Eine Katastrophe, die die Welt erschütterte

Die humedica-Hilfsmaßnahmen nach dem Tsnuami 2004

von Lina Koch, 26.12.2014

Es war der 26. Dezember 2004, auf den Tag vor genau zehn Jahren, als eines der stärksten je gemessenen Erdbeben im indischen Ozean eine Reihe von verheerenden Tsunamis auslöste. Es folgte eine der schlimmsten humanitären Katastrophen der Neuzeit: 230.000 Menschen verloren in den Fluten ihr Leben, 110.000 Weitere wurden verletzt, 1,7 Millionen Küstenbewohner hatten kein Dach mehr über dem Kopf. Zahlen und Fakten, die unwirklich klingen, in der Realität aber unzählige schmerzhafte Schicksale nach sich zogen.

Neben den südostasiatischen Ländern Indonesien und Thailand war besonders das vom Bürgerkrieg gezeichnete Sri Lanka von den tödlichen Wellen betroffen. Laut offiziellen Angaben starben im Süden und Osten des Inselstaates rund 35.000 Menschen, über eine halbe Millionen Menschen verloren all ihr Hab und Gut, was die ohnehin komplizierten Lebensumstände weiter verschlimmerte.

Um die tausenden Verletzten zu versorgen, erreichte ein erstes humedica-Team das Land bereits einen Tag nach der Katastrophe. Viele weitere sollten folgen und brachten neben medizinischer Hilfe auch überlebenswichtige Güter in die zerstörten Gebiete. Als Mitglied des ersten Einsatzteams erinnert sich humedica-Geschäftsführer Wolfgang Groß auch heute noch genau an die Ankunft im Katastrophengebiet:

„Ich erinnere mich noch genau an unsere Ankunft am 27.12. in der sri-lankischen Hauptstadt Colombo, denn ich hatte aufgrund der Hektik erstmals meinen Reisepass vergessen, konnte aber dann durch die freundliche Unterstützung eines Mitarbeiters der Deutschen Botschaft doch noch einreisen.

Da wir schon seit vielen Jahren im Bürgerkriegsgebiet, das damals noch von sogenannten ‚Tamil Tigers‘ kontrolliert wurde, humanitäre Hilfe leisteten, reisten wir über die Demarkationslinie in das umkämpfte Gebiet ein und kümmerten uns um die Katastrophenopfer im äußersten Nordosten der Insel, wo ansonsten keine weiteren ausländischen Hilfsorganisationen tätig waren.“

Um den betroffenen Menschen auf Sri Lanka die Rückkehr in ein normales Leben zu ermöglichen, realisierte humedica in den vergangen zehn Jahren vielfältige Hilfe:

Medizinische Not- und Katastrophenhilfe

In den ersten Wochen nach der Katastrophe konnten die medizinischen Einsatzkräfte von humedica tausende, zum Teil schwer verletzte Menschen in den betroffenen Gebieten versorgen und dabei viele Leben retten. Ausgangspunkt der Hilfe war die Hafenstadt Point Pedro im Nordosten der Jaffna-Halbinsel, wo der Tsunami große Zerstörungen angerichtet hatte. Rund 20.000 Opfer konnten bis zum Ende der akuten Nothilfephase von den humedica-Ärzten behandelt worden.

Hilfsgüterverteilungen

Ob Medikamente, Boote oder Überlebenspakte: Die von humedica verteilten Hilfsgüter orientierten sich stets an der vorhandenen Bedarfslage und wir unterstützten die Menschen dort, wo die Not besonders groß war.

So wurden kurz nach Auftreffen des Tsunamis 8.000 betroffene Familien mit einem Nothilfepaket, bestehend aus Nahrungsmitteln, Decken, Wasserdesinfektionstabletten, Kochgeschirr und Moskitonetzen versorgt, um die wichtigsten Grundbedürfnisse sichern zu können. Um medizinische Notfälle auf einer der dem Festland vorgelagerten Inseln schnell zu erreichen, konnte außerdem ein Ambulanz- und Rettungsschiff erworben werden.

Weitere Hilfsgüterlieferungen umfassten Medikamente, Verbandsstoffe, Zelte und Fahrräder, sowie lebenswichtige Wassertankwägen, die die Trinkwasserversorgung und die damit zusammenhängende Gesundheit der Flutopfer sicherten. Ein besonderes Hilfsgüterprogramm war die Verteilung von Booten, Motoren und Netzen an mittellose Fischer, die durch den Tsunami ihrer Lebensgrundlage beraubt und auf neue Arbeitsgeräte angewiesen waren.

Wohnungsbau

Aufgrund der enormen Wucht der Flutwelle, blieb in der Küstenregion kaum ein Haus unbeschädigt. Allein in Sri Lanka wurden 500.000 Menschen von einem Moment auf den anderen obdachlos und waren auf externe Hilfe angewiesen. Rund um die Küstenstadt Point Pedro baute humedica mehr als 1.000 Häuser bedürftiger Familien wieder auf und ermöglichte ihnen damit einen Neuanfang in geschütztem Raum.

Wiederaufbau von Schulen

Seiner Natur entsprechend zerstörte der Tsunami nicht nur die Häuser vieler Einwohner Sri Lankas, sondern auch öffentliche Einrichtungen, wie Schulen und Kindergärten. Insgesamt konnte humedica in der Tsunamiregion neun Bildungseinrichtungen wiederaufbauen und damit die Voraussetzungen für eine fundierte Schulbildung tausender Mädchen und Jungen schaffen.

Eine Einrichtung, die humedica bis heute betreut, ist die Angel International School Manipay. Die Schule in der gleichnamigen Stadt Manipay kümmerte sich nach seiner Eröffnung im Jahr 2006 um die Ausbildung von Tsunami- und Bürgerkriegsopfern und unterrichtet heute über 1.200 Kinder nach internationalen Standards. Die dort erreichten Schulabschlüsse eröffnen den Kindern in der Zukunft alle beruflichen Möglichkeiten.

Familienpatenschaftsprogramm

Angesichts unzähliger Familien, die schwer unter den Folgen des verheerenden Tsunamis litten, rief humedica im Jahr 2005 das Familienpatenschaftsprogramm ins Leben. Diese langfristige Unterstützung sicherte durch den Zugang zu Lebensmitteln, Gütern des täglichen Bedarfs, Kleidung, Gesundheit und Ausbildung, die grundlegende Versorgung von 300 bedürftigen Familien aus dem Tsunamigebiet.

Das Vorhaben, diese Menschen auf ihrem Weg zurück in die Normalität zu begleiten, gelang, so dass die Familien 2011 wieder in der Lage waren, sich selbst zu versorgen.

Ob eine versorgte Wunde, ein verteiltes Fahrrad oder ein neues Haus: Die vielfältigen Hilfsmaßnahmen von humedica waren nur dank Ihrer Unterstützung möglich, liebe Freunde und Förderer. Für diesen jahrelangen Beistand möchten wir Ihnen ein großes Dankeschön aussprechen!

Heute, 10 Jahre nach dem schrecklichen Tsnuami, bleiben die Hilfsmaßnahmen von humedica in Sri Lanka so aktuell wie am Tag der Katastrophe. Gemeinsam mit Tochterorganisation humedica Lanka realisiert die deutsche Zentrale medizinische Versorgung für Menschen ohne Zugang zu ärztlicher Behandlung, verteilt bedarfsgerechte Hilfsgüter wie Rollstühle und Brillen oder ermöglicht Kinder den Zugang zu Schulbildung.

Für diese und weitere Hilfsmaßnahmen sind wir nach wie vor auf Ihre Unterstützung angewiesen. Bitte stehen Sie den Menschen in Sri Lanka auch in den nächsten zehn Jahren mit Ihrer wertvollen Spende zur Seite. Vielen Dank!

      humedica e. V.
      Stichwort "Sri Lanka"
      IBAN DE35 7345 0000 0000 0047 47
      BIC BYLADEM1KFB
      Sparkasse Kaufbeuren

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