Zwischen Trümmern und Angst

Eindrücke aus dem Krieg

von Jasmin Eigemann

Der Portugiese João Santos ist Mitarbeiter von humedica-Israel und führt seit Jahren Hilfsprojekte in den palästinensischen Autonomiegebieten durch. Er kennt die Menschen und ihre schwierige Lebenssituation und weiß, wo Unterstützung erforderlich ist. Im vergangenen Monat hat er es drei Mal geschafft zwischen den anhaltenden Kampfhandlungen nach Gaza zu kommen und sich einen Überblick der Gesamtsituation zu verschaffen. Seine Eindrücke wollen wir Ihnen heute berichten:

„Die schon ernstzunehmende Ausgangssituation hat sich stark verschlechtert und verschlimmert sich von Tag zu Tag. Soweit das Auge reicht sind kaputte und eingestürzte Gebäude. In vielen befinden sich kleine Zelte, als Zeichen, dass hier ein geliebter Mensch verloren wurde und das aus Respekt vor dem Toten aufgestellt wurde. In den am schlimmsten betroffenen Gebieten steigt ein durchdringender Verwesungsgeruch vom Boden und den Trümmern auf.

Der Grad der Zerstörung durch Bombeneinschläge ist enorm und subjektiv noch größer, als in den vergangenen Gaza-Konflikten in den Jahren 2008 und 2012. Viele Menschen, die ihr Leben lang in den betroffenen Gebieten gelebt haben, erkennen ihre eigene Straße nicht wieder.

Mittlerweile sind fast eine halbe Million Menschen obdachlos. Das entspricht beinahe einem Drittel der Gesamtbevölkerung von Gaza. Einige von ihnen finden gegen einen kleinen Mietbetrag Obdach bei Freunden oder Verwandten. Die Menschen, die nicht das Glück haben bei Bekannten unterzukommen, evakuieren ihre Familien in öffentliche Gebäude, wie zum Beispiel Schulen des UNRWA, dem Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten.

Viel Platz gibt es dort allerdings nicht mehr. Annähernd 40 Personen müssen sich ein Klassenzimmer teilen. Bereits 300.000 Menschen fanden hier Zuflucht, darunter 75.000 Kinder zwischen sechs und vierzehn Jahren. An Unterricht für sie ist in der kommenden Zeit nicht zu denken.

Diejenigen, die keinen Platz mehr gefunden haben, bauen sich Notunterkünfte aus Zeltplanen in direkter Nähe zu den Schulen oder auch Krankenhäusern. Außerhalb der El Shifa-Klinik, dem Zentralkrankenhaus von Gaza Stadt, hat sich mittlerweile eine kleine Zeltstadt gebildet.

Mangelnde Hygiene ist ein weiteres Gefahrenpotential. Ausbrüche von Krankheiten wie Diphterie und verschiedener Hauterkrankungen sind wahrscheinlich nur noch eine Frage der Zeit.

Und ein weiteres erschreckendes Problem droht den Menschen: der nahende Winter. Ein Großteil der Palästinenser lebt in schlecht isolierten Unterkünften. Sie haben nur eingeschränkten Zugang zu Nahrung oder fließend Wasser, von Elektrizität oder Benzin zum Heizen ganz zu schweigen.“

Die Eindrücke von humedica-Mitarbeiter João Santos bestätigen die Befürchtungen und bewegen zum Handeln. Um die Bevölkerung und insbesondere die Kinder bei der Verarbeitung ihrer tragischen Erlebnisse zu unterstützen, befindet sich humedica aktuell in der konkreten Planung von Traumabekämpfungsmaßnahmen sowie dem Versand eines Containers voll dringend benötigter Hilfsgüter.

Ein Vorhaben, bei dem wir die Hilfe von Ihnen, liebe Freunde und Förderer benötigen. Bitte unterstützen Sie die Menschen in Gaza mit einer direkten Spende und tragen Sie zur Genesung der Betroffenen bei. Vielen Dank!

      humedica e. V.
      Stichwort „Gaza“
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

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