Eine Isolation der Menschen ist nicht möglich

Unterwegs in libanesischen Flüchtlingslagern

von Sebastian Zausch

Die Zelte in den Flüchtlinglagern stehen dicht an dicht. Der Corona-Virus würde sich da sehr schnell weiter verbreiten. Foto: humedica

„Die Leute in ihren Zelten zu isolieren – das ist kaum möglich“, erzählt Tatjana, unsere Koordinatorin im Libanon. Gemeinsam mit ihrem Team betreut sie im Bekaa-Tal die Flüchtlinge in insgesamt 33 informellen Lagern. Die meisten sind vor dem Bürgerkrieg im benachbarten Syrien geflohen und leben bereits seit vielen Jahren hier. „Die Menschen hausen in provisorisch aufgebauten Zelten. Meist wohnen mehrere Generationen zusammen. Das sind dann auch schon mal zwölf Menschen, die sich ein bis zwei Räume teilen. Es ist schwierig, in solchen Zuständen den nötigen Abstand zu halten“, sagt Tatjana. „Unter solchen Umständen könnte sich das Virus schnell ausbreiten.“ Viele der Geflüchteten gehören zu den Risikogruppen. Sie sind schlecht ernährt und chronisch krank.

Den meisten Familien in den libanesischen Flüchtlingslagern stehen nicht mehr als zwei solcher Wohnräume zur Verfügung. Hier leben zum Teil mehr als zwölf Menschen auf engstem Raum zusammen. Foto: Christoph Jorda

Mit einem Klinikbus fährt humedica die verschiedenen Flüchtlingssiedlungen an, schaut nach, wie es den Menschen geht. Wenn jemand coronatypische Symptome aufweist, informieren die Mitarbeiter das Gesundheitsministerium. Das entscheidet dann, wie es weitergeht. Dadurch unterstützt humedica das Gesundheitsministerium in der frühen Erkennung von Corona-Erkrankungen.

Zudem leistet das Team von humedica im Libanon wichtige Aufklärungsarbeit. Dadurch wissen die Geflüchteten welche Schritte sie im Falle einer Erkrankung ergreifen müssen.

Mit dem Klinikbus fährt das humedica-Team verschiedene Flüchtlingssiedlungen im libanesischen Bekaa-Tal an. Foto: humedica

„Die Menschen sind verunsichert,“ sagt Tatjana. 149 Menschen sind im Libanon Stand Freitag früh an dem Virus erkrankt. In den Camps gab es bislang noch keinen Corona-Krankheitsfall. „Dass das so bleibt, daran arbeiten wir gemeinsam mit allen Partnerorganisation“. Aktuell gibt es eine Ausgangsperre. Diese soll eine weitere Verbreitung des Corona-Virus verhindern.

humedica unterstützt vier Gesundheitszentren in der Region, in der eine kostengünstige medizinische Versorgung gewährleistet ist, mit medizinischen Gütern, Personal, Training uns Medikamenten. Gerade erst wurde neue Schutzkleidung angeschafft und Desinfektionsmittel sowie Medikamentenvorräte aufgestockt.

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