Projektgeschichten:

Die Geschichte hinter dem Bild

von Henriette Hauser/LKO, 13.02.2016

Es gibt Momente im Leben, deren Anblick in unserer Erinnerung bleibt. Bilder, die uns mal auf erfreuliche, mal auf bedrückende Weise beeinflussen und uns zum Nachdenken anregen.

Wenn Menschen mit humedica in einen Hilfseinsatz gehen, sehen sie sich immer wieder mit Szenarien im Kontext einer Katastrophe oder schwerer Armut konfrontiert. Nach ihrer Rückkehr in die Heimat bleibt oft ein Bild, das die Erfahrung besonders gut zu beschreiben vermag oder eine erlebte Geschichte verdeutlicht.

Eines dieser Bilder möchten wir Ihnen heute zeigen. Seine dazugehörige Geschichte stammt von unserer ehrenamtlichen Pflegekraft Henriette Hauser. Bei ihrem zehnwöchigen Einsatz im indischen Partnerkrankenhaus Duncan, erlebte sie ein kleines Wunder, gepaart mit ganz viel Überlebenswillen.

Die zweifache Rettung des Baby of Reena

„Ich möchte das Schicksal von einem kleinen Frühgeborenen erzählen, dessen Leben gewissermaßen gleich zweimal im Duncan Hospital gerettet wurde. Durch viele Risikoschwangerschaften, Infektionen sowie einer mangelhaften bis komplett fehlenden Schwangerschaftsvorsorge, kommen, wie in anderen Regionen Indiens, auch im Duncan Hospital zahlreiche Babys viel zu früh auf die Welt.

Ihre Überlebenschancen hängen aufgrund problematischer Gegebenheiten, wie fehlender Inkubatoren und keiner Möglichkeit zur parenteralen Ernährung, allzu oft von der Kämpfernatur der Neugeborenen oder anderen kleinen Wundern ab. In ihren ersten Lebenswochen haben die Babys oft noch keine Namen und werden daher nur „Baby of…“ genannt.

So auch das Baby of Reena, das bereits in der 30. Schwangerschaftswoche und damit viel zu früh auf die Welt kam. Mit einem Gewicht von etwas über einem Kilogramm konnte es durch die Pflege im Wärmebett und die Ernährung über eine Magensonde stabilisiert werden und langsam an Gewicht zunehmen. Zum Glück war seine Atmung meist stabil, weshalb das kleine Wesen seine ersten Lebenstage außerhalb des schützenden Mutterleibes gut überstand.

Da sie die Rechnung jedoch nicht weiter zahlen wollten oder konnten, beschloss die Familie das Baby entgegen den ärztlichen Rat viel zu früh mit nach Hause zu nehmen, und so verließ das Kleine seine zweite sichere Umgebung im Krankenhaus in eine ungewisse Zukunft.

Doch keine zwei Wochen später standen die Eltern mit ihrem kleinen Baby wieder in der Notaufnahme. Es hatte stark abgenommen, litt unter einem Infekt und war unterkühlt, was immer wieder zu langen Atempausen führte. Dass dieses winzige Wesen dann doch überlebte, war ein kleines Wunder. Mit der erneuten Hilfe des Wärmebettes sowie Sauerstoff, Sondenernährung, Antibiotika und einer Bluttransfusion, ließ sich das Baby of Reena stabilisieren.

Langsam nahm es wieder zu und entwickelte sich so gut, dass es quasi zum eigentlichen Entbindungstermin nach Hause entlassen werden konnte. Zum Glück konnte das Duncan Hospital die Hälfte der Behandlungskosten durch die Unterstützung von humedica übernehmen und so die Familie maßgeblich entlasten.

Während meiner Zeit in Indien war es für mich immer wieder erstaunlich zu sehen, wie Frühgeborene auch ohne unsere westliche High-Tech-Medizin und nur durch in unseren Augen recht einfache Mittel überleben können. Es ist schön zu wissen, dass das Duncan Hospital ein Ort ist, in dem kleine Wesen wie das Baby of Reena eine Chance auf das Leben erhalten.“

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