HINTERGRUND: Krankheitsbilder

von Lina Koch, 10.07.2014

Es sind Begriffe, die jeder kennt: HIV und Aids sind konstantes Thema der weltweiten Aufklärungsarbeit. Sowohl die Medienlandschaft, als auch öffentliche Bildungsträger werden nicht müde vor der Gefahr einer Infizierung zu warnen. Nicht selten bedient man sich in diesem Kontext Terminologien wie „unheilbar“ oder „chronisch“.

Doch obgleich die Krankheitsbezeichnung in den Köpfen der Menschen vorhanden ist, beweisen Umfragen immer wieder erstaunliches: Nur Wenige wissen um den Unterschied zwischen einer HIV-Infizierung und einer Aids-Erkrankung.

Im Rahmen unserer Hintergrundreihe über häufig auftretende Krankheitsbilder in Entwicklungsländern, möchten wir Ihnen diesen Unterschied erläutern und weitere Fakten rund um das Thema HIV und Aids beleuchten.

HIV und Aids

Das Wichtigste vorweg: HIV und Aids bezeichnen zwei unterschiedliche Krankheitszustände. HIV steht für den Krankheitserreger Humanes Immundefizienz-Virus und wird durch kontaminiertes Blut oder Körperflüssigkeiten übertragen.

Eine HIV-Infektion kann nach einigen Jahren in die Immunschwächekrankheit Aids, abgeleitet aus der englischen Begrifflichkeit Acquired Immuno Deficiency Syndrome übergehen. Eine Ansteckung oder Übertragung von Aids ist de facto unmöglich.

Während der HI-Virus in der Regel keine Beschwerden auslöst, leiden die Erkrankten nach dem Ausbruch von Aids unter Symptomen wie massivem Gewichtsverlust, Lungenentzündungen oder anhaltenden Durchfällen; alles Krankheiten, die auf eine stark geschwächte Immunabwehr zurückzuführen sind.

Für eine erfolgreiche Therapie ist die frühzeitige Diagnose einer HIV-Infizierung von großer Bedeutung. Mit einem einfachen Bluttest können Ärzte Antikörper gegen den Virus sowie die Viruslast feststellen. Und obwohl HIV und Aids noch immer als unheilbar gelten, gibt es die Möglichkeit, den Ausbruch von Aids mit einer gezielten Behandlung über Jahre hinauszuzögern und mitunter sogar komplett zu verhindern.

Die Einnahme von antiretroviralen Medikamenten erhöht die Lebenserwartung HIV-infizierter Personen um ein Vielfaches und senkt außerdem das Risiko einer Übertragung auf andere Menschen.

Eine Chance, die vorrangig Betroffenen in Erste Welt-Ländern zur Verfügung steht. In den afrikanischen Ländern südlich der Sahara, wo laut UNAIDS 25 der weltweit 35 Millionen HIV-positiven Menschen leben, können sich Erkrankte nur selten eine Therapie leisten.

Die Folge ist eine alarmierend hohe Todesrate in der Region: Rund 1,2 Millionen Menschen verloren dort allein im Jahr 2012 den Kampf gegen Aids. Zurück bleiben Waisenkinder, die oft selbst bereits mit dem HI-Virus geboren wurden und nun vor einer unsicheren Zukunft stehen.

Doch inzwischen gibt es auch in Afrika Lichtblicke im Kampf gegen Aids. So nahm die Zahl der Aids-Toten in vielen Ländern in Ost- und Südafrika in den vergangenen acht Jahren um 40 Prozent ab. Die Zahl der Neuinfektionen verringerte sich um 30 Prozent. Den Rekord erreicht Äthiopien, wo 2011 rund 90 Prozent weniger neue HIV-Übertragungen festgestellt werden konnten als noch im Jahr 2001.

Auch humedica beteiligt sich im Rahmen seiner langfristigen Hilfsprojekte im Kampf gegen HIV und Aids. Mit präventiven Trainings, der Ausgabe von Verhütungsmitteln, HIV-Tests sowie Beratungsgesprächen für Betroffene, greift dieses Engagement in Ländern wie Simbabwe, dem Niger oder Uganda.

Und auch im Musterland Äthiopien unterstützt das humedica-Familienpatenschaftsprogramm Menschen, die direkt oder indirekt von einer HIV-Infektion betroffen sind.

Dieser Artikel enthält Informationen aus dem Gesundheitsportal Onmeda und Spiegel Online.

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