Pressemeldungen:

Zunehmend Verletzte durch Auseinandersetzungen

Situation in Idomeni seit dem Wochenende verschärft

von Steffen Richter, 11.04.2016

Die angelaufene Rückführung in die Türkei, immens schwierige Bedingungen, Perspektivlosigkeit: Leider hat sich die Situation im inoffiziellen Flüchtlingscamp Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze seit Sonntag deutlich verschärft. Es kam wiederholt zu direkten Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Flüchtlingen, bei denen Tränengas, Gummigeschosse und Blendgranaten eingesetzt wurden.

Seit einem knappen Monat engagiert sich humedica im Rahmen mobiler Gesundheitsversorgung für Flüchtlinge in illegalen Camps rund um Idomeni. Aufgrund der äußerst schlechten Bedingungen und Versorgungslage bei gleichzeitig gestarteter Rückführung in die Türkei hat sich die Situation seit dem Wochenende erheblich verschärft, die Sicherheitslage ist deutlich angespannt.

„Ich muss leider bestätigen, dass wir in den vergangenen Stunden vermehrt Patienten mit einem Verletzungsbild hatten, das eindeutig auf körperliche Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften zurückzuführen ist“, bestätigt der Leiter der Not- und Katastrophenhilfe im Hause humedica, Raphael Marcus. „Angesichts der eskalierenden Situation haben wir unser Team auch für mehrere Stunden zurückgezogen.“

Der Einsatz wird mit größter Aufmerksamkeit und Sensibilität auch von der humedica-Hauptzentrale in Kaufbeuren aus beobachtet. „Die Sicherheit aller Helfer muss gewährleistet sein, sonst ist dieser Einsatz nicht aufrechtzuerhalten“, macht Geschäftsführer Wolfgang Groß klar und bittet eindringlich: „Wir brauchen Lösungen im Sinne der Flüchtlinge und Vertriebenen, und natürlich auch im Sinne der betroffenen Länder entlang der Balkanroute. Wir haben es mit einer sukzessive schwieriger werdenden Situation zu tun.“

humedica bittet die Bevölkerung in Deutschland weiterhin freundlich um Unterstützung für die Hilfsmaßnahmen entlang der Balkanroute, insbesondere zum Erwerb einer mobilen Klinik auf der Basis eines 7,5 Tonnen fassenden LKW, der künftig auch bei Einsätzen in Katastrophengebieten Verwendung finden wird.

HINWEIS: Es besteht die Möglichkeit zu direkten Interviews mit Einsatzkräften in Idomeni. Bitte wenden Sie sich bei Interesse an Pressesprecher Steffen Richter.
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