Abschluss der humedica-Familienpatenschaften in Sri Lanka

von Lina Koch, 05.05.2014

Ein knappes Jahrzehnt nachhaltiger und durchdachter Hilfe findet ein erfolgreiches Ende: humedica beendet das Patenschaftsprogramm in Sri Lanka und entlässt einmal mehr zahlreiche Familien in die neu erlangte Selbstständigkeit. Blicken Sie gemeinsam mit uns auf die vergangen Jahre zurück, erfahren Sie wie alles begann, welche Formen der Hilfe realisiert wurden und warum das Patenschaftsprogramm nun bestmöglich abgeschlossen werden kann.

Wie alles begann – die Antwort auf die Katastrophe

Die Verbindungen von humedica nach Sri Lanka reichen weit zurück. Bereits im Jahr 1983 knüpfte Geschäftsführer Wolfgang Groß erste Kontakte in den unter Armut und Konflikten leidenden Inselstaat. Vielfältige Hilfsmaßnahmen folgten, die im Laufe der Jahre immer weiter ausgebaut werden konnten und 1994 in der Gründung der bis heute aktiven Tochterorganisation humedica International Lanka mündeten.

Als große Teile der Insel am 26. Dezember 2004 von einem Tsunami zerstört wurden und zahlreiche ohnehin von Bürgerkrieg und Armut betroffene Familien tiefer ins Unglück stürzten, beschloss Wolfgang Groß den Geschädigten neben der akuten Hilfe auch eine langfristige Form der Unterstützung zu ermöglichen.

Das humedica-Familienpatenschaftsprogramm wurde ins Leben gerufen. Schnell umgesetzt wurde die regelmäßige Hilfe für Familien aus der besonders stark zerstörten Küstenstadt Point Pedro im Norden Sri Lankas durch Paten aus Deutschland.

Auf diese Weise konnte neben der grundlegenden Versorgung der Betroffenen auch ihr Zugang zu Lebensmitteln, medizinischer Behandlung und Bildung gesichert werden.

Das Vorhaben, den Familien auf ihrem Weg zurück in ein unabhängiges und perspektivenreicheres Leben zur Seite zu stehen, gelang.

Ein Erfolg, der sich bis heute in den zahlreichen positiven Entwicklungen in Sri Lanka wiederspiegelt und in anderen Ländern wie Äthiopien und Brasilien nach wie vor greift.

Wandel der Patenschaften – Von der Küste ins Landesinnere

Von Beginn an wurde konsequent das Ziel des Programms verfolgt, von Not und Armut betroffene Menschen bis zur Stabilisierung ihrer Situation zu unterstützen; versehen mit einer mittelfristigen Perspektive. Die rund 300 Familien, die nach der Tsunamikatastrophe regelmäßige Hilfe aus Deutschland erhielten, konnten im Jahr 2011 mit gutem Gewissen in die Selbstständigkeit entlassen werden.

Doch die humanitären Umstände in Folge des jahrzehntelangen Bürgerkriegs waren nach wie vor problematisch. Grund genug, das humedica-Patenschaftsprogramm mit weiteren Familien in Not fortzuführen. In vier Dörfern der Vanni-Region, einem ehemaligen Kriegsgebiet im Norden Sri Lankas, konnten 230 neue Familien in das Programm aufgenommen werden.

Um dort ebenfalls optimalen Beistand leisten zu können, erhielten die Familien im Rahmen der Unterstützung die Möglichkeit, zwischen verschiedenen, dringend benötigten Hilfsgütern zu wählen.

Ob Fahrräder zur Zurücklegung des Schulwegs; Dieselmotoren, Pumpen und Schläuche zur Umsetzung von Bewässerungsanlagen; Nähmaschinen oder Nutztiere – die von humedica organisierten Verteilungen orientierten sich stets an den jeweiligen Bedürfnissen.

Ergänzt wurde das Programm durch die individuelle Förderung der einzelnen Familienmitglieder: Als jüngste Teile der Gesellschaft erhielten die Kinder im Anschluss an ihren Schulbesuch kostenlosen Nachhilfeunterricht. Frauen, die während des Bürgerkriegs oftmals ihre Ehemänner verloren haben und als Witwen den Lebensunterhalt ihrer Familien bestreiten müssen, konnten sich im Rahmen eines speziell organisierten Nähkurses weiterbilden.

Und auch an die medizinische Versorgung war gedacht: Im Krankheitsfall eines Familienmitglieds sicherte ein emergency budget die schnellst- und bestmöglichste Behandlung des Kranken. Jährliche Weihnachtsgeschenke im Rahmen der großen humedica-Aktion „Geschenk mit Herz“, sowie speziell organisierte Spiel- und Spaßtage für die Patenschaftskinder rundeten das vielfältige Programm ab.

So unterschiedlich die hier aufgezählten Hilfsmaßnahmen auch klingen mögen, verfolgen sie doch alle den gleichen Zweck: Menschen, die durch die dramatischen Ereignisse in ihrer Heimat beinahe alles verloren haben, eine neue Perspektive und bessere Lebensumstände zu ermöglichen.

Die 28-jährige Sujaana ist einer der Menschen, die durch das Patenschaftsprogramm neue Kraft und Hoffnung schöpfen konnten. Bei einem Bombenanschlag während des Kriegs verlor die junge Frau beide Beine, einen Unterarm und ein Auge. Eine entsetzliche Situation. Doch Sujanna gab nicht auf, sie blieb stark, heiratete und wurde in das Familienpatenschaftsprogramm von humedica aufgenommen.

Als Startkapital wünschte sie sich gemeinsam mit ihrem Mann Sasikumar die Ausstattung für den Fischverkauf. So kann Sasikumar morgens auf dem Markt arbeiten und hat am Nachmittag Zeit sich um seine Frau zu kümmern.

Die Geschichte von Sujanna gleicht einem kleinen Wunder und steht stellvertretend für viele weitere Schicksale in Sri Lanka. Schicksale, die durch das Patenschaftsprogramm eine positive Wendung nehmen konnten und nun den Menschen die Möglichkeit geben ein eigenständiges, selbstbestimmtes und chancenreiches Leben zu führen.

Ein nachhaltiger Abschluss und ein Neustart

Nach neun Jahren intensiver Hilfe kann das Familienpatenschaftsprogramm in Sri Lanka in diesen Wochen zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden. Dass dieses Konzept funktioniert, beweisen die vielen Erfolgsgeschichten der Familien.

Frauen, die den angebotenen Nähkurs besucht haben, vertreiben heute selbstgeschneiderte Kleidung; die verteilten Tiere werden gezüchtet und weiterverkauft; die Bewässerungsanlagen ermöglichen den Menschen eine eigenständige Landwirtschaft und der Nachhilfeunterricht trägt zu einer aussichtsreichen Zukunft der Kinder bei.

Erfolgsgeschichten, die sich nun auf den Philippinen wiederholen sollen. Nachdem Taifun „Haiyan“ im November vergangenen Jahres unfassbare Zerstörungen angerichtet und tausenden philippinischen Familien die Lebensgrundlage genommen hat, startete humedica neben der medizinischen Hilfe auch ein neues Patenschaftsprogramm.

Auf der Insel Samar erhalten betroffene Familien eine umfassende und bedarfsgerechte Unterstützung. Um die Zukunftsperspektiven aller Familienmitglieder zu verbessern wird das Hauptaugenmerk, wie auch schon in Sri Lanka, auf Bildung, berufsschaffende Maßnahmen und medizinische Versorgung gelegt.

Denn die Zahl hilfsbedürftiger Familien bleibt auch sechs Monate nach Taifun „Haiyan“ hoch – hunderte Kinder, Frauen und Männer warten noch immer auf Paten aus Deutschland, die sie auf ihrem Weg zurück in die Normalität begleiten.

Bitte werden Sie Teil unserer Bemühungen auf den Philippinen und übernehmen Sie eine Familienpatenschaft. Denn gemeinsam können wir auf auch am anderen Ende der Welt nachhaltige Hilfe leisten und positive Entwicklungen im Leben anderer bewirken. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

      humedica e. V.
      Stichwort „Familienpatenschaften“
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

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