Nothilfe für die Betroffenen des Konflikts

von Margret Müller, 31.03.2014

Hunger, Flucht und Gewalt: Die Lage in der Zentralafrikanischen Republik ist nach einem Jahr Bürgerkrieg weiterhin bestürzend. Brutale Konflikte zwischen verschiedenen Milizen, Frieden- und Regierungstruppen haben das Land in eine humanitäre Katastrophe gestürzt, die Millionen Menschen betrifft. Neben dem fehlenden Sicherheitsaspekt, sind Hunger und Hygiene große Probleme, die es in den Griff zu kriegen gilt.

Die humedica-Koordinatoren Margret Müller und Kenneth Dakat haben sich auf den Weg in die Hauptstadt Bangui gemacht, um in den dortigen Flüchtlingscamps dringend benötigte Hilfsgüter zu verteilen. In ihrem aktuellen Blog berichten sie über die schwierigen Umstände ihrer Arbeit und die katastrophalen Lebensbedingungen der Menschen im Land.

Tag 3 in Bangui - Das Land das niemand kennt

Regen kann Fluch oder Segen sein, je nachdem wer man ist und wo man sich gerade aufhält. Wenn man mit zehntausenden Menschen auf einem offenen Feld Schutz vor brutalen Gruppen sucht, die durch die eigene Heimat wüten; wenn das neue ‚Zuhause’ nicht mehr als ein auf Holz gespanntes Leintuch ist; wenn die Habseligkeiten nur noch Dinge umfassen, die man am eigenen Leib trägt; ja, wenn sich die nächste Rebellengruppe noch immer in der Nachbarschaft befindet, dann ist eine ganze Nacht tropischen Regens der reinste Horror.

Die wenigen überdachten Latrinen werden zu Kampfzonen und alles was der eigene Körper nicht trocken hält versinkt im Schlamm. Die Regenzeit beginnt in der Zentralafrikanischen Republik erst Mitte April, doch dieser erste Vorbote, diese erste Nacht strömenden Regens zeigt, wie viel sich bis dahin noch verbessern muss.

„Die Welt kennt unser Heimatland überhaupt nicht!“, erzählen mir verschiedene Gesprächspartner in Bangui, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik. Und sie fahren fort: „Sobald wir verreisen, fragen uns die Menschen: ‚Zentralafrikanische Republik? Aus welchem Land der Gegend kommst du da?’“

Dabei schaffte es das Land im Herzen Afrikas auf einige internationale Hitlisten. So belegt die Zentralafrikanische Republik Platz 9 der gescheiterten Staaten und Platz 6 der höchsten Todesrate. Bei der höchsten Kinder- und Müttersterblichkeit schafft es das Land sogar auf Platz 4 und 5.

Zu diesen insgesamt so gar nicht rosigen Aussichten, kommt seit über einem Jahr noch der brutale Konflikt zwischen verschieden Macht- und Interessengruppen hinzu. Im Dezember vergangenen Jahres sind die Kämpfe auch in der Hauptstadt Bangui angekommen. Allein am 5. Dezember flüchteten 500.000 Stadtbewohner an sämtliche Orte, die in irgendeiner Weise Sicherheit boten.

Seitdem sind Kirchen, Moscheen, Schulen, offene Felder und sogar der Flughafen voller Menschen, während ursprüngliche Wohngegenden totenstill, verlassen und oft zerstört sind. Einige versuchen weiterhin ihre Häuser tagsüber zu bewachen, suchen aber nachts vor den plündernden und mordenden Banden Schutz in einem Flüchtlingslager. Und in diesen Flüchtlingslagern wollen wir helfen.

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