Hintergrund:

Hebammen im Einsatz für humedica

von Lisa Wolff, 05.05.2018

Kindern einen guten, gesunden Start ins Leben zu ermöglichen und Müttern jederzeit mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, dafür sorgen Hebammen weltweit Tag für Tag – auch in vielen von unseren Projekten.

Bei den Kara in Äthiopien

Kebebush arbeitet seit 2017 als Hebamme für humedica. Die Leidenschaft für diese Tätigkeit wurde ihr schon in die Wiege gelegt. Ihre Mutter ist eine traditionelle Hebamme, die aufgrund ihrer sehr guten Arbeit von Seiten der Regierung gefördert wurde. Kebebush ist nun in ihre Fußstapfen getreten: „Ich bin eine geborene Hamer. Hamer und Kara stehen sich sehr nahe, sodass ich die Kultur und die Probleme der Frauen hier sehr gut kenne.“ Eine große Herausforderung stellt aktuell noch die Akzeptanz der Untersuchungen dar, erklärt sie.

Etwa 40 Schwangere konnte Kebebush bereits unterstützen, vier Geburten hat sie seither selbständig durchgeführt. „Mein Ziel ist es, möglichst alle schwangeren Frauen von der Wichtigkeit der Vor- und Nachsorge zu überzeugen“, erzählt Kebebush. „Das erfordert viel Vertrauen von Seiten der Frauen, die oft aus Schamgefühl die Untersuchungen nicht annehmen.“ Das will Kebebush nun ändern. Denn durch die Vorsorgeuntersuchungen kann möglichen Problemen bei der Geburt zuvorgekommen oder eine rechtzeitige Überweisung der Patientinnen in die nächstgelegenen Kliniken in Turmi oder Jinka organisiert werden.

Hebamme von humedica bei den Kara in Äthiopien

Kebebush kümmert sich als Hebamme bei den Kara in Äthiopien um die medizinische Versorgung der Kinder und Frauen. Foto: humedica

„Nach der Geburt biete ich den Frauen Hygieneschulungen an“, erzählt Kebebush weiter. Auch Still- und Impf-Sprechstunden sowie Informationen zu Möglichkeiten der Familienplanung sind Teil ihrer wichtigen Arbeit.

Mutter-Kind-Klinik im Niger

Dass durch die Geburtsbegleitung durch Hebammen die Sterblichkeitsrate von Müttern und Kindern enorm reduziert werden kann, zeigt auch die Bilanz der Mutter-Kind-Klinik im nigrischen Kollo. humedica beschäftigt hier gemeinsam mit dem Hosanna Institut du Sahel neben Ärzten und Pflegekräften insgesamt sechs Hebammen. Natacha leitet dieses Team. Auch hier spielt das Thema Vertrauen eine sehr große Rolle.

„Wir ermutigen die Frauen dazu, ihre Kinder bei uns in der Gesundheitsstation zur Welt zu bringen. Denn 90 Prozent der Todesfälle von Müttern und 80 Prozent von Säuglingen passieren bei Hausgeburten in den Dörfern“, erklärt Natacha. „Das wollen wir ändern.“

Hebamme von humedica im Niger

Gemeinsam mit ihrem Team kümmert sich Natacha (links) in der Mutter-Kind-Klinik in Kollo um die Patienten. Foto: humedica

Die Betreuung in der Klinik ist für die Frauen und Kinder kostenlos. Nach der Geburt erhalten die frischgebackenen Mütter eine Basis-Ausstattung für ihre Babys. Neben den wöchentlichen Impfsprechstunden werden täglich Informationsrunden zu verschiedenen Themen aus den Bereichen Hygiene und Gesundheit angeboten. „Die Mehrzahl unserer Patientinnen sind Analphabeten, sodass wir ihnen das Wissen mündlich und praktisch vermitteln“, so Natacha weiter.

Das Wohl der Frauen und Kinder steht in der Klinik in Kollo an oberster Stelle. Immer mehr Menschen aus der Region nutzen dieses Angebot und nehmen dafür mitunter weite Wege auf sich.

Medizinische Hilfe für syrische Flüchtlinge im Libanon

Weite Wege legen auch Siham und Victoria im Libanon zurück. Die beiden humedica-Hebammen fahren täglich etwa 30 der unzählbaren Flüchtlingslager nahe der syrischen Grenze an. Dorthin bringt sie der MMU-Bus: die Mobile Medical Unit von humedica. Mit allem Nötigen ausgestattet gewährleistet die blickdichte Behandlungskabine die Privatsphäre der Patienten. Steht der Bus einmal nicht zur Verfügung, organisieren die Hebammen ein Zelt von einer der zu untersuchenden Frauen.

Mobiler Klinikbus von humedica im Libanon

Unterstützt vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland können die Ärzte und Hebammen mit dem mobilen Klinikbus direkt zu den Menschen in die Flüchtlingslager fahren und sie dort medizinisch betreuen. Foto: humedica

In den oft informellen Zeltsiedlungen übernehmen sie so für circa 200 Frauen die Schwangerschaftsbetreuung. Viele mehr erreichen sie mit ihren Aufklärungskampagnen zu Themen wie Geburtsvor- und Nachsorge, Stillen und Familienplanung. „Bei unseren Einsätzen betreue ich jeden Tag zwischen 25 und 30 Frauen“, erzählt uns Siham. „Die Gesundheitsschulungen finden jeweils in Gruppen mit zehn Frauen statt. So kann ich mir für jede von ihnen genug Zeit nehmen und ihnen Hygiene- und Stilltipps für sie und ihre Kinder geben.“

Die Situation in den Zeltsiedlungen ist dabei oft schwierig. Die Hygienestandards sind sehr niedrig. Im Winter ist es kalt und nass. Im Sommer wird es sehr heiß.

Zurück in Äthiopien

In Äthiopien sind Amran und Leila mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert wie Siham und Victoria im Libanon. Hier betreuen sie Frauen und Kinder im Flüchtlingslager Melkadida nahe der somalischen Grenze. Neben der allgemeinen Schwangerschaftsbetreuung geht es vor allem darum, rechtzeitig Risiken zu erkennen und dann entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

Hebamme im Flüchtlingslager Melkadida

Hebamme Amran bei der Arbeit: Zusammen mit ihrer Kollegin Leila kümmert sie sich im Flüchtlingslager Melkadida um die Bedürfnisse von Müttern und ihren Babys. Foto: humedica

Amran berichtet von einer Geburt, bei der Komplikationen aufgetreten sind. Die Plazenta löste sich nicht, sodass sie eingreifen musste. Vor allem in solchen kritischen Situationen entscheidet das Beisein von erfahrenen Geburtshelfern über den Ausgang. In diesem Fall ging alles gut. „Ich war sehr froh, dass die Frau in unserer Obhut war und wir rechtzeitig eingreifen konnten“, so Amran.

Und auch Leila strahlt, wenn sie sagt: „Ich bin sehr stolz, als Hebamme arbeiten zu können und den Frauen und Kindern hier zu helfen.“

Wir bedanken uns herzlich bei unseren und allen Hebammen im Einsatz für ihre wichtige Arbeit – hier bei uns in Deutschland und weltweit!

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