Projektgeschichten:

Hilfe im afrikanischen Busch

Ein Rückblick von Daniel Warkentin

von Daniel Warkentin/LKO, 04.02.2016

Seit beinahe vier Jahren entsendet humedica regelmäßig Einsatzteams in den Süden Äthiopiens, um dort die Mitglieder des abgeschieden lebenden Kara-Stamms zu behandeln und essenzielle medizinische Versorgung zu leisten. Ein Teil des Teams war zuletzt auch Pfleger Daniel Warkentin aus Rengsdorf. Sein Rückblick zeigt, welche Herausforderungen ein Einsatz abseits jeglicher Zivilisation mit sich bringen kann.

Zwischen Einsatz und Abenteuer

„Auf diesen Einsatz für drei Wochen Ende 2015 habe ich mich schon lange gefreut und war sehr gespannt, was mich in diesem für mich noch unbekannten Land am Horn von Afrika erwarten wird. Geplant war ein medizinischer Einsatz bei dem äthiopischen Stamm der Kara, in Zusammenarbeit mit lokalen Helfern, die bereits über einen längeren Zeitraum immer wieder unter dem Volksstamm im South Oma Valley arbeiten und schon einen guten Kontakt aufgebaut haben.

Doch bis unser Team sein Ziel erreichte, waren einige Hindernisse wie die schwierigen Wetterbedingungen zu bewältigen und unsere Pläne mussten immer wieder neu strukturiert werden. Da die Regenzeit in Äthiopien etwa einen Monat später als üblich einsetzte, waren die Straßenverhältnisse auf unserer zweitägigen Tour von der Hauptstadt Addis Abeba gen Süden schlecht bis unpassierbar. Nur wenige Kilometer vor unserem Ziel mussten wir die Fahrt beenden und entschieden uns, unser Camp bereits im 15 Kilometer entfernten Dorf Korcho aufzubauen.

Dort hieß es zunächst, einen geeigneten Platz für unser Lager zu finden. Also einen Platz in Dorf-Nähe und trotzdem in genügend Entfernung, um ein Mindestmaß an „Privatsphäre unter Dschungelbedingungen“ zu ermöglichen. Nachdem wir einen passenden Platz gefunden haben, machten wir uns an die Arbeit und bauten unter strömenden Regen unser Lager mitten im Busch Afrikas auf.

Dank der Hilfe der einheimischen Dorfbewohner gab es im Laufe der nächsten Tage sogar regelmäßig Wasser aus dem nahen Omo-River, das wir nach dem Filtern durch die sogenannte „Muringa-Wurzel“ nutzen konnten, um unter Beobachtung der umher springenden Affen zu duschen. Durch diesen Start unseres Einsatzes hatte ich zu Beginn eher das Gefühl, Teil eines Outdoor-Abenteuers anstatt eines humedica-Hilfseinsatzes zu sein.

Doch schnell sollte die medizinische Versorgung der Mitglieder des Kara-Stammes folgen. Als Anlaufstelle und als Lager für unsere Medikamente, diente uns eine Schule, an der die Patienten ihre Beschwerden mittels Dolmetscher an unsere Ärzte übermittelten. Neben den vorrangigen Krankheitsbildern wie Malaria, Infektionen, Bauchschmerzen und Vitaminmangel gab es immer wieder auch die eine oder andere Wunde zu versorgen.

Nachdem wir eine Woche die Kara im Dorf Korcho behandelt hatten, entschieden wir uns kurzfristig auch im Nachbar-Stamm der Hamar zu helfen. Im Dorf Turmi konnten wir in den Räumen einer anderen Hilfsorganisation unterkommen und von dort aus verschiedene Dörfer der Hamar besuchen, wo wir medizinische Hilfe leisten konnten.

Während unseres dreiwöchigen Einsatzes konnten wir etwa 1.100 Patienten versorgen. Ich hoffe sehr, dass diese Menschen im tiefsten Afrika uns nicht nur durch die heilenden Tabletten in Erinnerung behalten, sondern auch gestärkt und motiviert von der praktischen Nächstenliebe in ihren oftmals harten Lebensalltag gehen können.

Insgesamt war es eine sehr herausfordernde und anstrengende Zeit und ich glaube jedes unserer Teammitglieder war froh, nach diesen drei Wochen wieder glücklich und gesund nach Hause zu kommen. Nichtsdestotrotz konnte ich in diesem Einsatz Erfahrungen sammeln, die ich nicht missen möchte. Es ist bereichernd und ermutigend zu wissen, dass unser Leben in Gottes Hand liegt und seine Pläne für uns die Besten sind.“

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