Vier Jahre Bürgerkrieg in Syrien: „Facetten des Krieges“

von LKO, 19.06.2015

Seit vier Jahren zwingt der immer brutaler und auswegloser werdende syrische Konflikt seine Bevölkerung zur Flucht. Fernab ihrer Häuser und Städte sind die Syrer gezwungen, die Zerstörung ihrer Heimat, einst kulturelles Mekka des Nahen Ostens, mitanzusehen. Wann sie nach Syrien zurückkehren können, vermag niemand zu sagen. Vielmehr drängt sich das „ob“ dieser Frage auf. Und so leben inzwischen fast vier Millionen Syrer in den angrenzenden Ländern Libanon, Türkei, Jordanien und Irak, zum Teil unter menschenunwürdigen Bedingungen.

Was macht so ein Leben mit einem Menschen? Mit einer Mutter, die Mann und Söhne in den Kämpfen verloren hat? Mit einem Kind, dem ein übergeordneter Konflikt die Zukunft raubt? Was macht die Existenz von Millionen Flüchtlingen mit einem kleinen Land, wie dem Libanon? Wann ist die Schmerzgrenze erreicht?

Die humedica-Reihe „Facetten des Krieges“ beleuchtet diese Fragen, gibt den Flüchtlingen ein Gesicht und erklärt die Schlagkraft eines Konflikts dieses Ausmaßes.

Flüchtlinge im Libanon: Kein Weg zurück

Im dritten Teil unserer Reihe werfen wir einen Blick auf die erwachsenen Flüchtlinge im Libanon. Auf Eltern, die ihre Kinder in den Wirren des Krieges verloren haben und auf Großeltern, die wohl nie wieder in ihre Heimat Syrien zurückkehren werden können.

Allein im Libanon suchen bis heute 1,2 der insgesamt vier Millionen syrischen Flüchtlinge Schutz vor der Gewalt in ihrer Heimat. Und die Zahlen steigen täglich an. Durch ihre Flucht in den vermeintlich sicheren Nachbarstaat, haben sie meist nicht nur all ihren Besitz und ihr Zuhause verloren, sondern sehen sich nun auch mit der Aufgabe konfrontiert, den Lebensunterhalt für sich und ihre Familien aufzubringen.

Um in ihren provisorischen Unterkünften wohnen zu dürfen, müssen viele jährlich bis zu eintausend Euro an die Landbesitzer bezahlen. Trotz internationaler Unterstützung eine schier unlösbare Herausforderung.

Nach einem Besuch in einem der vielen Camps im ostlibanesischen Bekaa-Tal, stellte UN-Flüchtlingskommissar Antonio Guterres fest: „Die Dimension der Krise ist kaum mehr fassbar. Dieses Leiden der Syrer hätten wir vor ein paar Jahren niemals vorhersehen können.“ Und so bleibt der Blick der Menschen auf die naheliegenden Berge gerichtet, die die direkte Grenze zu ihrer Heimat und ihrem früheren Leben bilden.

Unser Arzt Mohammad Chaddad hat einen Blick hinter die Kulissen der Lager geworfen, in denen die humedica-Teams die medizinische Versorgung der syrischen Flüchtlinge sichern. Seine Fotografien zeigen Menschen, die durch das Leben auf der Flucht gezeichnet sind und deren Verzweiflung und Resignation für Außenstehende wohl nur erahnbar bleiben:

Circa die Hälfte aller syrischen Flüchtlinge ist über 18 Jahre alt. Foto: Mohammad Chaddad

Auf der Flucht konnten viele nur das Nötigste mit sich mitnehmen. Ihr derzeitiges Leben in den provisorischen Notunterkünften ist von Not und Mangel geprägt. Foto: Mohammad Chaddad

Um zu überleben, arbeiten viele Flüchtlinge als Aushilfskräfte in der Land- und Viehwirtschaft. Foto: Mohammad Chaddad

Eine strapaziöse Arbeit, deren Ertrag kaum zur Sicherung der eigenen Existenz, geschweige denn einer ganzen Familie ausreicht. Foto: Mohammad Chaddad

Während der Alltag in den Flüchtlingssiedlungen im Sommer den Umständen entsprechend bewältigt werden kann, sehen sich die Menschen im Winter mit beinahe unlösbaren Herausforderungen konfrontiert. Foto: Mohammad Chaddad

Weil sauberes Wasser Mangelware ist, muss bei anfallenden Aufgaben wie dem Wäschewaschen auf alternative Lösungen zurückgegriffen werden. Foto: Mohammad Chaddad

Eltern, die ihre Kinder im Krieg verloren haben, müssen sich nun alleinverantwortlich um ihre Enkel sorgen. Foto: Mohammad Chaddad

Alles was ihnen bleibt, ist der traurige Blick auf die nahen Berge, hinter denen ihre Heimat Syrien in einem Strudel der Gewalt versinkt. Foto: Mohammad Chaddad

Bitte werden Sie Teil unserer Hilfe im Libanon und zeigen Sie den syrischen Flüchtlingen durch eine konkrete Spende, dass sie nicht vergessen sind. Ihr Beitrag hilft die medizinische Versorgung der Menschen zu sichern und ermöglicht ein kleines Stück Sicherheit in einer sonst auswegslosen Situation. Vielen Dank!

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