Reportage:

Sugnas Lächeln

von Steffen Richter, 28.08.2017

Oh ja, Sugna ist glücklich. Sie ist sehr glücklich. Sugna ist 37 Jahre jung, sie lebt in Pakistan, einem kleinen verschlafenen Dorf, das einst Yousuf Thebo genannt wurde und das unweit der größeren Stadt Khipro im Distrikt Sanghar liegt. Sugna hat drei Kinder, ihre zehnjährige Tochter Paari ist bereits eine große Hilfe, Sohn Jairam ist sieben Jahre alt und ist ebenso wie seine zwei Jahre jüngere Schwester Meena noch sehr auf seine Mama fixiert. Sugnas Mann Tekam arbeitet auf den Feldern eines Großgrundbesitzers. Sugna und Tekam lieben sich, sie sind glücklich verheiratet. Sugnas Leben ist gut. Sie lebt ein einfaches Leben, das von Herausforderungen geprägt ist, aber die Familie kommt über die Runden.

Wir möchten heute Sugnas Geschichte erzählen und die ihrer Familie. Eine kleine Geschichte mit einem guten Ende. Eine Geschichte, die glücklicherweise beispielhaft steht für mittlerweile viele andere Familien in Sugnas Dorf und viele andere Dörfer in anderen Gegenden. Sugnas Lächeln treffen wir an vielen Orten Pakistans. Sugnas Lächeln ist ansteckend.

Trotz einfacher Lebensumstände ist Sugna glücklich. Ein kleiner Schritt hat ihr Leben jetzt maßgeblich vereinfacht. Foto: Thomas Grabka

Pakistan ist ein riesiges Land von bezaubernder Schönheit und erstaunlicher Vielfalt. Eine gewaltige Fläche mit sehr unterschiedlichen klimatischen Bedingungen, die allesamt sehr direkte Auswirkungen auf das Leben der Menschen haben. Pakistan ist ein Land tragischer Katastrophen, massive Erdbeben und unvorstellbare Überschwemmungen sind die gefährlichsten Bedrohungen. Überhaupt Wasser: Wasser ist in Pakistan wie überall auf der Welt der Schlüssel zum Leben.

Während in einigen Teilen unserer Erde dieses Wasser allerdings mit einer simplen Handbewegung kalt und warm und sauber zur Verfügung steht, ist Wasserzugang in vielen, zumeist trockenen Gegenden Pakistans mit einem Fußmarsch über mehrere Kilometer verbunden. Auf dem Hinweg ist es nur heiß, auf dem Rückweg ist es heiß und die prall gefüllten, schmutzigen Wasserkanister verursachen schlimme Schmerzen an den Händen, den Armen, dem Rücken.

Jeder Meter wird zum unbarmherzigen Kampf mit dem geschundenen Körper, der Sekundenzeiger scheint zu kleben an den Lebensuhren der vielen, vielen jungen und alten Frauen, die Tag für Tag Wasser holen müssen. Wasser, das eigentlich Leben bedeutet und ob seines Zustands doch für Krankheit steht und einen mühsamen, erschwerten Alltag. Sagen wir, hier startet Sugnas Geschichte.

Wasser ist der Schlüssel

Kreislauf durchbrochen

Sugna Lächeln ist schon immer besonders. Es schmückt ihr zierliches Gesicht mit den dunklen, wachen Augen, fügt sich wunderbar ein in die exotischen Farben ihres raffiniert genähten Kopftuchs. Sugna lächelt gerne, auch wenn ihr Alltag bis vor wenigen Monaten von Wassertransport geprägt war. Bis zu fünf Stunden täglich verbringt Sugna damit, Wasser von einem mehrere Kilometer entfernten Kanal zu ihrer Hütte zu bringen, um den Bedarf der Familie einigermaßen zu decken.

"Ein Großteil meiner Zeit und Energie ging für die Wasserbeschaffung verloren", erzählt sie uns im Gespräch während unseres Besuchs im heißen pakistanischen Sommer. "Das war ein großes Problem, denn viele andere Aufgaben im Haushalt warteten auf mich: Unsere Kinder brauchen Aufmerksamkeit, mein Mann brauchte Hilfe auf dem Feld und vieles mehr. All das war nicht möglich, ich war gebunden..."

Sugna holte Wasser aus einem Kanal. Wasser ist nicht gleich Wasser! Sugnas Wasser schmeckte nicht gut, auch wenn der Durst verschwand. Die Haut wurde krank. Die ganze Familie hatte eigentlich immer Durchfall. "Ich wusste auch nichts über Hygiene. Aber selbst, wenn ich darüber gewusst hätte, wie hätte ich mich ohne Zugang zu wirklich sauberem Wasser entsprechend verhalten sollen?", fragt sie zu Recht und lächelt freundlich.

Wenige Schritte, nicht kostenintensiv oder aufwändig haben Sugnas Leben und das ihres Dorfes unmittelbar verändert: Der Bau eines Brunnens mit Handpumpe im direkten Umfeld ihrer Siedlung ist der größte Segen, sauberes Wasser steht jederzeit ausreichend zur Verfügung. Gezielte Workshops zum Thema Hygiene, Wasser und die Nutzung sanitärer Einrichtungen, sorgen sofort für einen massiven Rückgang von Erkrankungen.

Einfache Maßnahme mit riesiger Wirkung: Die Wasserpumpe erspart Frauen wie Sugna den langen und mühsamen Weg zur nächsten Quelle. Foto: Thomas Grabka

In Zusammenarbeit mit unserem lokalen Partner PAK Mission Society und dank der Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) konnten wir die beschriebenen Maßnahmen in den vergangenen Monaten in mehr als 30 Dörfern durchführen. Sugnas Lächeln zieht Kreise.

Kleine Schritte, große Wirkung

Verschenken Sie Lächeln

Projekte der Entwicklungszusammenarbeit werden gerne ob ihrer Sinnhaftigkeit und der oft großen Umsetzungszeiträume diskutiert. Sugna steht mit ihrem Lächeln, mit ihrer Familie, ihrem Dorf, mit dem guten Ende ihrer Geschichte für all die Möglichkeiten, die wir haben, um das Leben von Menschen in Not zu verändern. Bitte nutzen Sie Ihre Chance, mit einer gezielten Spende nachhaltige Veränderung zu schaffen. Bitte verschenken Sie heute ein Lächeln. Vielen Dank, ausdrücklich auch im Namen von Sugna, Tekam, Paari, Jairam und Meena.

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