humedica-Koordinator Heinz Horsch über die Nothilfe in Malawi

von Heinz Horsch/LKO, 09.03.2015

Die schweren Überschwemmungen in Malawi zu Beginn des Jahres erforderten schnelles Handeln und zielgerichtete Hilfe. humedica reagierte umgehend und entsandte mit Heinz Horsch einen erste international erfahrene Einsatzkraft in das Katastrophengebiet.

Im betroffenen Distrikt Zomba koordinierte er für drei Wochen die Verteilung dringend benötigter Hilfsgüter an rund 6.000 Familien. Welche Fragen diese Arbeit mit sich bringt und an was er sich nach seiner Rückkehr nach Deutschland erinnert, zeigt sein Blick zurück:

Ein Signal in Richtung Hoffnung

‘Sind die Menschen schlecht dran, weil ihre Häuser eingestürzt sind, oder sind die Häuser eingestürzt, weil die Menschen schlecht dran waren?‘ Diese Frage stellte mir der deutsche Botschafter, als wir seiner freundlichen Einladung in sein Büro der malawischen Hauptstadt Lilongwe gefolgt waren.

Eine Frage, die mich seither beschäftigt: Wären die malawischen Häuser nach den Richtlinien einer deutschen Bauordnung erstellt worden, wäre vermutlich kein einziges eingestürzt. Doch beim Anblick der akuten Not der Menschen im Süden Malawis blieb wenig Zeit fürs Philosophieren. Krisensituationen sind nicht geeignet für entwicklungspolitische Gedankenspiele.

Die humanitäre Katastrophe, die sich hier im südlichen Afrika zutrug, war unseren Medien keine Schlagzeile wert. Die Niederschlagsmenge der Regenzeit übertraf das übliche Maß bei weitem, so dass der Fluss Shire über die Ufer trat und die kleinen Bäche, die in den See Chilwa fließen, in reißende Ströme verwandelte. Einer dieser Zuflüsse veränderte wegen der Wassermassen seinen kompletten Lauf, wodurch die Bauern von ihren Feldern abgeschnitten wurden.

Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass die Wassermassen über 100 Menschen das Leben kosteten, 200 Weitere werden vermisst, 230.000 wurden obdachlos und 50.000 Hektar Ackerland sind zerstört. Zum Glück reagierte das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland schnell und stelle humedica dringend benötigte Gelder für die Hilfe der Betroffenen zur Verfügung.

Nur vier Tage nachdem humedica angefragt hatte, ob ich die Koordinierung der Hilfsmaßnahmen übernehmen würde, kam ich in der südmalawischen Stadt Zomba an. Von dort realisierte ich die Hilfe gemeinsam mit unserem lokalen Partner Emmanuel International Malawi (EIM).

Die erste Fahrt in das Katastrophengebiet bestätigte die Befürchtungen meines Kollegen Edgar von EIM und mir: Die ärmsten Menschen hat es am Schlimmsten getroffen. Ihre aus sonnengetrockneten Lehmziegeln gebauten Häuser hatten sich durch die tagelangen heftigen Regenfälle vollgesogen und waren eingestürzt. Tausende suchten Zuflucht in Schulen, Kirchen oder alten Fabrikgebäuden.

Um schnelle Hilfe leisten zu können und die dringendsten Bedarfe der Menschen zu decken, entschieden wir uns für den Einkauf und die Verteilung von Moskitonetzen, Decken und Haushaltswaren. Und so fuhren die Mitarbeiter von EIM mit ihren LKWs voller Hilfsgüter tagtäglich über schlammige Pisten hinaus, um die Güter an die Betroffenen zu verteilen.

Wegen der anhaltenden Überschwemmungen mussten viele Menschen einen mehrstündigen Fußmarsch auf sich nehmen, um die Orte der Hilfsgüterverteilungen zu erreichen.

Die eingangs zitierte Frage des Botschafters bleibt indes unbeantwortet. Angesichts des großen Elends, das diese Flut verursachte, scheint die geleistete Hilfe nie genug. Und doch ist unsere Hilfe für ihre Empfänger ein deutliches Signal, das aus der Verzweiflung in Richtung neuer Hoffnung weist.

So denke ich an die Frau, die mir ihren mit Moskitostichen übersäten Arm zeigte und dankbar das schützende Netz in Empfang nahm, an die junge Mutter mit ihrem wenige Tage alten Kind oder an den alten Mann, dem ich trotz unterschiedlicher Sprachen kommunizieren konnte, dass Menschen in einem fernen Land auch seinem Leid Beachtung schenken.“

Die Hilfe von humedica in Malawi dauert weiter an. Nach der Verteilung der Hilfsgüter, erhalten die betroffenen Menschen in diesen Tagen neue Pflanzensetzlinge, um ihre von den Wassermassen zerstörten Felder neu zu bestellen und damit ihre Lebensmittelversorgung zu sichern.

Bitte unterstützen Sie die Nothilfemaßnahmen von humedica mit einer wertvollen Spende und schenken Sie den Menschen in Malawi ein Stück neue Hoffnung nach der Katastrophe. Vielen Dank!

      humedica e. V.
      Stichwort "Fluthilfe Malawi"
      IBAN DE35 7345 0000 0000 0047 47
      BIC BYLADEM1KFB
      Sparkasse Kaufbeuren

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