Hintergrund:

Dürre und Hunger am Horn von Afrika

23 Millionen Menschen vom Hungertod bedroht

von LKO, 23.06.2017

Die Situation am Horn von Afrika bleibt extrem ernst: Allein in Somalia, Kenia, Äthiopien und dem Südsudan sind nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 12 Millionen Menschen vom Hungertod bedroht. Nimmt man die Länder Dschibuti, Eritrea, Nigeria und Uganda noch dazu, erhöht sich die Zahl der Betroffenen auf über 23 Millionen. Sollten sich die schlimmsten Befürchtungen bestätigen, sieht sich die Region mit einem Massensterben und gleichzeitig der größten humanitären Katastrophe seit dem zweiten Weltkrieg konfrontiert. Doch schnelle Hilfe bleibt eine Herausforderung.

Neben mehreren spärlich ausgefallenen oder gleich komplett ausgebliebenen Regenzeiten in den vergangenen drei Jahren, kämpfen viele der von Hunger betroffenen Regionen zusätzlich gegen anhaltende politische Konflikte und gewalttätige Vertreibungen. Trauriges Paradebeispiel dieser Entwicklungen ist einmal mehr der gescheiterte Staat Somalia. Nicht enden wollende politische Machtkämpfe und Terror lassen vor allem die Bevölkerung auf dem Land leiden, wo Dürre und islamistische Kontrolle besonders schwer wüten. Allein dort sind über sechs Millionen Menschen auf sofortige Hilfe angewiesen.

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Das Wasser ist knapp - den Betroffenen fehlt es nicht nur an Essen sondern auch an Trinkwasser. Foto: humedica

Ein weiteres Problem: Mit dem Hunger kommen die Krankheiten. Das durch die unzureichende Versorgung geschwächte Immunsystem ist anfälliger für Infektionskrankheiten wie Durchfall oder Grippe. Viele Menschen sterben also nicht direkt am Hunger sondern an einer daraus resultierenden Krankheit. Besonders der Gesundheitszustand von Kindern in den Dürreregionen gibt Anlass zu großer Sorge. Auf der Suche nach Trinkwasser und Essen sind sie gemeinsam mit ihren Müttern oft tagelang unterwegs.

humedica hilft in den am stärksten betroffenen Gebieten

Gemeinsam mit lokalen Partnern engagiert sich humedica für die notleidenden Menschen in Äthiopien, Kenia und Somaliland.

In Kenia erreicht ein Hilfsprojekt mit der Partnerorganisation Diguna 12.500 Menschen, die nicht mehr ausreichend zu essen haben. In den von der Dürre und dem Hunger betroffenen Distrikten Turkana, Pokot, Ukambani, Marasbit und Kwale verteilen die Helfer Mais, Bohnen, Reis und Speisefett, wodurch die ausreichende Kalorienzufuhr der Betroffenen gesichert werden kann.

Per Tanklaster konnten 600 Kubikmeter Trinkwasser in die Somaliregion im Osten Äthiopiens transportiert und dort in den leeren Wasserspeicher im Dorf Hodley gefüllt werden. Die sogenannte Birka war bis auf den letzten Tropfen geleert und zwang die 500 ansässigen Familien zur Suche nach Wasser außerhalb. Auf diese Weise werden nicht nur die Menschen, sondern auch die für sie überlebenswichtigen Viehbestände versorgt.

Ein gemeinsam mit der Airbus Foundation umgesetzter Hilfsgüterflug, der dank er Unterstützung von Ethiopian Airlines kostenfrei genutzt werden konnte, schließt an die Nothilfe von humedica in Äthiopien an. Neun Tonnen Medikamente, Nahrungsmittel und medizinische Notfallausstattung werden direkt an 10.600 mangel- und unterernährte Kinder in den betroffenen Gebieten im Süden und Osten des Landes verteilt. Das geschwächte Immunsystem der Betroffenen kann dadurch wieder gestärkt und lebensgefährliche Folgekrankheiten können vermieden werden.

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Mit verschiedenen Hilfsmaßnahmen kämpt humedica gegen den Hunger - der Hilfsgüterflug nach Äthiopien ist eine davon. Foto: humedica

Auch in den längerfristig angelegten humedica-Hilfsprojekten in Ostafrika greifen aktuell Nothilfemaßnahmen für mangel- und unterernährte Patienten. In den Flüchtlingslagern Melkadida und Kobe an der äthiopisch-somalischen Grenze behandeln die stationären humedica-Teams Krankheiten, die durch die unzureichende Versorgung mit sauberem Trinkwasser und Nahrungsmitteln nun gehäuft auftreten.

Grund zur Sorge bereiten den Helfern dabei die immer höher werdenden Fallzahlen von Patienten mit wässrigem Durchfall. Unbehandelt führt die Krankheit besonders bei Kindern unter fünf Jahren und älteren Menschen häufig zum Tod. Die Angst steigt, dass es bei diesen Umgebungsbedingungen zu einem Cholera-Ausbruch, im schlimmsten Fall sogar zu einer Cholera-Epidemie kommen könnte, die tausende Opfer fordert. Durch die Einrichtung von Anlaufstellen, die Patienten einen schnellen Ausgleich der verlorenen Flüssigkeit ermöglichen (sogenannte Oral Rehydration Posts), bereitet sich humedica auf einen großflächigen Ausbruch von Durchfallerkrankungen in den Lagern vor.

Weitere Hilfsmaßnahmen für hungerleidende Menschen in Somaliland werden aktuell geplant. Rund 40 Tonnen Hilfsgüter sollen in einem LKW-Konvoi vom äthiopischen Addis Abeba nach Hargeysa, der Hauptstadt des de facto unabhängigen Somalilands, transportiert werden. „Wir arbeiten unter Hochdruck an der Umsetzung weiterer Hilfe für die Opfer der Hungerkrise in Ostafrika und hoffen mit einem Hilfsgüterkonvoi spätestens im Juli einen nächsten wichtigen Schritt bei der Versorgung der notleidenden Menschen gehen zu können.“, erklärt Raphael Marcus, Leiter der Not- und Katastrophenhilfe bei humedica.

„Der Kampf gegen den Hunger ist ein Wettlauf mit der Zeit. Jetzt geht es darum Hilfe zu leisten, bevor es zu spät ist.“

Raphael Marcus, Leiter der Not- und Katastrophenhilfe bei humedica

Um die Hilfe in Ostafrika fortführen und weiter ausbauen zu können, ist humedica dringend auf Unterstützung angewiesen. Bitte werden Sie Teil von unserem Kampf gegen den Hunger und helfen Sie den Menschen vor Ort mit einer Spende. Vielen Dank!

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