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Die nächste Hungersnot droht

Steigende Flüchtlingszahlen am Horn von Afrika

von LKO, 03.02.2017

Das Wasser reicht nicht, immer mehr Vieh verendet und bereits jetzt sind die Nahrungsmittelvorräte knapp: Seit Jahren hat es am Horn von Afrika nicht mehr ausreichend geregnet und die Angst steigt, dass sich die Hungersnot von 2011 mit der schrecklichen Bilanz von 260.000 Todesopfern bald wiederholen könnte.

Erste konkrete Anzeichen, die diese Sorge untermauern gibt es bereits. Die Flüchtlingslager in der Region Dollo Ado an der äthiopisch-somalischen Grenze verzeichnen in diesen Wochen eine besorgniserregende Zahl von Neuankömmlingen aus Somalia. „Die hohe Zahl der neuen Flüchtlinge ist extrem beunruhigend und lässt auf die verzweifelte Lage der Menschen schließen. In unseren jetzigen Notfallplänen befinden sich sogar neu aktualisierte Szenarien, in denen rund 100.000 neue Menschen die Lager erreichen, die es zu versorgten gilt“, erklärt Raphael Marcus, Leiter der internationalen Projekte und Programme bei humedica.

Nach Angaben der Vereinten Nationen leiden aktuell allein in Somalia über 1,1 Millionen Menschen unter einer akuten Wasser- und Nahrungsmittelknappheit. Eine Zahl die täglich nach oben korrigiert werden muss und die Gefahr einer erneuten humanitären Katastrophe manifestiert.

"Sollte es in der kommenden Regensaison wieder nicht regnen, ist es möglich, dass wir eine Wiederholung der Dürre und der daraus folgenden Hungersnot von 2011 erfahren. Dieses Szenario muss mit allen Mitteln verhindert werden.“

Raphael Marcus, Sachgebietsleiter Internationale Projekte und Programme

Was diese Extremsituation mit dem Leben eines Menschen anstellen kann, zeigt etwa die Geschichte des somalischen Flüchtlings Sheik Ali und seiner Familie. Nachdem der dreifache Vater aufgrund seiner Tätigkeit als Glaubenslehrer in seiner sunnitischen Gemeinschaft zuerst vor der Terrormiliz al-Shabaab floh, zwang die Hungersnot im Jahr 2011 auch seine Familie zur Flucht nach Äthiopien. Zwei Tage dauerte ihre Reise, bis sie im Flüchtlingslager Melkadida mit rettenden Nahrungsmitteln versorgt werden konnten.

Als sie 2013 den Versuch unternahmen, wieder in ihre Heimat zurückzukehren, zwang al-Shabaab die Familie erneut zur Flucht. Ein neuntägiger Fußmarsch zurück nach Melkadida folgte. Bis heute leben Sheik Ali und seine Familie in Zone Q des Lagers in zwei einfachen Bambushütten. Der ganze Besitz der fünfköpfigen Familie besteht aus einer dünnen Ziege und drei Bambusliegen. In der Vergangenheit haben die Lebensmittelverteilungen knapp für sie ausgereicht. Jetzt haben sie erneut Angst vor dem Hunger. Genau wie Millionen andere Menschen in Somalia, Kenia und Äthiopien.

Sheik Ali und seine Familie besitzen kaum genug zum Überleben. Nun haben sie erneut Angst vor dem Hunger. Foto: humedica

In den beiden Gesundheitsstationen, die humedica in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland in den Lagern Melkadida und Kobe betreibt, verzeichnen unsere Mitarbeiter seit Wochen eine steigende Anzahl an Patienten mit den typischen Anzeichen einer Mangelernährung. Besonders neu ankommende Kinder sind demnach von Unter- und Mangelernährung betroffen und bedürfen nun einer besonderen Fürsorge.

Noch hoffen die Menschen am Horn von Afrika auf ausreichend Niederschläge in der anstehenden Regenzeit um dem Hunger und seinen Folgen Terror, Leid und Flucht in ihrem schrecklichen Ausmaß zu entkommen. Doch die Lage bleibt bedrohlich.

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