Der schwere Weg aus der sozialen Abwärtsspirale

von LKO, 04.09.2015

Niedrige Löhne, Armut, eine Wirtschaft auf Talfahrt: Die Ukraine ist das Problemkind Europas. Seit dem Beginn der bewaffneten Konflikte im Osten des Landes, verschlechtert sich die ohnehin schlechte soziale Lage weiter und auch die Wirtschaftsleistung ging allein im vergangen Jahr um 6,9 Prozent zurück. Die Folgen sind verheerend.

Laut Berechnungen der Vereinten Nationen leben inzwischen 80 Prozent der ukrainischen Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Mit einem Durchschnittsgehalt von kärglichen 200 Euro und Lebenshaltungskosten auf dem Niveau westeuropäischer Standards, ist der Alltag für viele Ukrainer ein Kampf um die eigene Existenz. Die Flucht in Drogen und Alkohol sind die weit verbreiteten Folgen, die nicht nur die soziale Unterschicht, sondern die breite Masse betreffen.

Ein Beispiel, das stellvertretend für tausende andere steht, ist das des Ehepaares Marina und Petro. Arbeitslos und in einer sozialen Abseitsposition gefangen, rutschte das Paar in die Alkoholsucht. Ihr Geld reichte nicht, um sich und ihre vier Kinder mit den nötigen Lebensmitteln zu versorgen. Das jüngste ihrer Kinder wurde so krank, dass es auf die Intensivstation eines Kinderkrankenhauses verlegt werden musste. Wie macht man bei einer Situation wie dieser weiter? Woher nimmt man die Kraft, sich aus dieser Sackgasse zu befreien?

Im Gegensatz zu vielen anderen Familien hatten Marina und Petro Glück. Auf ihrer Suche nach Hilfe kamen sie in Kontakt mit der humedica-Partnerorganisation Children's Mission Ukraine. Leiterin Lyudmyla Lonyuk erinnert sich noch genau an die erste Begegnung mit der jungen Frau: „Marina hatte keine Hoffnung mehr, dass sich ihre Situation irgendwie verbessern könnte. Auf sie wirkte alles so dunkel und sinnlos. Mein Team und ich haben sofort beschlossen, der Familie zu helfen.“

Den jungen Eltern wurde ein mehrwöchiger Entzug ermöglicht, während die Kinder im Feriencamp der Hilfsorganisation betreut und versorgt wurden. Zum ersten Mal in ihrem Leben hatten die Kinder genügend Zeit zum Spielen und Lernen, ohne sich Sorgen um ihre Eltern oder die nächste Mahlzeit machen zu müssen. Der Alkoholentzug von Marina und Petro war ein Erfolg. Sie renovierten ihre heruntergekommene Wohnung, nahmen ihre Kinder wieder zu sich und führen nun ein einfaches, aber würdevolles Leben.

„Es ist toll zu sehen, wie erfolgreich unsere Hilfe war. Den Kindern geht es gut, sie werden nun richtig versorgt und auch der drei Monate alte Timofiy konnte das Kinderkrankenhaus inzwischen gesund wieder verlassen.“, stellt Lyudmyla Lonyuk rückblickend fest.

Doch so vermeintlich einfach und erfolgreich läuft es nicht immer: Die aufgezeigten äußeren Umstände stellen viele Menschen in der Ukraine noch immer vor unlösbare Herausforderungen. Solange der Konflikt im Osten des Landes anhält und weiterhin Menschen in den noch friedlichen Westen fliehen, wird sich die soziale und wirtschaftliche Situation weiter verschlechtern.

Und so werden wohl auch in diesem Winter wieder Menschen in ihren Wohnungen erfrieren, weil sie Strom und Gas nicht bezahlen können. Kranke werden aufgrund der fehlenden staatlichen Krankenversicherung nicht behandelt werden und Familien werden jeden Tag aufs Neue improvisieren müssen, um etwas zu Essen auf den Tisch zu bekommen.

Mit regelmäßigen Hilfsgüterlieferungen unterstützt humedica die Partnerorganisation Children's Mission Ukraine, doch durch die steigende Not bedarf es immer umfassenderer Unterstützung. Bitte werden Sie Teil der Bemühung, den Menschen in der Ukraine ein würdevolles und sicheres Leben zu ermöglichen und unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende. Herzlichen Dank!

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