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Erdbeben in Montyland

Gut trainiert für den Ernstfall: Internationales Katastrophentraining bei humedica

von Heike Knauff-Oliver

Kaufbeuren - Einsatzkräfte proben den Ernstfall: TEAMS (Training for Emergency Medical Teams and European Medical Corps) heißt das Training. Alle relevanten Phasen eines Einsatzes werden dabei durchgespielt. Um zukünftige europäische Helfer auf ihre Einsätze vorzubereiten, entwickelte ein internationales Konsortium dieses durch die Europäische Union geförderte Training.

Katastrophen können nicht verhindert werden. Ein gut organisierter Hilfseinsatz kann aber die Auswirkungen mildern und lokale Organisationen partnerschaftlich unterstützen. Unsere Einsatzkräfte wissen nie genau, was sie erwartet, wenn sie am Einsatzort ankommen. Somit muss jeder im Vorfeld wissen, was zu tun ist und wie er sich im Einsatz verhalten muss. Diese Fähigkeiten müssen geübt werden und das möglichst „katastrophengetreu“.

Dank der Schminkkünste der Notfalldarstellung des Jugendrotkreuzes Ostallgäu sahen die Verletzungen täuschend echt aus. Foto: humedica

Szenario: Ein Erdbeben der Stärke 7,5 auf der Richterskala in Montyland. Tote und viele Verletzte. humedica Einsatzkräfte sind schon unterwegs. Bevor sie ihre Arbeit aufnehmen können, ist noch vieles zu klären: Behörden des Landes, internationale Kommissionen wie WHO (Weltgesundheitsorganisation) und UN (Vereinte Nationen) sind vor Ort und koordinieren. Sie weisen dem Einsatzteam mit 16 Helfern ihren Einsatzbereich zu. Dann sind erst einmal technische und handwerkliche Fähigkeiten, von dem überwiegend medizinisch geschulten Personal, gefragt: Behandlungszelte und ein Lazarett, müssen aufgestellt sowie für Strom und Wasser gesorgt werden. In einem Land, in dem gerade die Erde gebebt hat, ist das alles nicht so leicht, dazu ist mit Nachbeben zu rechnen. Teamarbeit ist gefragt. Kommunikation und das Miteinander müssen funktionieren. Plötzlich, ein Massenanfall von Verletzten. Montyland ist erfunden und die Verletzten sind Statisten – eine Simulation für den Ernstfall und wichtiger Bestandteil des Trainings.

„Je besser die Vorbereitung, desto effizienter die Hilfeleistung im Katastrophenfall. Dafür sind diese Übungen gemacht“, sagt Dr. Oliver Emmeler, humedica Trainer. Im letzten Jahr wurde humedica als drittes deutsches und siebzehntes internationales Team durch die Weltgesundheitsorganisation als „Emergency Medical Team Type 1“ (EMT) zertifiziert. Im Rahmen von medizinischen Katastropheneinsätzen ist humedica damit in der Lage, innerhalb kürzester Zeit weltweit selbstständig standardisierte medizinische Hilfe zu leisten. „Im echten Einsatzfall verlegen wir ein mobiles Zelt-Camp samt Personal in das Katastrophengebiet und versorgen von dort aus, für rund 14 Tage, etwa 100 Patienten täglich ambulant“, erklärt humedica-Geschäftsführer Johannes Peter.

Jede Verletzung fordert eine individuelle Behandlung. Die Diagnosestellung ist dabei ein Wettlauf mit der Zeit. Foto: humedica

Die ehrenamtlichen Helfer stellen nicht nur ihre medizinischen und organisatorischen Fähigkeiten sowie ihre Zeit zur Verfügung, sondern gehen auch auf eigene Gefahr in den Einsatz. Eine große Herausforderung und ein wirklich ehrenvoller Einsatz von Menschen für Menschen.

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