Erneute Unterstützung durch humedica-Mitarbeiterin Rebecca Groß

von Rebecca Groß, 24.10.2014

Brasilien ist ein Land der Gegensätze. Neben wirtschaftlichem Aufstieg bleibt die strukturelle Armut, neben dem sorglosen Leben der Einen, bleibt der bittere Existenzkampf der Anderen. Dashumedica-Kinderdorf „Campo do Coelho“ im Osten des Landes unterstützt Kinder und Jugendliche aus besonders bedürftigen Familien und bereitet sie mit gezielten Programmen auf eine selbstständige Zukunft vor.

Unterstützung erhalten die lokalen Mitarbeiter aktuell von Rebecca Groß, Tochter von humedica-Geschäftsführer Wolfgang Groß. Rückblickend berichtet sie von ihren ersten Wochen zurück in ihrem Lieblingsland Brasilien:

Meine erste Woche in Nova Friburgo…

Mein erster Tag zurück in der Kindertagesstätte in Nova Friburgo beinhaltete gleich ein großes Fest, denn alle Geburtstage der vergangenen sechs Monate wurden gefeiert. Den ganzen Vormittag beschäftigten wir uns mit der Dekoration und dem Einpacken von Geschenken. Mittags kamen die Kinder aus der Schule und wir veranstalteten einen bunten Nachmittag, an dem jedes Geburtstagskind eines der vorbereiteten Geschenke überreicht bekam.

Meine zu erledigenden Aufgaben sind vielfältig und wo immer es klemmt, springe ich ein. Vormittags helfe ich Leiterin Magali im Büro, beim Mittagessen bin ich für die Getränkeausgabe verantwortlich und anschließend entlaste ich meine Kolleginnen bei der Kinderbetreuung. Freitags sieht mein Tag jedoch anders aus: Bis zum Mittagessen betreue ich eigenständig eine Gruppe von Kindern und setze mich später mit den anderen Mitarbeitern zusammen, um den Ablauf der nächsten Woche zu planen.

Im Moment arbeiten wir an einem neuen Projekt mit dem Namen „Cuidar“, auf Deutsch „Pflege“. Das von unserer Psychologin Tamiris entworfene Programm umfasst in jedem Monat ein anderes Thema, mit dem sich die Kinder auseinander setzen müssen. Zuletzt drehte sich alles um die Familie als Ort der Fürsorge. Alle Jungen und Mädchen malten Bilder ihrer Familie und präsentierten sie in einer kleinen Ausstellung.

In diesem Rahmen hielt Tamiris dann einen Vortrag über die fünf wichtigsten Kennzeichen, die unsere Liebe zur Familie ausdrücken. Anschließend sollten die Kinder aufschreiben wie sie Liebe in ihrer Familie erfahren und wie sie ihren Eltern und Geschwistern zeigen, dass sie sie lieb haben.

Zu erleben, wie sehr sich die vielen Jungen und Mädchen über das Projekt freuen, macht mich dankbar, hier helfen zu können und ich freue mich auf das, was die kommende Zeit bringen mag.

…Woche zwei in Brasilien…

Meine zweite Arbeitswoche in der humedica-Kindertagesstätte Nova Friburgo beginnt stressig. Montag, Dienstag und Mittwoch waren wir neben unseren alltäglichen Aufgaben damit beschäftigt, Einverständniserklärungen, sowie die Kopien von Geburtsurkunden und Personalausweisen der Eltern von allen Kindern zu besorgen. Grund für den Aufwand war unser geplanter Ausflug am Donnerstag.

Nachdem alles organisiert war, holten uns am Donnerstagmorgen zwei Reisebusse ab und brachten uns in das Colegio Anchieta, ein berühmtes Bildungszentrum, das bereits seit 1902 in Nova Friburgo existiert und anfangs nur für Jungen gedacht war. Vor Ort erhielten wir eine Hausführung und besuchten das Museum. Da die ursprünglichen Träger des Instituts Jesuiten waren, durften wir auch einen Blick in die angegliederte Kapelle werfen.

Danach fuhren wir in eine große Parkanlage im Zentrum der Stadt, wo die Kinder sich bei einem Spaziergang austoben und Erinnerungsfotos schießen konnten. Im Anschluss stand das Highlight des Ausflugs an: Ein Besuch in der berühmten Käse- und Schokoladenfabrik Queijaria Suica. Es war ein langer Tag, doch die Kinder waren glücklich, einmal aus ihrem Alltag ausbrechen zu können und ich konnte mehr über meine neue Heimat Nova Friburgo erfahren.

Dass die Kinder sich auch an normalen Tagen in der Kindertagesstätte wohl fühlen, zeigte sich am folgenden Tag. Obwohl um 14:30 Uhr eigentlich Betreuungsschluss ist, wollten rund 15 Kinder unbedingt noch bleiben. Und so nahm ich mir ganze eineinhalb Stunden, um mit den Jungen und Mädchen zu malen, bevor sie den Nachhauseweg antraten.

…meine dritte Arbeitswoche im Kinderdorf „Campo do Coelho“

In meiner dritten Woche war ich das erste Mal dabei, als die Mitarbeiterinnen der Tagesstätte die Familien der Kinder zuhause besuchten. Gemeinsam mit meiner Kollegin Gabriella fuhren wir am Dienstagnachmittag zu den Unterkünften von vier Familien, um ihre Personendaten zu erneuern. Die meisten von ihnen leben von der Landwirtschaft, doch die Einkommen reichen nicht aus, um ohne Unterstützung zurecht zu kommen.

Ansonsten stand diese Woche ganz im Zeichen des Projektthemas „Kümmere dich um andere und lerne von ihnen“. Passend dazu haben die Kinder verschiedene Aufgaben und Aktionen umgesetzt. Aus Plastikflaschen haben wir zum Beispiel kleine Behälter gebastelt, die die Kinder anschließend mit guten und schlechten Gefühlen füllen sollten.

Weil immer mal wieder Erzieherinnen ausfallen, passe ich auch alleine auf Kindergruppen auf und nutze die Chance, um mir bei Ball- und Klatschspielen die Namen aller Jungen und Mädchen einzuprägen. Darüber hinaus gebe ich einmal die Woche Mathe- und Englischunterricht.

Die Tatsache, dass sich immer mehr Kinder für den Fremdsprachenunterricht interessieren, freut mich sehr und es ist schön zu sehen, wenn ich jemand mit meinem Wissen weiterhelfen kann. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass sich im Rahmen der Kurse auch meine eigenen Sprachkenntnisse verbessern, da ich ja alles auf Portugiesisch erkläre.

Insgesamt verging meine dritte Woche wie im Flug und ich kann es kaum erwarten, bis die Vorbereitungen für die große humedica-Weihnachtspäckchenaktion „Geschenk mit Herz“ auch hier in Brasilien beginnen.

Diese Schlaglichter aus dem alltäglichen Leben und Arbeiten der Kindertagesstätte sind Beispiele für das von humedica verfolgte Konzept: Die Tagesstätte bietet den Jungen und Mädchen einen Schutzmantel, der ihre Nöte lindert, sich um sie sorgt und auf ihre Zukunft vorbereitet.

Mit einer gezielten Spende werden auch Sie Teil dieses Schutzmantels und ermöglichen Kindern in Not einen Ort der Hoffnung und der Sorglosigkeit. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

      humedica e.V.
      Stichwort "Brasilien"
      IBAN DE35 7345 0000 0000 0047 47
      BIC BYLADEM1KFB
      Sparkasse Kaufbeuren

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