und dass dort dann alles gemanagt wird – das ist ein großes Dankeschön wert“, lobt die humedica-Fahrerin die Organisation der Aktion „Geschenk mit Herz“.

Das richtige Ehrenamt finden

Besonders genießt die Ehrenamtliche, die bereits selbst vier Enkel hat, den Kontakt zu den Kindern, die jedes Jahr an Schulen und Kindergärten viele der Geschenke packen. „Ich finde das Konzept, dass Kinder Kindern helfen, ganz fantastisch. Viele wollen auch wissen, in welche Länder das dann geht“, erzählt Geyrhalter.

Auch bei ihren anderen Ehrenämtern liegt ihr Fokus auf Kindern. So ist sie beispielsweise bei Mentor – Bundesvereinigung der Leselernhelfer – engagiert und spielt, bastelt und liest einmal die Woche an der Konradinschule mit einem Mädchen, um ihr die Sprache näher zu bringen. „Ich lese gern. Deshalb unterstütze ich das auch“, verrät Geyrhalter. Für sie ist Lesen Grundvoraussetzung, um im Leben an ein Ziel zu kommen.

Für andere, die ihren Sinn und ihr perfektes Ehrenamt noch suchen, hat sie einen Rat: „Ich glaube, dass es für jeden ein Ehrenamt gibt, das auf sein eigenes Bedürfnis und seinen Charakter zugeschnitten ist“, erklärt der erfahrene Coach. Die Schwierigkeit sei nur, es auch zu finden. Sie selbst hat über Kollegen von dem Ehrenamt bei humedica erfahren. „Deshalb erzähle ich in meinem Bekanntenkreis, was ich hier tue.“

Noch auf der Suche nach Ihrem Ehrenamt? Dann melden Sie sich doch bei unserer Ehrenamtskoordinatorin Roswitha Bahner-Gutsche und erfahren, ob bei humedica vielleicht eine Aufgabe auf Sie wartet, die perfekt zu Ihnen passt.

Roswitha Bahner-Gutsche
08341 966 148 480
r.bahner-gutsche@humedica.org

Vielen Dank für Ihr Interesse! Die Anmeldung ist bereits beendet.

Dieses Jahr traf Pakistan eine der schlimmsten Fluten seit Jahrzehnten. Mehr als 1.300 Menschen starben dadurch. Das Wasser fließt inzwischen zurück – jedoch nur langsam.

Während die mediale Aufmerksamkeit ebenfalls immer mehr abnimmt, brauchen die Menschen vor Ort weiterhin Hilfe: Ihre Lebensgrundlage wurde meist einfach weggeschwemmt und Krankheiten wie Dengue, Typhus oder Malaria breiten sich aus.

Erfahren Sie, wie humedica in Katastrophen wie diesen langfristig hilft. Wie kann man in dieser Situation überhaupt helfen? Und wieso ist die Hilfe nach der Katastrophe genauso wichtig wie währenddessen? Und wie kann langfristige Hilfe überhaupt aussehen?

Wenn Sie dabei sein möchten, melden Sie sich gerne über das nachfolgende Formular zu unseren Online-Themenabend an.

Wann?

Am Donnerstag, den 27. Oktober von 20:00 Uhr bis 21:00 Uhr

Wo?

Digital per Zoom