Projektgeschichten: Togo

Schlecht versorgt auf engstem Raum

Hoffnung für Gefangene in Togo

von Heike Knauff-Oliver, 07.08.2019

Es ist kaum vorstellbar, unter welchen Bedingungen Häftlinge in vielen Teilen der Welt leben, oder besser gesagt: hausen müssen. Dicht auf Dicht sind sie gedrängt, schlafen funktioniert nur im Stehen. Infektionskrankheiten wie Tuberkulose oder Wurmerkrankungen verbreiten sich daher rasend.

Die Gefangenen, hier Bilder vom Einsatz 2019, sind dankbar und warten gern auf ihre Behandlung. Foto: humedica

humedica entsendet regelmäßig Ärzteteams zu Gefängniseinsätzen, zum Beispiel nach Togo. Auch hier sind die hygienischen Verhältnisse besorgniserregend. Den Häftlingen fehlt es nicht nur an grundlegenden Hygienemöglichkeiten, sondern auch an den entsprechenden Hygieneartikeln. „Wir haben Seife auf dem lokalen Markt gekauft, um sie an die Gefangenen weiter zu geben“, berichtet Roswitha Märkle, die bei einem der Gefängniseinsätze als Pflegerin dabei war. „Auch unzureichende Mengen an Nahrungsmitteln und eingeschränkter Zugang zu sauberem Wasser sind ein Dauerproblem in den togoischen Gefängnissen.“

Die Einsätze, die humedica in Togo gemeinsam mit den Partnerorganisationen Prison Fellowship Togo und Enfant-Food-Development (EFD) durchführt, sollen den Menschen in den Gefängnissen eine medizinische Versorgung ermöglichen und ihnen zeigen, dass sie nicht vergessen sind. „Die Fürsprache ist oft noch wichtiger, als die medizinische Hilfe selbst,“ berichten Einsatzkräfte immer wieder. Unsere Teams bestehen aus Ärzten, Zahnärzten, Krankenschwestern und Pflegern.

Pflegerin und Teammitglied Roswitha Märkle hat in ihrem persönlichen Rückblick festgehalten, warum dieser Einsatz traurig macht und weshalb sie die Hoffnung trotzdem nicht aufgibt: „Wir besuchten ein Gefängnis nahe der Hauptstadt Lomé. Zum Glück waren wir in der guten Obhut von Pastor Martin und Eric, dem Mitarbeiter unserer Partnerorganisation Prison Fellowship. Wir konnten neun Gefängnisse im ganzen Land aufsuchen und dort medizinische Hilfe leisten. Es boten sich uns überwiegend erschütternde Zustände. In einem der von uns besuchten Gefängnisse, gab es für alle 417 Gefangenen nur eine Dusche, eine Toilette und gerade einmal eine Mahlzeit am Tag. In zwanzig Quadratmeter großen Zellen verbringen teilweise 55 Menschen die Nacht. Neben anderen Leiden werden besonders Hautkrankheiten wie Pilze und die Krätze auf alle Insassen übertragen“, berichtet sie erschüttert.

Wie 2017 besuchte das humedica-Team auch 2019 wieder Gefängnisse im Togo. Foto: humedica

Die von humedica mitgelieferten Materialien halfen, in den am schlimmsten betroffenen Gefängnissen erforderliche Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Alle Häftlinge erhielten orale Krätze-Mittel sowie neue Kleidung. „Die von uns behandelten Gefangenen waren ohne Ausnahme freundlich und dankbar. Eine 74-Jährige erzählte, dass sie bereits seit 15 Jahren inhaftiert ist und noch weitere fünf Jahre anstehen.“ berichtet Roswitha Märkle.

humedica führt mehrmals im Jahr Gefängniseinsätze durch. Der nächste Einsatz im Togo findet im Oktober 2019 statt. Neben Togo helfen unsere Einsatzkräfte auch in Ländern wie Sudan, Uganda oder Benin.

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