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Somalia: Hilfe am Horn des Hungers

Container der SOS-Kinderdörfer und humedica erreichen Mogadischu

von Steffen Richter

München/Mogadischu. Ernten sind ausgefallen, Nutztiere verendet, es gibt kaum Wasser: Aufgrund einer verheerenden Dürre ist die Lage der Menschen in Somalia verzweifelt. Nach Angaben der SOS-Kinderdörfer und der Hilfsorganisation humedica sind rund 360.000 Kinder unter fünf Jahren akut mangelernährt, 71.000 von ihnen so schwer, dass sie lebensrettende Hilfe benötigen. Insgesamt gehen die beiden Hilfsorganisationen von 15 Millionen direkt Betroffenen aus.

Zum zweiten Mal seit Januar haben nun Container mit dringend benötigten Hilfsgütern die somalische Hauptstadt Mogadischu erreicht. Die Hilfslieferungen wurden von den SOS-Kinderdörfern und humedica organisiert und sind unter anderem mit Zusatznahrung, Medikamenten und Milchpulver bestückt. „Besonders Kleinkinder, Schwangere und kranke Menschen sind dringend auf die Verteilung der lebenswichtigen Hilfsgüter angewiesen“, berichtet die Projektverantwortliche humedica-Mitarbeiterin Johanna Bischoff. „Inzwischen haben die Container verschiedene Einrichtungen der SOS-Kinderdörfer und der somalischen Behörden erreicht, die Güter werden verteilt.“

Hilfsgüter werden in Somalia aus dem Container entladen

Dringend benötigte Hilsgüter wie Zusatznahrung, Medikamente und Milchpulver haben die somalische Hauptstadt Mogadischu erreicht. Foto: SOS-Kinderdörfer/humedica

Die Versorgungssituation bleibt nicht nur in Somalia am Horn von Afrika krisenhaft, der gesamte Osten Afrikas und der Süden der arabischen Halbinsel sind betroffen. Die Notlage folgt auf zwei schlechte Regenzeiten, die zu Wassermangel, Ernteausfällen, und dem Verlust von Weideland und Vieh geführt haben. Gleichzeitig stiegen die Preise für Getreide stark an. Aufgrund der Wasserknappheit brach in einigen Gebieten Cholera aus.
 
Louay Yassin, Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer, warnt: „Nothilfe ist dringend erforderlich, reicht aber nicht aus: Unsere Entwicklungsarbeit zielt darauf ab, dass die lokale Bevölkerung gewappnet ist, in Zukunft besser auf solche Krisen zu reagieren.“

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