Zum Weltmalariatag

von Lina Koch, 25.04.2014

Die Zahl der malariabedingten Todesfälle sinkt, doch das ist noch lange kein Grund um aufzuatmen. Laut einer Studie der amerikanischen Universität von Washington fielen der tückischen Infektionskrankheit allein im Jahr 2010 1,2 Millionen Menschen zum Opfer – fast doppelt so viel wie von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) angenommen.

Doch was macht diese Tropenkrankheit so gefährlich? So unberechenbar? Vor dem Hintergrund des internationalen Weltmalariatages möchten wir Ihnen heute einmal mehr einen Überblick des Krankheitsbildes verschaffen. Wie verläuft die Infektion? Welche Symptome treten in Erscheinung? Und in welchen humedica-Projektländern spielt Malaria nach wie vor eine gefährliche Rolle?

Malaria

Malaria, auch Sumpf- oder Wechselfieber genannt, ist die häufigste Tropenkrankheit der Welt. Sie wird durch einen Stich der weiblichen Anophelesmücke übertragen und tritt vorrangig auf dem Afrikanischen Kontinent in Erscheinung. Die Zahl der infizierten Personen variiert je nach Quelle zwischen 250 und 500 Millionen Menschen jährlich.

Es sind drei verschiedene Formen der fieberhaften Erkrankung bekannt: Die Malaria tropica, die Malarai tertiana und die Malaria quartana. Sie alle werden durch verschiedene parasitische Einzeller der Gattung Plasmodium bedingt. Um zu überleben, durchlaufen die Erreger einen zweiteiligen Lebenszyklus:

Nachdem die Anophelesmücke einen bereits mit Malaria infizierten Menschen gestochen und die Erreger in sich aufgenommen hat, bilden sich im Magen des Tiers so genannte Sichelkeime. Sticht die Mücke nun die nächste Person, gelangen die Parasiten in die menschliche Blutbahn und verursachen die Entstehung von Zellen namens Schizonten.

Ab diesem Zeitpunkt unterscheidet sich die Entwicklung der einzelnen Malaria-Erreger maßgeblich, was die drei verschiedenen zu Tage tretenden Krankheitsformen verursacht.

Als besonders gefährlich gilt die Malaria tropica. Nach einer Inkubationszeit von durchschnittlich zwölf Tagen, bricht die Krankheit aus. Die infizierte Person leidet unter grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Schweißausbrüchen und Kopf- und Gliederschmerzen.

Darüber hinaus können bis zum Koma führende Bewusstseinsstörungen, Anämie und Schäden an Lunge, Herz und Nieren auftreten. Unbehandelt sterben etwas 30 Prozent der Betroffenen.

Anders als bei der Malaria tropica, treten im Rahmen der beiden gutartigen Formen Malaria tertiana und Malaria quartana, typisch periodische Fieberschübe gemeinsam mit der bereits erwähnten Grippesymptomatik auf.

Letztere zeichnet sich durch eine deutlich längere Inkubationszeit, ein verstärktes Risiko für Nierenkomplikationen und eine langjährige Eventualität eines erneuten Krankheitsausbruchs aus. Todesfälle sind auch ohne entsprechende Behandlung bei beiden schwachen Formen sehr selten.

Die Diagnose einer Malaria erfolgt in westlichen Breitengraden in der Regel über den mikroskopischen Nachweis der Erreger im Blut. Da dieses Vorgehen bei den vorwiegend in Afrika betroffenen Patienten meist schlicht nicht möglicht ist, vertrauen medizinische Teams dort auf simple Schnelltests.

Für die Behandlung existieren verschiedene wirksame Medikamente. Besonders die riskante Malaria tropica sollte schnellstmöglich erkannt und therapiert werden. Zwar bieten Vorsorgemaßnahmen wie das Vermeiden von Insektenstichen oder die Einnahme eines prophylaktischen Malariamittels einen gewissen Schutz gegen eine Infizierung, doch haben die in den Risikogebieten lebenden Menschen kaum Möglichkeiten diese umzusetzen.

Die mangelhafte medizinische Versorgung und die ärmlichen Lebensverhältnisse führen zu den vielen Todesfällen in Entwicklungsländern. Besonders tragisch: 56 Prozent der in Afrika an Malaria sterbenden Menschen sind Kinder unter fünf Jahren.

humedica engagiert sich seit über 30 Jahren in Krisen- und Entwicklungsländern und sieht sich regelmäßig mit dem Krankheitsbild konfrontiert. Sei es Haiti, Äthiopien oder Pakistan, Malaria ist überall existent.

Besonders in der heißen und schwülen Regenzeit im August und September geht die Rate der infizierten Patienten beträchtlich in die Höhe. So litten in der von humedica betriebenen Klinik im Nigrischen Kollo im Spätsommer 2011 80 Prozent der behandelten Patienten unter Malaria.

In zahlreichen humedica-Projektländern ist Malaria eine permanente Gefahr für Einheimische sowie Einsatzkräfte. Ein besonders hohes Infektionsrisiko herrscht in den Afrikanischen Ländern wie Äthiopien, dem Niger oder der Zentralafrikanischen Republik. Doch auch in asiatischen Ländern wie Sri Lanka oder dem südamerikanischen Brasilien ist die Gefahr einer Malariainfektion in einigen Gebieten außerordentlich hoch. Und auch in den Projektländern Pakistan und Philippinen, Regionen die wohl nur selten mit der Krankheit in Verbindung gebracht werden, existiert Malaria in den Höhenlagen.

Dieser Artikel enthält Informationen der DocCheck Medical Services GmbH, des Gesundheitsportals Onmeda und Spiegel Online.

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