Hintergrund:

humedica-Team hilft im Kosovo COVID19 einzudämmen

„Das medizinische Personal ist sehr bemüht, das Problem in den Griff zu bekommen“

01.10.2020

„Der Kosovo hat heftige Zeiten hinter sich“, berichtet unsere Einsatzkraft Katharina. Im Juli und August sind die Corona-Infektionszahlen dort explosionsartig in die Höhe geschnellt. „Wer wegen des Virus auf die Intensivstation musste und intubiert wurde, für den war das quasi ein Todesurteil. Deshalb geht es uns besonders darum, möglichst zu verhindern, dass Menschen intubiert werden müssen.“

In praktischen Übungen gibt das medizinische Einsatzteam im Kosovo Hilfstellung zur Erkennung und Behandlung von COVID 19. Foto: humedica

Katharina ist Teil eines gemeinsamen Einsatzteams, das derzeit unter der Federführung des Robert Koch-Institutes das medizinische Personal im Kosovo dabei unterstützt, die Infektionsausbreitung zu kontrollieren und bei der Behandlung von COVID-19 zu beraten. Mit insgesamt sechs Einsatzkräften stellt humedica den größten Teil des Teams.

„Sowohl Ärzte als auch Pflegekräfte hier sind bemüht, das Problem in den Griff zu bekommen, zeigen großes Interesse an einem Austauschund stellen viele Fragen. Auch in Deutschland sind sich die Mediziner zum aktuellen Zeitpunkt nicht immer einig, welches der beste Weg ist, Infizierte zu behandeln. Das ist hier auch nicht anders“, erzählt Katharina. „Wir schulen sie nach den Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation WHO.“

Wichtig nach dem Einsatz im Krankenhaus ist auch die eigene Desinfektion. Foto: humedica

„Häufig fehlt es an ausreichender Schutzausrüstung oder der notwendigen Infrastruktur in den Krankenhäusern“, berichtet Katharina. „Medizinern und Pflegepersonal steht oft nur ein Schutzkittel und eine Maske pro Tag zur Verfügung. Damit müssen sie dann alle Patienten versorgen. Auch, dass Desinfektionsmittel rationalisiert sind, haben wir gesehen.“

Zwar gilt im Kosovo eine deutlich strengere Maskenpflicht als hier, die Besuchsregeln für Patienten, die mit dem Coronavirus infiziert sind, seien aber deutlich lockerer. „Wir haben gesehen, dass die Besucher völlig ungeschützt in den Zimmern der Patienten saßen,“ erzählt Katharina. „Für die Medikamente müssen die Patienten bzw. die Angehörigen zudem zum Teil selbst aufkommen – oft eine schwierige Situation.“

Die Aufgabe des medizinischen Teams, dem neben Einsatzkräften von humedica auch Experten der Johanniter Auslandshilfe, I.S.A.R. Germany, des Robert Koch-Instituts, des Universitätsklinikums Hamburg Eppendorf, der Universitätsklinik Charité Berlin und der Bundeswehr angehören, ist es, die kosovarischen Ärztinnen und Ärzte sowie das Pflegepersonal zu schulen. „Wir begleiten unsere Kolleginnen und Kollegen in den Krankenhäusern, wenn sie Patienten behandeln und beraten sie in Therapie und Diagnostik. Außerdem führen wir spezielle Schulungen und praktische Übungen durch, beispielsweise Atemtherapie, Lagerungstraining oder im Bereich Kontrolle der Infektionsausbreitung“, berichtet Katharina. „Teilweise drehen wir Lehr-Videos, verteilen Flyer und Plakate, damit die Inhalte mehr Menschen zur Verfügung stehen.“

Auch mit Hilfsgütern unterstützt das Team den Kosovo. Im Vorfeld des Einsatzes startete ein LKW mit 2,5 Tonnen Schutzausrüstung vom humedica-Hauptquartier in Kaufbeuren in Richtung Pristina. „Über die Kittel, Overalls, Schutzbrillen, Handschuhe, Masken, Hauben, Gesichtsschilde und Hände- sowie Flächendesinfektionsmittel haben sich die Mediziner hier sehr gefreut,“ ist Katharina begeistert.

Das Team wird noch bis zum Wochenende im Kosovo bleiben.

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