Hintergrund: Äthiopien

Ein Krankenhaus für die Region

Wie humedica die medizinische Versorgung in der Somaliregion verbessert

24.03.2021

Wenn die Menschen vor einem Jahr ins Krankenhaus von Dollo kamen, mussten sie Glück haben, adäquat behandelt zu werden. Der vorherige Träger hatte die Klinik aufgegeben, das noch verbliebene Personal wurde nicht mehr bezahlt, der Operationssaal war in einem sehr schlechten Zustand. Im Sommer 2020 nahm humedica sich der Klinik an. Seitdem hat sich vieles geändert.

Der Operationssaal wurde wieder einsatzfähig gemacht. Die Zahl der Operationen ist gestiegen. Die Ärzte hätten gern einen zweiten. Foto: humedica

Dollo ist die größte Siedlung der Dollo Ado Region, einem Bezirk in Äthiopien, nahe der Grenze nach Somalia und Kenia. Etwa eine halbe Million Menschen leben hier in der Einöde aus Hitze, Sand und Steinen – ein Großteil davon Geflüchtete aus dem benachbarten Somalia.

Das Krankenhaus ist das einzige im Umkreis von etwa 80 Kilometern, was hier mehrere Stunden Fahrt bedeutet, wenn man ein Auto oder Moped hat. Die meisten sind zu Fuß oder mit dem Bus unterwegs. Viele der Menschen hier sind Nomaden, die von Ort zu Ort ziehen, je nachdem wo es etwas zu fressen für ihr Vieh gibt.

Der medizinische Leiter Mohamed vor der Corona-Isolierstation. Foto: humedica

Es gibt einige Gesundheitsstützpunkte in den Flüchtlingslagern, die sich um die basisgesundheitliche Betreuung kümmern – doch wer eine weitergehende Behandlung braucht, der muss ins Krankenhaus nach Dollo.

So wie Ahmed, der vor einem Jahr mit einer Schädelfraktur hierherkam und sich Hilfe erhoffte. Alles, was die Mitarbeiter in Dollo allerdings für ihn tun konnten, war, seine Wunde notdürftig zu versorgen und ihn dann weiter zu schicken. Das Röntgengerät war kaputt, der Operationssaal nicht einsatzfähig. Es fehlte an qualifiziertem Personal und entsprechender Ausstattung.

Ahmed kam vor einem Jahr in die Klinik nach Dollo und wurde damals weiter geschickt. Heute könnte er behandelt werden. Foto: humedica

Heute ist das anders. humedica bildete das bestehende Personal weiter aus und stellte zusätzliche Mitarbeiter ein. Außerdem wurden medizinische Geräte angeschafft. Neben der fertigen Corona-Station wird aktuell ein neues Medikamentenlager hergerichtet. Im Operationssaal finden vier bis fünf Operationen am Tag statt, neben Not-OPs auch selektive Eingriffe und Kaiserschnitte. Die Chancen, eine Geburt zu überleben, sind für Mütter und Kinder deutlich gestiegen.

Der Bedarf an Operationen ist groß, deshalb wünschen sich die Ärzte einen zweiten Operationssaal, damit zeitgleich mehrere Eingriffe durchgeführt werden können. Außerdem soll es einen Raum geben, in dem sich die frisch Operierten erholen können. Insgesamt soll der Standard der Klinik weiter erhöht werden. Viele Räume werden deshalb renoviert und mit neuer Technik ausgestattet. Eine Herausforderung dabei ist immer, bei kaputten Geräten passende Ersatzteile sowie Techniker zu finden, die diese einbauen können.

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Ersatzteile und Techniker zur Reparatur medizinischer Geräte zu finden ist in der Dollo Region schwierig. Vieles muss selbst erledigt werden. Foto: humedica

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