Falsche Annahmen und übertroffene Erwartungen

Eindrücke vom humedica Einsatztraining im Juni 2014

von Jari Trabert/JEI

Der Einsatz in Katastrophengebieten möchte gelernt sein. Denn nicht nur die körperliche Belastung und Schlafmangel erweisen sich als kräftezehrend. Auch der Zusammenhalt im Team ist ein wichtiger Bestandteil, der über Erfolg oder Scheitern eines Einsatzes entscheidet.

So fanden sich am ersten Juni diesmal 32 motivierte Anwärter vor der humedica-Zentrale zusammen. Einziger Anhaltspunkt für die kommende Woche war unter anderem ein Packzettel, den die Bewerber unterschiedlich auslegten. Angehender Medienkoordinator Jari Trabert berichtet von seinen Eindrücken des Einsatztrainings:

„Dschungelcamp in Kaufbeuren mit Kakerlaken-Dusche und Dessert aus gewissen tierischen Körperteilen? Und das auch noch ohne Alkohol? Oder zumindest ein Survivalcamp inklusive Hardcore-Camping unter schwersten Umweltbedingungen?

Solche oder ähnliche Gedanken kamen bestimmt auch anderen Teilnehmern vor dem humedica-Einsatztraining. Doch statt einem voyeuristischen Quatschevent oder Abenteuerurlaub erwartete uns eine intensive Einführung in das, was humanitäre Hilfe meiner Meinung nach ausmacht: Leben und Arbeiten in einer Gruppe im Ausnahmezustand.

Fast pausenloser Input kombiniert mit einem streng und knapp getakteten Tagesplan, vollgestopft mit den verschiedensten Aufgaben, das Zusammenfinden und Funktionieren eines Teams sich fremder Menschen.

Zudem die Schwierigkeit dabei die Bedürfnisse der anderen zu erkennen, 24-Stunden-Erreichbarkeit mit der Drohung nächtlicher Evakuierung, blinde Passagiere im Einsatzfahrzeug und besonders fiese Checkpoint-Bewacher: Sie alle machten uns das Leben schwer. Als Einzelperson oder Gruppe, in der Übung oder dem Alltag – ich bin mir sicher jeder von uns war mit der einen oder anderen Situation konfrontiert, die er so nicht erwartet oder mit der er zu kämpfen hatte.

Und obwohl uns allen klar ist, dass man eigentlich nichts ohne Übung beherrschen kann, war diese direkte Konfrontation damit hart. Hart, aber auch notwendig, um sich in die Situation in der humanitären Hilfe zu versetzen und anzufangen zu verstehen, ob man sich dieser aussetzen will oder nicht.

Und obwohl es Schwierigkeiten gegeben hat möchte ich betonen: Die Zeit und Arbeit mit den anderen Teilnehmern und Trainingsleitern war sehr erkenntnisreich und hat mir sehr viel Freude bereitet. Es war schön zu sehen, dass wir uns nicht nur zugehört haben, sondern auch das Gehörte umsetzten.

Genauso gefreut hat mich der Zusammenhalt, der über die einzelnen Teams hinweg wirkte: Wenn nötig war immer Unterstützung da, teils auch ohne Kommunikation – so als wäre es selbstverständlich.

Außerdem kamen unerwartete Talente zum Vorschein: überraschend professionelle Theaterdarbietungen, enorme ornithologische Kenntnisse oder wunderbare künstlerische Ergüsse bei der Bewältigung der Aufgaben. Das alles und noch viel mehr waren Dinge, die mich begeistert haben.

Abschließend möchte ich noch etwas festhalten: Ganz gleich, ob wir nun einmal in einen Einsatz gehen werden oder eben auch nicht, ich bin sicher jeder von uns nimmt extrem viel Wertvolles mit aus dieser Woche! Und dazu haben wir alle beigetragen. Dafür möchte ich allen Mitwirkenden und Trainern nochmals einen herzlichen Dank für jedwede Unterstützung mit auf den Weg geben!“

Möchten auch Sie uns und unsere Teams im Ernstfall unterstützen? Ebenso wie von ehrenamtlichen Einsatzkräften, die im Training ausgebildet werden, lebt humedica von vielen konkreten Spenden. Durch Spenden für den Reisefond können Sie dazu beitragen die medizinischen Teams sicher an den Einsatzort und wieder nach Hause zu bringen. Denn wir sind schnell, doch Flügel haben wir keine.

      humedica e. V.
      Stichwort "Reisefond"
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

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