"Wer ist eigentlich Paul?"

von Franziska Vogel/SRI, 22.09.2015

Auch fünf Monate nach den schweren Erdbeben in Nepal verbessert sich die Situation für viele Opfer der Erdbebenkatastrophe nur langsam. Die Regierung und zahlreiche Hilfsorganisationen aus dem In-und Ausland haben bereits eine Vielzahl an Hilfsprojekten gestartet. Auch humedica ist mit einem zweiköpfigen Koordinatorenteam am Ort und unterstützt vielfältige Projekte. Trotzdem ist die Situation in den abgelegenen, schwer betroffenen Bergdörfern weiterhin dramatisch.

In den am stärksten betroffenen Gebieten sind bis zu 95 Prozent aller Häuser zerstört und die Menschen leben in Flüchtlingscamps. Das Zusammenleben in Zelten auf engstem Raum ist schwierig und wird durch den Monsun mit starken Regenfällen und hohen Temperaturen noch verstärkt.

Neben den widrigen Lebensbedingungen stellt vor allem die Trinkwasserversorgung ein fortwährendes Problem dar. In einigen Flüchtlingscamps steht nur Oberflächenwasser zur Verfügung oder es gibt gar keinen regulierten Zugang zu Trinkwasser. Die Anzahl der aufgrund von verseuchtem Trinkwasser auftretenden Erkrankungen, meist Durchfallerkrankungen, ist so in den vergangenen Monaten stetig gestiegen.

humedica hat daher in Zusammenarbeit mit IOM (International Organization of Migration) die am hilfsbedürftigsten Camps ermittelt und PAUL aus Deutschland auf die Reise geschickt um den Menschen zu helfen. Doch wer ist eigentlich PAUL?

Bei der blauen, tragbaren Kiste mit dem Namen PAUL (kurz für: Portable Aqua Unit for Lifesaving) handelt es sich um ein tragbares Wasserfiltersystem, das von der Universität Kassel entwickelt wurde. PAUL kann täglich etwa 400 Menschen mit 1.200 Liter Trinkwasser versorgen. Dabei entfernt der Membranfilter nicht nur sichtbaren Schmutz, sondern auch durchfallverursachende Bakterien und Viren.

Die Reise der insgesamt fünf PAULs, die Allgäuer Serviceclubs gespendet wurden, war schwierig. Mehrere Anläufe brauchten unsere Koordinatoren um die Filteranlagen mit Hilfe von Allrad-Jeeps an ihren Bestimmungsort zu bringen. Aufgrund des andauernden Regens waren Straßen durch Erdrutsche unpassierbar und viele Orte mehrere Wochen von der Außenwelt abgeschnitten.

Die Freude der Menschen war daher umso größer, als unsere Koordinatoren schließlich eintrafen. Da PAUL sofort einsatzbereit und die Bedienung sehr leicht und durch Bilder erklärt ist, konnte das Wasser direkt getestet werden.

Mittlerweile steht die blaue Kiste in fünf verschiedenen Orten und produziert Trinkwasser in einer Klinik in Jalbire, einer Schule in Solukhumbo und drei Flüchtlingscamps in den Regionen Gati, Chautara und Sangachok.

Der direkte Zugang zu Trinkwasser hat die Lebenssituation der Menschen sehr verbessert: Krankheiten konnten eingedämmt werden und stundenlange Läufe auf der Suche nach Trinkwasser entfallen.

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