Reportage:

Philippinen – ein Land das nie zur Ruhe kommt

von Anna Grabner-Strobach,  17.01.2020

Der Vulkan Taal spuckt Asche und Lava. Die dichten Wolken ragen bis 800 Meter in die Höhe. Die Menschen tragen Schutzmasken, denn der Wind verteilt den giftigen Staub in alle Himmelsrichtungen. Seit einigen Tagen ist der Vulkan aktiv und die philippinische Regierung bereitet sich auf das Schlimmste vor. Mehr als 566 Vulkanbeben sind von dem nationalen Katastrophendienst registriert und im Umkreis von 14 Kilometern die Menschen evakuiert.

Die Menschen sind in Zelten untergebracht. Foto: humedica/PHILRADS

53.000 Menschen sind derzeit in 244 Notunterkünften untergebracht. Auch unser Partner PHILRADS betreut ca. 30 Familien in einem eigens eingerichteten Evakuierungszentrum. Auch am Rande der Eruptionen ist unser Partner in einzelnen Dörfern unterwegs, um Menschen mit dem Nötigsten zu versorgen. Allein gestern wurde an 105 Familien Lebensmittelpakete verteilt.

Dabei sind die Wunden der letzten Naturkatastrophen noch nicht verheilt. Die schweren Erdbeben im Herbst letzten Jahres sind in den Köpfen der Menschen noch immer allgegenwärtig. Unsicherheit und Trauma des Vergangenen sind plötzlich wieder präsent.

Viele Menschen haben ihr Hab und Gut verloren. Foto: humedica

Im Oktober 2019 werden die Philippinen von einem starken Erdbeben getroffen. Mit 6,3 auf der Richterskala verlieren sieben Menschen ihr Leben, 215 werden verletzt. Zwei Wochen später erschüttert erneut ein schweres Beben mit der Stärke 6,6 die südlichen Philippinen. Auf der Insel Mindanao werden 300 Menschen verletzt. Die Städte Mikilala und Magsaysay sind besonders betroffen. Sechs Menschen, darunter auch Kinder, können nur noch tot aus den Trümmern geborgen werden. Mit 2.000 Lebensmittelpaketen hat humedica die betroffenen Menschen unterstützt und versucht gemeinsam mit anderen Organisationen der Angst der Menschen entgegenzuwirken. Verschiedene Gemeinschaften haben sich zu einer großen vereint. humedica, PHILRADS, der Pastor der örtlichen Kirche sowie Freiwillige der Kirchengemeinde bilden ein Hilfsteam, um den Menschen mit vereinter Kraft, die Hand zu reichen.

humedica, PHILRADS, der Pastor der örtlichen Gemeinde und viele Frewilillige helfen zusammen. Foto: humedica

Auch jetzt halten die Menschen zusammen. Vulkanausbrüche sind auf den Philippinen nichts Ungewöhnliches. Die philippinischen Inseln liegen in einer seismisch sehr aktiven Zone.
Der sogenannte Feuerring im Pazifischen Raum ist eine Aneinanderreihung von mehr als 450, teils aktiven, teils ruhenden Vulkanen, die entlang der Küstengebiete liegen. Andere Anrainer des Feuerrings sind Länder wie Indonesien, Sumatra und Malaysia. Etwa 90 Prozent aller Erdbeben kommen in dieser Region vor. Zu Vulkanausbrüchen, Tsunamis und Erdbeben ziehen jedes Jahr im Durchschnitt 20 Taifune über den Inselstaat. Vor allem in der Regenzeit von Juni bis November kommt es oft zu heftigen und lebensbedrohlichen Regenfällen. Diese können zudem Überschwemmungen und Erdrutsche auslösen.

Heftige Regenfälle führen zu Überschwemmungen und Murenabgängen. Foto: humedica

Durch die Häufung der Vorkommnisse ist die Angst vor Katastrophen in der Bevölkerung spürbar. Auf den Philippinen zu leben birgt wohl ein gewisses natürliches Risiko. Dennoch ist das Land für Millionen Menschen Herkunft, Heimat und Lebensgrundlage mit außergewöhnlichen Menschen, Natur und ungebrochenem Zusammenhalt.

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