Vier Jahre Bürgerkrieg in Syrien: „Facetten des Krieges“

von LKO, 01.06.2015

Seit vier Jahren zwingt der immer brutaler und auswegloser werdende syrische Konflikt seine Bevölkerung zur Flucht. Fernab ihrer Häuser und Städte sind die Syrer gezwungen, die Zerstörung ihrer Heimat, einst kulturelles Mekka des Nahen Ostens, mitanzusehen. Wann sie nach Syrien zurückkehren können, vermag niemand zu sagen. Vielmehr drängt sich das „ob“ dieser Frage auf. Und so leben inzwischen fast vier Millionen Syrer in den angrenzenden Ländern Libanon, Türkei, Jordanien und Irak, zum Teil unter menschenunwürdigen Bedingungen.

Was macht so ein Leben mit einem Menschen? Mit einer Mutter, die Mann und Söhne in den Kämpfen verloren hat? Mit einem Kind, dem ein übergeordneter Konflikt die Zukunft raubt? Was macht die Existenz von Millionen Flüchtlingen mit einem kleinen Land, wie dem Libanon? Wann ist die Schmerzgrenze erreicht?

Die humedica-Reihe „Facetten des Krieges“ beleuchtet diese Fragen, gibt den Flüchtlingen ein Gesicht und erklärt die Schlagkraft eines Konflikts dieses Ausmaßes.

Flüchtlingskinder im Libanon: Dem Leid mit einem Lächeln trotzen

Im zweiten Teil unserer Reihe blicken wir auf die jüngsten Mitglieder der syrischen Flüchtlingsbevölkerung: die Kinder. Nach aktuellen Angaben des Kinderhilfswerks UNICEF sind 7,5 Millionen syrische Jungen und Mädchen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Beinahe ein Drittel von ihnen floh allein oder in Begleitung ihrer Familien über die Grenzen ihrer Heimat in die unmittelbaren Nachbarländer.

Nur wenige Kinder erhalten dort die Chance auf eine perspektivenreiche Zukunft. Ihre Staatenlosigkeit verhindert den Zugang zu umfassenden Menschenrechten, wie einer angemessenen Ausbildung oder Gesundheitsversorgung. Hinzu kommen die Probleme, die das Leben in einer Flüchtlingssiedlung mit sich bringt. Der provisorische Aufbau der Camps bietet keinen Schutz vor sexuellen oder gewalttätigen Übergriffen, er fördert Krankheiten und verwehrt den Mädchen und Jungen die Möglichkeit auf eine würdevolle Kindheit.

Nahe der Grenze Syriens, im libanesischen Bekaa-Tal, sichern humedica-Teams gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland die medizinische Versorgung in 35 inoffiziellen Flüchtlingslagern. Über die Hälfte der Bewohner in diesen Camps sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.

Unser Arzt Mohammad Chaddad hat sich auf einen Streifzug durch die Lager begeben, um Szenen des Alltags der syrischen Flüchtlingskinder fotografisch festzuhalten. Seine Bilder zeugen von einer Realität, die viele Befürchtungen bestätigt und gleichzeitig durch ihren Lebensmut überrascht:

Allein im Bekka-Tal leben 233.000 syrische Flüchtlingskinder unter 18 Jahren in provisorischen und informellen Zeltsiedlungen. Foto: Mohammad Chaddad

Viele Kinder haben in ihrer Heimat Hass und Gewalt erlebt und leiden nun unter Traumata, Angst und Alpträumen. Foto: Mohammad Chaddad

In einigen Flüchtlingslagern gibt es Zeltschulen, die den Kindern an einigen Tagen der Woche eine Grundausbildung ermöglichen. Doch die vorhandenen Plätze reichen bei weitem nicht für alle. Foto: Mohammad Chaddad

Die meisten Kinder haben auf ihrer Flucht alles verloren. Als Spielzeug dienen Alltagsgegenstände. Foto: Mohammad Chaddad

Nicht immer gibt es in den Lagern einen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Gerade im Sommer sind die Vorräte knapp. Foto: Mohammad Chaddad

Viele Kinder haben vor ihrer Flucht in den Libanon Gewalt und Bedrohung erfahren. Die jüngsten von ihnen kennen nichts anderes als Krieg. Foto: Mohammad Chaddad

Besonders Mädchen und junge Frauen leben in den Flüchtlingslagern in der ständigen Gefahr vor sexuellen Übergriffen oder Zwangsheirat. Foto: Mohammad Chaddad

Ein Ende der Gewalt in ihrer Heimat ist nicht in Sicht und so bleibt der größte Wunsch der Kinder nach einem friedlichen und sicheren Leben noch immer unerfüllt. Die Helfer von humedica stehen den Flüchtlingskindern bei ihrem täglichen Kampf ums Überleben nach allen Kräften bei. Foto: Mohammad Chaddad

Bitte werden Sie Teil unserer Hilfe im Libanon und zeigen Sie den syrischen Flüchtlingskindern durch eine konkrete Spende, dass sie nicht vergessen sind. Ihr Beitrag hilft die medizinische Versorgung der Mädchen und Jungen zu sichern und schenkt ihnen neue Hoffnung in einem düsteren Alltag. Vielen Dank!

Unsere Hilfe ist nur dank Ihrer Unterstützung möglich

Bitte bleiben Sie Teil dieser wichtigen Hilfe und unterstützen Sie uns mit einer wertvollen Spende.

Jetzt spenden
Ihr Browser ist veraltet!

Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um diese Website korrekt darzustellen.

Den Browser jetzt aktualisieren×